01.08.2013, 14:35 Uhr | dpa
Wegen einer Hitzewelle mit Höchsttemperaturen von über 40 Grad sind in China bereits 24 Menschen durch Hitzschlag ums Leben gekommen, zehn starben allein in der Metropole Shanghai.
Nach Angaben der Staatsmedien verhängte Chinas Wetteramt (CMA) zum ersten Mal seit Einführung des Warnsystems 2009 die höchste Warnstufe über sieben Provinzen. Den Einwohnern wurde angeraten, sich in kühlen Innenräumen aufzuhalten und so selten wie möglich vor die Tür zu gehen.
Ärzte wiesen ältere Menschen an, Klimageräte anzustellen. Viele alte Chinesen lehnen solche Kühlung ab, weil sie es für ungesund halten oder Strom sparen wollen. Um genügend Energie zu haben, wurden in Zhejiang stromfressende Fabriken angewiesen, mindestens drei Tage die Woche die Produktion zu stoppen, wie der Stromversorger mitteilte. Einkaufszentren, Restaurants, Schulen und Behördengebäude dürfen die Temperaturen nicht niedriger als auf 26 Grad abkühlen.
Ein Drittel des Landes ist von der Hitzewelle betroffen, weite Teile leiden unter einer schweren Dürre. Abkühlung ist vorerst nicht in Sicht.
Shanghai im Osten des Landes erlebte den heißesten Juli seit Beginn der Aufzeichnungen vor 140 Jahren. Mit 24 Tagen lagen die Temperaturen so lange wie nie zuvor über 35 Grad. Auch wurde mit 40,6 Grad der bislang höchste Wert in der Metropole gemessen. In fernsehwirksamen Demonstrationen brieten TV-Reporter Speckstreifen, Rindfleisch, Eier und Krabben auf heißem Marmor, Metallgeländern oder mit Alufolie auf dem Boden.
Zwei Millionen Menschen in der Südprovinz Guizhou leiden unter Trinkwassermangel, wie Staatsmedien am Mittwoch berichteten. Die Ernte ist schwer geschädigt. Millionen von Bauern sind betroffen. Die Schäden wurden Medienberichten zufolge auf 5 Milliarden Yuan (613 Millionen Euro) beziffert. Auch weite Teile der Provinzen Hubei, Hunan und Zhejiang leiden unter Trockenheit. In Zhejiang fiel im Juli 74 Prozent weniger Regen als sonst.
Mit 42,7 Grad war die Stadt Fenghua in der östlichen Provinz Zhejiang die heißeste Stadt in China. Auch die Provinzhauptstadt Hangzhou stellte mit Temperaturen von mehr als 40 Grad über eine Woche einen landesweiten Rekord auf. So heiß war es in Hangzhou seit Beginn der Messungen vor sechs Jahrzehnten nicht. Auf der Suche nach Kühlung strömten die Menschen in die klimatisierte Bibliothek der Stadt. Die Besucherzahl verdreifachte sich am Sonntag auf 20.000.
"Klimawandel und menschliche Aktivitäten tragen gemeinsam zu der Hitzewelle bei», sagte Forscher Zheng Yan vom Institut für Stadt- und Umweltstudien der Akademie der Sozialwissenschaften. Nicht alles sei durch die Erderwärmung zu erklären, aber die Hitze verstärke sich durch Verkehr, Betonbauten, Abwärme von Klimageräten und Industriebetriebe in den Städten. "Es sind regionale Auswirkungen menschlichen Handelns", so der Forscher. "Sie akkumulieren sich mit der Erderwärmung und führen zu der Hitze, die wir jetzt erleben."
Quelle: dpa
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