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"Tatort"-Kritik: "Wir - Ihr - Sie" mit Mark Waschke war so gut

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"Tatort: Wir - Ihr - Sie"  

"Die hat genervt": Ein niedereres Mordmotiv gab es selten im "Tatort"

06.06.2016, 19:59 Uhr | Lars Schmidt, t-online.de

"Tatort"-Kritik: "Wir - Ihr - Sie"  mit Mark Waschke war so gut. Böse Mädchen: Louisa (Cosima Henman), Charlotte (Valeria Eisenbart) und Paula (Emma Drogunova) (v.l.). (Quelle: rbb/Frédéric Batier)

Böse Mädchen: Louisa (Cosima Henman), Charlotte (Valeria Eisenbart) und Paula (Emma Drogunova) (v.l.). (Quelle: rbb/Frédéric Batier)

Der dritte Berliner "Tatort" mit Meret Becker und Mark Waschke als die Kommissare Nina Rubin und Robert Karow greift ein aktuelles Thema auf und spitzt es extrem zu. Gefühlskalte Jugendliche, deren Lebensmittelpunkt ihr Smartphone ist und die auch vor einem Mord nicht zurückschrecken, wenn jemand sie beim Partymachen stört.

Eine Frau wird im Parkhaus eines Einkaufszentrums von einem Jeep brutal überfahren. Als mögliche Täter geraten drei 16-jährige Mädchen in den Fokus der Ermittler. Ihnen die Tat nachzuweisen, daran arbeitet sich dieser gut erzählte, klassische "Tatort" mit dem Titel "Wir - Ihr - Sie" nicht immer spannend aber dennoch in nachvollziehbaren Handlungssträngen ab.

Hochkarätig besetzter "Tatort"

Auch wenn sich der Krimi in manchem Detail verzettelt, lässt er den Zuschauer dennoch nicht los. Vor allem, weil das Motiv bis zum Schluss offen bleibt.

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Welche Schulnote geben sie dem "Tatort: Wir - Ihr - Sie"?

Das Szenario ist realistisch, die Sozialkritik nicht zu dick aufgetragen und die Charaktere sind authentisch. Zudem ist der Film hochkarätig besetzt. Neben Meret Becker, Mark Waschke und Carolyn Genzkow spielen die "Tatort"-Dauergäste Thomas Heinze ("Tatort: Ein Fuß kommt selten allein"), Ursina Lardi ("Tatort: Die Geschichte vom bösen Friedrich") und Steffen Münster ("Tatort: Das Haus am Ende der Straße").

Gefühlskalte Mädchen-Clique

Bei ihren Befragungen von Louisa (Cosima Henman), Charlotte (Valeria Eisenbart) und Paula (Emma Drogunova) stoßen die Kommissare nur auf Gleichgültigkeit, Hohn und Spott. Dass ein Mensch gestorben ist, interessiert die Dreier-Clique nicht. Viel wichtiger sind ihre Handys und die Sozialen Netzwerke, über die sie sich ständig austauschen. Mit gespielter Coolnes und Frechheit wollen sie ihre Minderwertigkeitskomplexe übertönen.

Den Eltern tanzen die pubertären Gören auf der Nase herum. Längst haben die Erziehungsberechtigten den Draht zu ihren Töchtern verloren. "Unsere Mädchen sind nicht kriminell", sagt Louisas Vater (Thomas Heinze) und glaubt das auch. 

Die parallele Geschichte von Kommissar Karow 

Daneben wird die Story des bisexuellen Ermittlers Karow weiter erzählt, die seit dem ersten Fall des Duos Rubin/Karow Bestandteil der Berliner "Tatorte" ist. So startet "Wir - Ihr - Sie" mit einem Rückblick auf das bisher Geschehene. Auf die reißerische und voyeuristische Sexszene hätte man dabei aber verzichten können, hat sie mit der eigentlichen Geschichte doch gar nichts zu tun. Die Figur des Kommissars Karow bleibt aber weiterhin das große Rätsel dieses Tatort-Teams. Denn auch diesmal wird sein Nebenstrang nicht aufgelöst.

Kommissarin Rubin ordnet dagegen weiter ihr Privatleben, nachdem sie sich von ihrem Mann getrennt hat. Wie sehr sie am Rande der Selbstbeherrschung ist, zeigt sich im Verhör mit der Verdächtigen Paula. Nach einer frechen Antwort brennen der Polizistin die Sicherungen durch und sie schlägt entnervt zu.

"Wir wollten Party machen. Die hat nur genervt"

Genauso genervt, wie die drei Mädchen von ihrem späteren Opfer waren, als es im Parkhaus vor den geklauten Jeep trat, in dem sie eine Bekannte - die Besitzerin des Autos - vermutete. "Wir wollten Party machen. Die hat nur genervt", geben die Täterinnen am Ende eiskalt zu Protokoll und hinterlassen damit Ratlosigkeit und Unverständnis in den Mienen der Kommissare. Jenes Unverständnis, das uns erfasst, wenn wir wieder Nachrichten hören, in denen Jugendliche grundlos anderen Menschen Schaden zufügen, sie schwer verletzten oder gar zu Tode prügeln. Ein niedereres Mordmotiv gab es selten im "Tatort".


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