31.01.2013, 10:11 Uhr | dapd
Einfach in die Luft gerissen und aufs Dache geworfen: ein Auto in Adairsville, Georgia (Quelle: dapd)
Aufs Dach gekippte Autos, verwüstete Häuser und mindestens zwei Tote: Heftige Stürme sind über den Südosten der USA hinweggezogen und haben eine Schneise der Zerstörung hinterlassen.
In der Ortschaft Adairsville im Bundesstaat Georgia schleuderte ein Tornado etliche Fahrzeuge in die Luft, riss einer Bank das Dach ab und machte ganze Wohnhäuser dem Erdboden gleich. Rettungskräften zufolge kam eine Person ums Leben, mindestens neun weitere Menschen wurden verletzt. In Tennessee wurde ein Mann von einem entwurzelten Baum erschlagen.
Eine Schnellstraße wurde geschlossen, nachdem mehrere Autos durch heftige Sturmböen aufs Dach gekippt worden waren. In Tennessee orteten die Behörden mindestens ein halbes Dutzend Wirbelstürme mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 185 Stundenkilometern.
Heftige Unwetter ziehen über mehrere Bundestaaten hinweg und richten zum Teil schwere Schäden an. zum Video
Vor allem in der Region rund um Adairsville, das knapp 100 Kilometer nordwestlich von Atlanta liegt, entwickelte das schwere Unwetter derart massive Kräfte, dass vielerorts ganze Sattelschlepper wie Spielzeuge umstürzten. "Ich halte hier seit 40 Jahren an", sagte der Trucker Danny Odum. "Und dann passiert so etwas." Während des Frühstücks konnte er zusehen, wie der Wind seinen tonnenschweren Lkw einfach umkippte.
Fernsehbilder des Senders WBS-TV zeigten einen riesigen Wolkentrichter über dem Stadtzentrum von Adairsville und Trümmerfetzen in Baumwipfeln. Gemüsestände am Straßenrand wurden Augenzeugen zufolge regelrecht ausradiert.
"Der ganze Himmel wirbelte", erzählte eine Anwohnerin. "Wir hörten einen Lärm wie von einem vorbeirauschenden Zug", berichtete eine andere, die sich mit Kolleginnen im Bad eines Lokals verschanzte, bis der Spuk nach 20 Sekunden vorbei war. "Es war furchterregend."
Seit Dienstag hat die Unwetterfront eine Schneise der Verwüstung von Missouri bis nach Georgia gezogen. Ausgelöst wurden die Stürme durch ungewöhnlich milde Wintertemperaturen im Süden und Mittleren Westen der USA. Vom Golf von Mexiko herüberziehende warme Luft kollidierte mit einer aus dem Westen nahenden Kältefront.
Die Todesfälle markierten das Ende einer langen Ruhephase: Seit Juni vergangenen Jahres waren in den Vereinigten Staaten keine Menschen mehr durch Tornados ums Leben gekommen. Nach Angaben des Nationalen Klimazentrums waren die danach folgenden sieben Monate die längste Periode ohne Todesopfer seit Beginn der Wirbelsturm-Messungen im Jahr 1950.
Quelle: dapd
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