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TV-Kritik zu Maybritt Illner

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TV-Kritik zu Maybritt Illner  

"Trump, Putin, Erdogan – machen sie die Welt kaputt?“

07.07.2017, 11:14 Uhr | Marc L. Merten

TV-Kritik zu Maybritt Illner. Merkel, Trump, Gabriel und Tillerson treffen sich auf G20-Gipfel (Quelle: dpa/Steffen Kugler)

Außenminister Sigmar Gabriel (3.v.l.) berichtete bei Maybritt Illner über G20-Gespräche mit Trump. (Quelle: Steffen Kugler/dpa)

Die 20 mächtigsten Politiker der Welt treffen sich in Hamburg. Maybrit Illner lud deshalb am Donnerstagabend eine Talkrunde ein, die um Sigmar Gabriel per Video-Schalte erweitert wurde. Das Gespräch mit dem Außenminister hätte gänzlich gereicht. Es war von seltener Offenheit geprägt.

Die Gäste

  • Katharina Nocun, Bürgerrechtsaktivistin
  • Armin Laschet, CDU
  • Jürgen Trittin, Bündnis 90/Die Grünen
  • Wolfgang Ischinger, Münchner Sicherheitskonferenz
  • Markus Feldenkirchen, Journalist „Spiegel“ 

Das Thema

Wenn die G20 zusammenkommt, die Group of Twenty, dann kann man schon mal hoffen: Darauf, dass sie sich dieses Mal einigen auf weniger Hunger in der Welt, auf weniger Krieg, auf weniger Umweltzerstörung und auf ein Ende des Flüchtlingselends. Aber kann man das von Donald Trump, Recep Erdogan und Wladimir Putin erwarten? Von Machtmenschen, die egozentrisch über die Weltkarte poltern in einer Zeit voller Krisenherde?

Die Fronten

Nein, lautete das einhellige Urteil, allerdings aus unterschiedlichen Gründen. Katharina Nocun monierte, dass die eigentlich wichtigen Nationen, die ärmsten Länder, nicht am Tisch sitzen werden. Für Armin Laschet sind die zu diskutierenden Themen ohnehin Sache der Vereinten Nationen, auch, wenn dort nur selten etwas Konstruktives zustande käme.

Jürgen Trittin war sich schon vor Beginn der Gespräche in Hamburg sicher, dass „die Ergebnisse mager sein werden“. Und das, obwohl Wolfgang Ischinger betonte, dass es „so viele Krisen gibt wie jetzt schon lange nicht mehr“. Aber wer, so Markus Feldenkirchen, soll diese Krisen bewältigen, wenn sich die Machtkonstellationen zwischen den Partnern verschoben hätten?

Eine Frage, die Sigmar Gabriel im Einzelgespräch mit Maybrit Illner illustrierte: „Ich stimme zu, dass es ein Zeichen ist, wie schlimm die Weltlage ist, wenn man es schon toll findet, dass man sich überhaupt trifft und spricht“, sagte der Außenminister zu den Chancen auf echte Lösungen beim G20-Gipfel.

„Eigentlich wäre es angemessen, Entscheidungen herbei zu führen. Aber die Kritik ist richtig: Die, die es betrifft, sitzen nicht mit am Tisch. Wir sind auf einem ziemlich niedrigem Niveau angekommen. Wir werden Mühe haben, über die echten Probleme zu sprechen.“ Der deutsche Chefdiplomat im Dialog mit anderen Nationen erklärte den G20-Gipfel also prinzipiell zu einem Akt des Redens. Das Handeln müsse anderen überlassen werden.

Überraschung des Abends

Gabriel sorgte im Gespräch mit Illner für eine kleine Überraschung. Er erklärte ein erstes Treffen am Donnerstag zwischen Angela Merkel, Donald Trump, Rex Tillerson und Gabriel selbst zu einem Erfolg. „Es war eine echte Diskussion. Es wurden nicht nur Statements ausgetauscht, sondern wir haben über Syrien und Nordkorea gesprochen“, sagte Gabriel, und er schien dabei selbst etwas erstaunt zu sein. „Es war eine Debatte.“

Das ist insofern überraschend und bemerkenswert, als dass die Beziehung zwischen den USA und Deutschland merklich abgekühlt ist. Gabriel betonte, dass sich dies nicht ändern werde, solange die USA die Welt weiter als „Arena“ verstehen würde, in der das Recht des Stärkeren und nicht die Stärke des Rechts gelte. Doch zumindest wird wieder miteinander geredet.

Moderatoren-Moment

Geredet wurde anschließend vor allem über ein Land: Nordkorea. Illner ließ ihren Gästen die Zeit herauszuarbeiten, warum inzwischen Kim Jong-un mehr ist als nur ein irrer Diktator. Ischinger und Feldenkirchen erklärten, welche Auswirkungen ein militärischer Schlag der USA gegen Nordkorea hätte.

Dass Kim über ein genügend großes Waffenarsenal verfüge, um inzwischen nicht nur Trump-Land mit einer Langstreckenrakete zu erreichen, sondern vor allem, um Südkorea und Japan anzugreifen. Dies wiederum würde China und Russland in den Konflikt verwickeln. So könnte sich an Nordkorea ein Feuerball entzünden, der mehrere Teilnehmer des G20-Treffens hineinziehen könnte.

Diese Bedrohungslage sowie die Unberechenbarkeit der USA haben bereits zu „verblüffenden Koalitionen“ geführt, befand nicht nur Trittin. Plötzlich müssen sich alle großen Nationen neu überlegen, welche strategischen Partnerschaften Sinn machen könnten. Deutschland will sich China öffnen und weiß, dass ohne Russland in Syrien keine Besserung erreicht werden kann. Gleichzeitig belastet die Situation in der Ukraine weiterhin das Verhältnis zu Putin.

Die USA stehen derweil dank des ungeklärten Verhältnisses zwischen Trump und Putin in einer sonderbaren Beziehung zu Russland, in der laut Feldenkirchen die Frage offen ist, ob der eine Präsident dem anderen etwas schuldig ist und welche Abhängigkeiten sich dahinter verbergen. Trump und Putin seien "das Sinnbild für die Verrücktheit der Weltpolitik dieser Tage“.

Randfigur des Abends

Eigentlich hatte das Thema des Abends heißen sollen: "Trump, Putin, Erdogan – machen sie die Welt kaputt?“ Erstaunlicherweise blieben Trump und Putin so lange im Mittelpunkt der Diskussion, dass für Recep Erdogan kein Platz mehr in der Diskussion war. Dem türkischen Despoten widmete die Runde lediglich die letzten fünf Minuten der Sendung, er blieb eine Randerscheinung in der Diskussion über die Mächtigsten der Welt.

Was offen bleibt

Wolfgang Ischinger fasste den Abend gegen Ende hin treffend zusammen. Nicht nur, dass sich die Erwartungshaltung an den G20-Gipfel inzwischen gen null tendiere. Auch die Diskussion selbst hatte „viele heiße moralische Luft ausgestoßen“. So blieben am ehesten die Worte Gabriels im Gedächtnis. Was hatte der Außenminister doch gleich über die Notwendigkeit von Gesprächen gesagt – und was in Hamburg zu erwarten sei? „Wir reden nur noch über Aufrüstung. Wir müssen über Abrüstung zu sprechen. Leider ist das nicht Thema in der G20.“

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