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"Tatort"-Kritik: Dresden-Krimi "Der König der Gosse" überzeugt

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Obdachlos in Dresden  

"Tatort"-Cops schieben Platte und überzeugen

03.10.2016, 15:27 Uhr | Von Stefan-Kai Obst, t-online.de

"Tatort"-Kritik: Dresden-Krimi "Der König der Gosse" überzeugt. Kommissarin Sieland (Alwara Höfels) versucht die drei aufgebrachten Obdachlosen Platte (David Bredin, li.), Eumel (Alexander Hörbe, Mi.) und Hansi (Arved Birnbaum) zu beruhigen. (Quelle: MDR/Gordon Mühle)

Kommissarin Sieland (Alwara Höfels) versucht die drei aufgebrachten Obdachlosen Platte (David Bredin, li.), Eumel (Alexander Hörbe, Mi.) und Hansi (Arved Birnbaum) zu beruhigen. (Quelle: MDR/Gordon Mühle)

Die heimlichen Stars des "Tatorts" vom Sonntagabend waren drei Obdachlose, deren Darsteller ihre Rollen so authentisch wie amüsant verkörperten. Nicht zuletzt ihnen ist es zu verdanken, dass der zweite Krimi des Dresdner Teams nach dem Debüt-Debakel vom März überzeugte. 

So war die Zuschauerresonanz nach dem Einstand des neuen Teams aus Ostdeutschland denkbar schlecht ausgefallen. Fürchterliche Dialoge der Kommissare, ostdeutsche Klischees und Plattitüden ohne Ende lauteten die Schmäh-Kommentare. Auch die Leser von t-online.de gaben dem Krimi im Voting die selten schlechte "Tatort"-Note vier. Umso höher lag die Latte beim zweiten Anlauf.

Chef-Ermittler macht sich zum Horst

In dem Krimi um den Mord an einem Sozialunternehmer, der sich mit der Unterbringung von Obdachlosen eine goldene Nase aus öffentlichen Mitteln verdiente, machen die Ermittlerinnen Sieland (Alwara Höfels) und Gorniak (Karin Hanczewski) eine gute Figur: Die Dialoge ansprechend, ihre Ermittlungen schlüssig und selbst die bei "Tatort"-Krimis vielfach kritisierten Ausflüge ins Privatleben der Kommissare waren gut mit dem Fall verwoben. 

Etwas albern überzeichnet war bestenfalls das Techtelmechtel des Chef-Ermittlers Schnabel (Martin Brambach) mit der verheirateten Kollegin aus dem Betrugsdezernat, bei dem sich dieser ob der Aussichtslosigkeit seiner Liebes-Bemühungen regelrecht zum Horst machte.  

Trotz Turbo-Auflösung gelungen

Schauspiel-Konkurrenz bekamen Höfels und Hanczewski von den drei Darstellern Arved Birnbaum, David Bredin und Alexander Hörbe, die als Clochards Hansi, Platte und Eumel zu begeistern wussten - wenngleich der Krimi es dem Humor zuliebe vermied, das wirkliche Leid dieser Ärmsten zum Thema zu machen.

Als selbsternannte Security des Ermordeten, den sie trotz seiner Geschäfte mit ihresgleichen vergöttern, sind die drei nach dessen Tod völlig aufgewühlt - und geifern nach Selbstjustiz am Täter. Das Problem ist nur, dass sie neben ihrer Rolle als (äußerst verschwiegene) Zeugen selbst zum Kreis der Verdächtigen zählen. 

Während Gorniak den Schluckspechten und Gerne-mal-Draufhauern so ziemlich alles zutraut, glaubt Sieland rasch an ihre Unschuld. Zumal auch noch der Bruder des Verstorbenen, ein mysteriöser Tattoo-Mann und ein "Schlipsträger" ins Visier der Ermittler geraten. Letzterer entpuppt sich schließlich als Konkurrent des Ermordeten, der seine Immobilien ebenso gewinnträchtig mit Obdachlosen, Flüchtlingen und anderen Hilfsbedürftigen vollstopfen will. 

Fast bis zum Schluss spitzen sich die gut inszenierten Ermittlungen spannend zu. Lediglich beim Showdown auf der Bühne des Sozialprojekts "Bettleroper" hatten es Autor Husmann und Regisseur Dror Zahavi etwas zu eilig. Allzu bereitwillig räumt der Täter seine Schuld ein, ohne auch nur einmal nach einem Anwalt zu schreien. Der Auflösung des Falls hätten die Macher deshalb gerne etwas mehr Zeit einräumen dürfen. 

Angesichts der (im Gegensatz zum Debüt) guten Dialoge, der angebrachten Sozialkritik (ohne Moralkeule) und humoristischen Szenen schmälert das knappe Ende den guten Gesamteindruck aber nicht. Das Dresdner Team kann von daher auf eine weitaus bessere "Tatort"-Note hoffen als nach seiner viel gescholtenen Debüt-Folge.

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