22.11.2012, 11:44 Uhr | tbo, wetter.info
Zurzeit erleben wir einen viel zu milden Herbst. Das könnte sich nächste Woche ändern. Sicher ist, dass sich die Großwetterlage umstellt: "Die Karten werden neu gemischt", sagte Andreas Wagner von der Meteomedia Unwetterzentrale im Gespräch mit wetter.info. Von einem definitiven Wintereinbruch will der Meteorologe aber noch nicht sprechen.
Momentan bestimmt noch immer ein Hoch über Russland das Wetter in Deutschland. Es blockt die Tiefdruckgebiete aus dem Westen weitgehend ab, so dass Ausläufer uns nur abgeschwächt im Nordwesten und Westen streifen. "Nächste Woche kapituliert das Hoch aber", kündigte Wagner an. Dann haben die Tiefs freie Bahn nach Europa.
Am Freitag hält das Hoch aber noch gut dagegen. Es bremst einen stürmischen Tiefausläufer über England aus. Immerhin verursacht dieser aber ein Regengebiet im Westen Deutschlands, von der Eifel über das westliche Nordrhein-Westfalen bis hinauf nach Sylt. Auch der Wind nimmt deswegen zu, so der Meteorologe. Zu spüren ist das in der Eifel, im Sauerland und an der Nordsee. Hier sind sogar Sturmböen möglich.
Im Osten und Süden des Landes merkt man nichts von dem Tiefausläufer. Dort gibt es eine Mischung aus Sonne und Hochnebelfeldern. Der meiste Nebel ist in Niederbayern an der Donau zu erwarten, sagte Wagner. Ansonsten scheint von Brandenburg über Sachsen bis Baden-Württemberg zeitweise die Sonne.
Die Temperaturen liegen bei sieben Grad im Norden, zehn Grad in der breiten Mitte. Am wärmsten wird es am Oberrhein, zwischen Karlsruhe und Basel sind milde zwölf Grad drin.
Am Samstag löst sich der englische Tiefausläufer auf und hinterlässt einen stark bewölkten Himmel. Leichten Regen erwartet Wagner von Nordrhein-Westfalen bis Berlin und Brandenburg. Am sonnigsten ist es wieder in der Südosthälfte. Die Temperaturen steigen noch etwas, weil ein neues Tief mit einer Warmfront anrückt und für Wolken im Norden sowie Sonne im Süden sorgt. Am Oberrhein steigt das Quecksilber auf 14 bis 15 Grad, entlang des übrigen Rheins auf zehn bis 13 Grad und im Norden auf sieben bis neun Grad.
Sicher ist für Sonntag bislang, dass es zeitweise regnet und windiger wird. Zwei Szenarien sind möglich, erklärt Meteorologe Wagner. Das europäische Vorhersagemodell stuft ein neues Tief etwas kräftiger ein. Das würde stürmisches Wetter an der Nordseeküste und Sturmböen in den Mittelgebirgen bedeuten, dazu Regen in der Nordwesthälfte. Das amerikanische Modell geht von einem schwächeren Tief aus und sieht lediglich stürmische Böen im Bergland in der Mitte Deutschlands.
Trocken bleibt es im Südosten Deutschlands, also im Südosten Bayerns, am Bodensee und in Sachsen - zumindest bis zum Mittag. Es ist deutlich milder bei sieben bis zehn Grad im Norden, zwölf bis 15 Grad in der Mitte und im Südwesten und am Oberrhein können sogar 16 Grad erreicht werden. "Es ist viel zu mild", sagte Wagner. Rekordverdächtig ist die Wärme aber nicht. Da müsste schon eine Zwei vorne stehen.
In der neuen Woche weicht das Hoch über Russland. "Die Tiefdruckgebiete haben freien Lauf in Richtung Europa", erklärte Wagner. Das Problem: Es ist noch nicht sicher, wie die Tiefs sich verteilen. "Auf jeden Fall wird es abwechslungsreich", versprach der Wetterexperte. Der Nebel gehört der Vergangenheit an, aber dafür gibt es Wolken. Zunächst liegt Deutschland auf der warmen Seite der Tiefs in milder südlicher Strömung. Am Montag und Dienstag bedeutet das acht bis zehn Grad im Norden, in der Mitte und im Westen zehn bis 14 Grad.
Aber dann geht's los: Ein neues großes Hochdruckgebiet erstreckt sich vom Atlantik nach Island und Grönland. Damit ist die Westwindzirkulation abgeschnitten, die Tiefs legen sich über Mitteleuropa ab. Je nachdem, wo sie sich einnisten, liegen wir in der kalten oder in der milden Strömung.
In der zweiten Wochenhälfte dürften wir uns auf der kalten Seite befinden - "dann ist der Weg frei für winterlich kalte Luftmassen aus Skandinavien", sagte Wagner. "Der milde Herbst und der Winterhauch streiten sich über die Vormachtstellung in Deutschland." Von Schnee im Flachland geht der Meteorologe erst einmal nicht aus. Wenn, dann wird es oberhalb von 800 Metern weiß.
Quelle: tbo, wetter.info
zur HomepageSuchen Sie nach Stadt, Postleitzahl oder Land
Wetter DänemarkWetter FrankreichWetter GriechenlandWetter HollandWetter KroatienWetter ÖsterreichWetter SchweizWetter NorwegenWetter SpanienWetter TürkeiWetter ItalienWetter PortugalWetter GroßbritannienWetter AustralienWetter USAWetter BerlinWetter DresdenWetter DüsseldorfWetter HamburgWetter KölnWetter LeipzigWetter MünchenWetter NürnbergWetter StuttgartWetter DortmundWetter BremenWetter DarmstadtWetter Frankfurt (Main)Wetter HannoverWetter Karlsruhe