06.12.2010, 15:11 Uhr
Stil-Ikonen der 80er: Philip Michael Thomas (li.) als "Rico" Tubbs und Don Johnson als "Sonny Crocket (Foto: Cinetext)
Auf die Frage, welche Serien stilbildend für Fernsehen, Mode und Lebensgefühl der 80er-Jahre waren, kommt man bei der Antwort nicht um "Miami Vice" herum. Die zwischen 1984 und 1989 abgedrehten 111 Folgen um eine in der Florida-Metropole gegen das organisierte Verbrechen ermittelnde Polizeieinheit bedeuteten für die Ästhetik von Fernsehserien einen Quantensprung. "Miami Vice" kombinierte klassische Krimi-Elemente mit dem visuellen Stil der durch den damals noch jungen Musiksender MTV bekannt gewordenen Videoclips. Schnelle Schnitte, ungewöhnliche Kameraeinstellungen, die Untermalung mit Musik angesagter Pop-Acts, die Stilisierung Miamis als von Neonlicht durchflutete Glitzerwelt und nicht zuletzt das von noblen Sportwagen, Maßanzügen und teuren Uhren geprägte Luxusambiente lieferten die schillernde Oberfläche, unter der sich ein finsterer Sumpf aus Drogenhandel, Waffenschieberei und Korruption verbarg.
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Genre | Krimi, Actionserie | ||
Erstausstrahlung | USA 1984, Deutschland 1986 | ||
Episoden / Staffeln | 111 Episoden in fünf Staffeln | ||
Länge pro Folge | USA 48 Min, Deutschland ca. 42 Min. | ||
Sender | ARD, später RTL, RTL II und Kabel 1 |
Den New Yorker Polizisten Ricardo Tubbs (Philip Michael Thomas) verschlägt es auf der Suche nach dem Mörder seines Bruders und Partners nach Miami. Dort trifft er auf Detective "Sonny" Crocket (Don Johnson), der gegen den gleichen Mann ermittelt. Nach anfänglichen Problemen tun sich die beiden zusammen und erweisen sich als hervorragendes Team. Da Crocket ebenfalls kürzlich seinen Partner bei einer Schießerei verloren hat, heuert Tubbs kurzerhand bei Miami Vice an. Unter der strengen Führung von Lieutenant Martin Castillo (Edward James Olmos) sind Crocket und Tubbs fortan undercover unterwegs, um sich in ihren sauber ausgearbeiteten Tarnexistenzen als Sonny Burnett und Rico Cooper in die oberen Etagen der Unterwelt zu begeben. Damit sie zwischen den mit Dollars um sich werfenden Drogenbaronen und Waffenschiebern nicht auffallen, stehen Crocket und Tubbs ein Extrabudget und von Gangstern konfiszierte Luxusartikel zur Verfügung, die ein stilechtes Auftreten mit Ferrari, Rolex und Armani ermöglichen. Häufig ist ihre Arbeit erfolgreich, aber noch häufiger müssen sie feststellen, dass die Verflechtungen zwischen Verbrechen, Hochfinanz und Politik so eng sind, dass das Gesetz dagegen keine Chance hat.
Darsteller | Rollenname | |||
Don Johnson | Detective James "Sonny" Crocket | |||
Philip Michael Thomas | Detective Ricardo Tubbs | |||
Edward James Olmos | Lieutenant Martin Castillo | |||
Saundra Santiago | Detective Gina Navarro Calabrese | |||
Olivia Brown | Detective Trudy Joplin | |||
Michael Talbott | Detective Stan Switek | |||
John Diehl | Detective Larry Zito |
Bereits für die erste Staffel erhielt "Miami Vice" 15 Emmy-Nominierungen und konnte in vier Kategorien diesen wichtigsten Fernsehpreis der USA gewinnen. Hinzu kamen neben zahlreichen Nominierungen zwei Grammys (Musikpreis) für Jan Hammer, zwei People's Choice Awards (Zuschauerpreis) sowie jeweils ein Golden Globe für Edward James Olmos und Don Johnson als bester Neben- bzw. Hauptdarsteller in einer TV-Serie.
Weil Miami ganz im Stil der Serie möglichst glamourös aussehen sollte, konzentrierten sich die Macher bei der Auswahl der Schauplätze auf mondäne Orte wie den Ocean Drive und das Art-déco-Viertel in Miami Beach. Im Verlauf der Dreharbeiten zur Serie wurden hier sogar heruntergekommene Straßenzüge saniert, um als Kulisse zu dienen.
Die luxuriöse Ausstattung ließ man sich einiges kosten. Bis zu 1,5 Millionen Dollar verschlang eine "Miami Vice"-Epsiode, was die Serie zu einer der teuersten der 80er-Jahre machte.
Weil der für den Look von "Miami Vice" verantwortliche Michael Mann in der dritten Staffel der Serie einen nüchterneren, düsteren Stil verpasste, waren viele Fans enttäuscht und die Einschaltquote sank. In der folgenden Staffel kehrte man deshalb zu den bekannten Pastelltönen zurück.
Viele große Hollywood-Darsteller der Gegenwart sind in "Miami Vice" zu Beginn ihrer Karriere in Gastrollen zu sehen, darunter Bruce Willis, Liam Neeson, Wesley Snipes und Julia Roberts.
Das deutsche Publikum kam und kommt leider nur in den Genuss einer verstümmelten Version der einzelnen "Miami Vice"-Folgen. Bereits die ARD kürzte die knapp 50-minütigen Episoden, um sie dem zugewiesenen Sendeplatz zwischen 21.45 und 22.30 Uhr anzupassen. RTL, das die Ausstrahlung 1993 übernahm, ging eine weiteres Mal mit der Schere zu Werke, um die teilweise harten Action-Sequenzen der Serie für das Nachmittagsprogramm zu entschärfen.
2006 inszenierte Michael Mann einen "Miami Vice"-Spielfilm fürs Kino, bei dem Jamie Foxx und Colin Farrell die Hauptrollen übernahmen. Der Adaption war allerdings nur ein mäßiger Erfolg beschieden.
06.12.2010, 15:11 Uhr
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