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Dresdener "Tatort: Level X": Realitätsnah und aufklärend

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So war der Dresden-"Tatort"  

Wenn der Tod beim Livestream kommt

12.06.2017, 09:06 Uhr | von Verena Maria Dittrich

Für Klickzahlen scheinen manche über Leichen zu gehen. (Screenshot: ARD)
Tatort: Mord vor Millionen Zuschauern

Ein Internetstar wird während eines Livestreams erschossen.

Für Klickzahlen scheinen manche über Leichen zu gehen. (Quelle: ARD)


Jeder Mensch stirbt eines Tages. Aber was, wenn der eigene Tod gestreamt wird und die Welt Salzstangen kauend dabei zusieht? Der "Prankster" Simson wird live im Internet ermordet. "Level X" taucht tief ein - in eine Welt aus "Klickrates", "Delivern" und "Social Mourning".

"Bleibt stark und peace out", schwadroniert Internet-Manager Magnus Cord (Daniel Wagner) beim "Social Mourning" über sein "Talent", den "Prankster" Simson (Merlin Rose), der erschossen wurde, während er seinen neuesten "Prank" live im Internet streamte.

Trauerbewältigung für von Bits, Bytes und Geld gesteuerte Individuen, deren Fluch und Segen sich im World Wide Web manifestieren, als wäre es der Heilige Gral.

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Der Ermordete war ein Internetstar, "Klickrates" füllten sein Konto, eine Million Follower warteten täglich auf seine neusten Streiche. Doch ein Schuss ins Herz zog für den 17-jährigen Robin, so sein bürgerlicher Name, einen plötzlichen Schlussstrich unter seine Karriere als Prankster. Das Netz wird ihn nicht vergessen, denn solange Strom vorhanden ist, werden Simsons "Pranks" die Ewigkeit überdauern.

Daumen hoch oder runter?

Der Dresdner "Tatort: Level X" zeigt einen Alltag auf, der wohl gerade deshalb so unheimlich anmutet, weil er der Realität so nahe kommt. Soziale Medien in all ihren Formen sind zur Ursuppe unserer modernen Kommunikationsgesellschaft geworden. Es wird upgeloaded, gestreamt und geliked, bis der Akku qualmt und die Birne raucht.

Daumen hoch oder runter? Das ist für viele zu einer der fundamentalsten Frage ihres Lebens geworden. Für den "Prankster" Simson hat es sich ausgeliked. Für seinen Manager Cord aber muss der Rubel weiterrollen: "Wir würden uns freuen, wenn Ihr ultramäßig reinklickt". Ein Mensch ist tot, aber die Millionen Augen vor den Screens wollen mehr.

Internet-Manager Cord (Daniel Wagner) beim "Social Mourning“: "Wir würden uns freuen, wenn Ihr ultramäßig reinklickt".  (Quelle: MDR/Gordon Muehle)Internet-Manager Cord (Daniel Wagner) beim "Social Mourning“: "Wir würden uns freuen, wenn Ihr ultramäßig reinklickt". (Quelle: MDR/Gordon Muehle)

Die Kommissarinnen Gorniak (Karin Hanczewski) und Sieland (Alwara Höfels) tauchen in ihrem dritten Fall in eine Welt ein, in der es vorrangig ums "Delivern" und den ganz großen "Fame" geht.

"Der Fernseher hat aus dem Kreis der Familie einen Halbkreis gemacht, und das Internet aus diesem Halbkreis nur noch einen Punktehaufen", erläutert Kommissariatsleiter Schnabel seinen Standpunkt. Der Mensch wehrt sich instinktiv gegen seine unabwendbare Vereinnahmung durch die Technik. Gorniak lädt ihre Kollegin Sieland zur selbstgemachten Lasagne ein. Kommunikation und Augenkontakt. Seltener geworden, aber sehr zu empfehlen.

Der nächste Mord kommt bestimmt

Schlussendlich liefert die Technik das Motiv. "Prankster" Simson hat sich an Emilia (Caroline Hartig) vergangen und die Tat aufgezeichnet. Dominik (Tom Gramenz), Emilias Freund, übt Rache auf die altmodische Art. Simsons Tod hatte also nichts mit dem Internet zu tun, es war halt, wie so oft, zufällig zugegen. Emilia warnt die Ermittler: "Wenn sich das Video verbreitet, dann bring ich mich um!"

Für Internetstar und "Prankster" Simson (Merlin Rose) zeigen die Daumen nicht mehr nach oben. (Quelle: MDR/Gordon Muehle)Für Internetstar und "Prankster" Simson (Merlin Rose) zeigen die Daumen nicht mehr nach oben. (Quelle: MDR/Gordon Muehle)

Es kommt, wie es kommen muss: "Level X" will aufklären. Emilias live im Internet gestreamter Suizid wird von Gorniak und Sieland gerade noch verhindert, aber die Augen an den Smartphone- und Laptopscreens haben sich noch längst nicht sattgesehen. Keine Sorge, der nächste "Prank", Mord oder Selbstmord wird nicht lange auf sich warten lassen.

Eine Frage aber bleibt letztlich unbeantwortet: Wollen wir als Gesellschaft ein Kreis, ein Halbkreis oder doch lieber isolierte Punkte sein?

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