Sie sind hier: Südafrika > Nachspielzeit >

Urlaub in Südafrika: Büffel - der schwarze Tod

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Büffel - der schwarze Tod

22.07.2010, 17:09 Uhr | Claudia Ottilie, t-online.de

Urlaub in Südafrika: Büffel - der schwarze Tod. Büffel (Foto: South African Tourism)

Büffel (Foto: South African Tourism)

Ranger Michael geht regelmäßig mit Touristen auf Bushwalk. Mit klopfendem Herzen nähert sich wieder eine Gruppe der Wiese, auf der eine Büffelherde den Vormittag dösend und grasend verbringt. Zehn Meter Luftlinie und ein lediglich zwei Meter hoher Wassergraben trennt Mensch von Tier. Michael flüstert leise „Ruhig verhalten!“ Wie angewurzelt bleibt die Gruppe stehen, während sich die ersten Bullen bereits demonstrativ erheben. „Die Bullen sitzen meist an den äußeren Flanken, um die Herde zu überblicken. Die Kälber sitzen in der Mitte“, beschreibt Michael das Sozialgefüge der gefährlichen Tiere.

1. Der schwarze Tod

Michael trägt eine Kalaschnikow für den Fall der Fälle. Ein Warnschuss in die Luft könne einen angreifenden Büffel zurücktreiben, erklärt er und berichtet sogleich von einer ungelehrigen Touristin, die sich aus Angst an ihn klammerte und das Gewehr versperrte. „Ich musste mich erst einmal aus der Umklammerung befreien. Das dauerte so lange, dass ich den angreifenden Bullen in letzter Sekunde erschießen musste und nicht mehr verjagen konnte.“ Eine dramatische Geschichte, die davor warnt, weder den Büffel noch den Ranger zu unterschätzen. Heute geschieht nichts, die Tiere widmen sich lediglich ihrem Mittagsschlaf. Zurück bleibt ein respekterfülltes Herzklopfen. Als „Schwarzer Tod“ bezeichnet man die Tiere in Afrika. Bis zu 200 Menschen werden jährlich von Büffeln getötet, ähnliche Zahlen werden nur noch Nilpferden zugeschrieben.

2. Den Spieß umdrehen

„Selbst ein verletzter Büffel kann den Spieß noch umdrehen und seinen Jäger angreifen“, weiß Ranger Michael. In ausführlichen Jagdanleitungen und Internetseiten weisen Weidmänner ihre Kollegen eindringlich darauf hin, bei der Büffeljagd niemals das angeschossene Tier aus dem Auge zu lassen. Wenn eins der tonnenschweren Tiere den Kampf gegen Mensch oder Löwenrudel aufnimmt, schließt sich nicht selten ein Teil der Herde an. Verletzungen und Verluste auf beiden Seiten sind vorprogrammiert. Auch bei  Safaris sollte man darauf  achten, Herden oder Einzeltiere mit Fahrzeugen nicht einzuengen.

3. Rasende Staubwolke

Hendrik Fehsenfeld, der ebenfalls als Ranger arbeitet, möchte solche Adrenalingeschichten gar nicht hören oder erzählen. Angriffe aus reiner Lust seien äußerst selten und oft übertrieben erzählt. Ihm imponiert viel mehr die Stärke der Herden, die in eine Staubwolke gehüllt wie ein Erdbeben in den Trockenmonaten auf die Wasserlöcher zusteuert. „Es ist ein Spektakel“, schwärmt der Ranger. „Als erstes kommen die Rotschnabel-Madenhacker ans Wasserloch. Dann ist eine leichte Staubwolke in der Entfernung auszumachen. Dann grollt ein ‚Muuh‘ durch die Luft. Und kurz darauf kommt die Herde an und die Erde bebt. Herden mit bis zu 600 Tieren sind in der Krüger Park-Gegend keine Seltenheit.“ Unvergesslich sei dieses Schauspiel „und in 30 Minuten ist alles vorbei, als wären sie nie da gewesen.“ Tatsächlich waren die Büffel in Südafrika bereits ausgestorben, bis man sie in Nationalparks wieder ansiedelte. Mit einem Bestand von einer Million Tieren gelten sie dennoch weiterhin als bedrohte Spezies.

4. Erzfeinde und Busenfreunde

Nur wenige andere Lebewesen werden den Gefährlichsten gefährlich. Neben dem Menschen, der ihn wegen seiner weit ausladenden Hörnerkrone und der reichlichen Fleischportion jagte, reißen hin und wieder Löwen und Krokodile einen kranken Büffel oder ein von der Herde abgekommenes Kalb. Löwenrudel sind oft in der Nähe von Büffelherden zu sehen. Geduldig warten sie stundenlang auf eine Gelegenheit, die sie selbst das Leben kosten kann. Doch auch der wehrhafteste Koloss kann zu Fall gebracht werden. Zecken beißen sich bevorzugt in der Haut der Rinder fest und verbreiten so Seuchen, die ganze Herden dahinraffen können. Büffel leben daher in Symbiose mit Madenhackern, die die Parasiten aus der Büffelhaut picken. In akrobatischer Höchstleistung klettern die Vögel dabei selbst in Nasenlöcher und Ohren, stoisch geduldet seitens der Büffel. Wenn die Herden reisen, fliegen die Madenhacker ihnen bereits voraus.

5. Büffel mit Schimpfnamen

Was manchmal in einem Namen steckt! Der wissenschaftliche Name der afrikanischen Büffel lautet Syncerus caffer. „Kaffernbüffel“ war und ist einer seiner offiziellen Namen. Als Anders Sparrman 1779 den wissenschaftlichen Namen „caffer“ vergab, galt die Bezeichnung als Schimpfwort der weißen Einwanderer für die afrikanischen Bantuvölker in Südafrika. In zoologischen Abhandlungen über den Büffel lässt sich das Schimpfwort nicht mehr tilgen.

Liebe Leserinnen und Leser, leider können wir bei bestimmten Themen und bei erhöhtem Aufkommen die Kommentarfunktion nicht zur Verfügung stellen. Warum das so ist, erfahren Sie in einer Stellungnahme der Chefredaktion.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Mehr zum Thema
Sie sind hier: Nachspielzeit

    shopping-portal
    Das Unternehmen
    • Ströer Digital Publishing GmbH
    • Unternehmen
    • Jobs & Karriere
    • Presse
    Weiteres
    Netzwerk & Partner
    • Stayfriends
    • Erotik
    • Routenplaner
    • Horoskope
    • billiger.de
    • t-online.de Browser
    • Das Örtliche
    • DasTelefonbuch
    • Erotic Lounge
    Telekom Tarife
    • DSL
    • Telefonieren
    • Entertain
    • Mobilfunk-Tarife
    • Datentarife
    • Prepaid-Tarife
    • Magenta EINS
    Telekom Produkte
    • Kundencenter
    • Magenta SmartHome
    • Telekom Sport
    • Freemail
    • Telekom Mail
    • Sicherheitspaket
    • Vertragsverlängerung Festnetz
    • Vertragsverlängerung Mobilfunk
    • Hilfe
    © Ströer Digital Publishing GmbH 2017