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"Tatort": Wenn der Messermann kaltblütig durch München streift

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"Der Tod ist unser ganzes Leben"  

Wenn der Messermann kaltblütig durch München streift

01.05.2017, 18:20 Uhr | von Verena Maria Dittrich

Zwischen Täter und Opfer gibt es keinerlei Verbindungen. Ein Rätsel, vor dem die Kommissare da stehen. (Screenshot: ARD/BR)
Tatort: Der Tod ist unser ganzes Leben

Eins, Zwei, Drei, Vier, Fünf, zählt der Killer und schon hat ein ahnungsloser Passant ein Messer in den Rippen.

Tatort: Der Tod ist unser ganzes Leben


"Eins, zwei, drei, vier", zählt der Killer - und sticht zu, immer und immer wieder. Mitten in München, mitten am Tag. Die Wahl seiner Opfer: zufällig. Der neue München-"Tatort" mit Batic und Leitmayr ist vor allem eins: eine geballte Ladung Wahnsinn.

Ein gruseliger Typ mit dem Blick eines windigen Gebrauchtwagenhändlers (Gerhard Liebmann) schleicht durch Münchens Shopping-Meilen und sticht plötzlich mit einem Messer wie von Sinnen auf einen ihm völlig Unbekannten ein. Die unbegreifliche Tat entspricht dem Muster eines ungelösten Falls aus der "Tatort"-Folge "Die Wahrheit". Damals mussten die bayerischen Silber-Eminenzen, Leitmayr (Udo Wachtveitl) und Batic (Miroslav Nemec) die Geige unverrichteter Dinge wieder einpacken, denn der Mörder konnte nicht dingfest gemacht werden.

Dieses Mal aber hat der Messerstecher, der zählend seine potentiellen Opfer abschreitet, die Rechnung ohne die moderne Technik gemacht. Eine Überwachungskamera hat ihn aufgezeichnet. Mit entrücktem Blick lässt sich der killende Flaneur kulturfrönend in einem Museum festnehmen, natürlich nicht, ohne vorher alle anwesenden Beamten noch einmal akkurat abzuzählen.

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Mano-a-Mano im Gefängnistaxi

Nachdem der Ene-Mene-Muh-Killer hinter schwedischen Gardinen sitzt, scheint der Fall erledigt. Ein Irrtum: Denn jetzt geht die Chose erst richtig los. Eine schicksalsträchtige Gefangenenüberführung steht an und macht summa summarum: ein Transporter, zwei Justizvollzugsbeamte (inklusive Blondine), ein mordendes Backpfeifengesicht und zwei graulockige Münchner Kommissare. Man ahnt, dass das nicht gut ausgeht.

Batic, der sich um eine gewisse Ayumi Schröder (Luka Omoto), die Ehefrau des ersten Opfers, sorgt, will unbedingt wissen, wie der Täter tickt. Warum mordet er und wie sucht er seine Opfer aus? Oder frei Schnauze gefragt: Was soll der ganze Scheiß? Und was ist  als Psychoanalyse besser geeignet als ein Mano-a-Mano-Wortgefecht im Gefängnistaxi auf der Landstraße?

Der Messermann (Gerhard Liebmann) wird von den Münchner Ermittlern dingfest gemacht.  (Quelle: BR/X Filme/Hagen Keller)Die Münchner Ermittler haben keinen guten Job gemacht. (Quelle: BR/X Filme/Hagen Keller)

Leider bleibt der neue München-"Tatort: Der Tod ist unser ganzes Leben" diese Antworten schuldig. Zwar ist die Geschichte rasant erzählt - eine verlassene Papierfabrik, die als Showdown-Kulisse dient und der Knacks in der 26-jährigen Freundschaft von Leitmayr und Batic sind 1a dargestellt - am Ende aber bleiben die Motive des Killers schwammig.

Auf klare Fragen reagiert der John Doe von München, dessen echten Namen man sofort nachdem man ihn gehört hat, wieder vergisst, mit zurückfragendem Röntgenblick. Er labt sich an seinen Provokationen und allem Anschein auch daran, dass er dafür Dresche kassiert. Es ist dem Krimi-Genre geschuldet, dass er mit dieser unkooperativen Einstellung am Ende über den Jordan geht.

"Keine Frau, kein Leben, nur Leichen"

Obwohl die Inszenierung fast über die gesamte Strecke gelungen und die Handlung zu keinem Punkt langweilig ist, wird der Antrieb der Charaktere lediglich angerissen. Jobmüde resümiert Batic am Krankenbett: "Keine Frau, kein Leben, nur Leichen - der Tod ist unser ganzes Leben". Aber warum will er dafür gleich einen Doppelmord auf sich nehmen? Wegen Ayumi Schröder? Im finalen Akt entpuppt sich die trauernde Witwe nicht nur als Drahtzieherin des ganzen Dilemmas, sondern auch als diejenige, die die transportfahrenden Gefängnisbeamten mit einem Koffer voller Geld besticht, damit diese von ihrem Ziel, den Mörder in den Bau zu verfrachten, abweichen.

Kriminalhauptkommissar Batic (Miroslav Nemec) hat eine Schusswunde erlitten.  (Quelle: BR/X Filme/Hagen Keller)Kriminalhauptkommissar Batic (Miroslav Nemec) hat eine Schusswunde erlitten. (Quelle: BR/X Filme/Hagen Keller)

Fazit: ein fesselnder "Tatort", der aber vor allem eine Frage offenlässt: Wie viel oder anders gefragt, wie wenig verdienen eigentlich unsere Justizvollzugsangestellten, dass sie für den Traum vom Geld nicht nur ihre Karriere, sondern ihr ganzes Leben aufs Spiel setzen?

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