18.04.2012, 13:23 Uhr | AFP, dpa-AFX, t-online.de
Die 20 Millionen Rentner in Deutschland können sich ab Juli auf eine deutliche Erhöhung ihrer Rente freuen. Das Bundeskabinett billigte eine entsprechende Verordnung von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU). Pro 1000 Euro Rente gibt's künftig monatlich rund 22 Euro mehr. Lesen Sie, wie sich die Erhöhung bei Ihnen auswirkt.
Erstmals nach drei Jahren steigen die Renten wieder deutlich. Allerdings in Ost und West unterschiedlich stark: Im Osten um 2,26 Prozent, im Westen um 2,18 Prozent. Das Plus ist mehr als doppelt so hoch wie im vergangenen Jahr. Damals hatte es für die gut 20 Millionen Rentner in Deutschland einheitlich 0,99 Prozent mehr gegeben, 2010 eine Nullrunde. Der Rentenerhöhung zum 1. Juli muss noch der Bundesrat zustimmen.
Das Bundesarbeitsministerium erklärt das höhere Plus im Osten damit, dass der Westen 2010 stärker von der Schutzklausel gegen Rentenkürzungen (Rentengarantie) profitierte als der Osten. Die damals trotz gesunkener Reallöhne unterlassenen Rentenkürzungen werden jetzt mit den Erhöhungen teilweise verrechnet. Im Osten ist dieser "Überhang" nunmehr abgebaut, im Westen wird er die Rentenerhöhung im kommenden Jahr nochmals beschneiden.
Was es beim Beantragen der Rente alles zu beachten gilt. zum Video
In Ostdeutschland ist es der höchste Anstieg seit 1997, damals lag die Erhöhung bei 5,5 Prozent (siehe Tabelle). Allerdings fällt der Aufschlag vor allem im Osten deutlich geringer aus, als zuvor erwartet worden war. Im vergangenen Herbst hatte die Rentenversicherung 3,2 Prozent für Ostdeutschland und 2,3 Prozent für die Westrentner prognostiziert.
Aus Sicht des Bundesarbeitsministeriums nehmen die Ruheständler mit der bevorstehenden Rentenerhöhung "Anteil am fortgesetzten wirtschaftlichen Aufschwung 2011, der mit Lohnsteigerungen und einem deutlichen Beschäftigungszuwachs verbunden war".

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Grundsätzlich sieht das Arbeitsministerium das Rentensystem in gutem Zustand: "Die kräftige Rentensteigerung, die gut gefüllte Nachhaltigkeitsrücklage und die Beitragssatzsenkung zu Beginn des Jahres, die Beschäftigte und Arbeitgeber allein 2012 um 2,6 Milliarden Euro entlastet, sind zusammen Ausweis des stabilen, Demografie-festen gesetzlichen Rentensystems in Deutschland."
Die Rentenentwicklung seit 2000 (Quelle: dpa)Dabei sprechen die Zahlen für sich: So fuhr die Rentenversicherung 2011 eine Gewinn von 4,4 Milliarden Ein. Insgesamt nahm der Sozialträger 254 Milliarden Euro ein.
Rentenerhöhungen werden anhand der gesetzlichen Rentenanpassungsformel errechnet. Wichtigstes Element dabei ist die Bruttolohnentwicklung der Vorjahre. Diese wird aber nicht eins zu eins an die Rentner weitergegeben, sondern durch mehrere Faktoren in der Berechnungsformel positiv oder negativ beeinflusst.
Bei der zurückliegenden Lohnentwicklung werden letztlich nur die Löhne berücksichtigt, für die auch Rentenversicherungsbeiträge entrichtet werden. Beamtengehälter und beitragsfreie Löhne oder Lohnbestandteile - wie Entgeltumwandlung oder Gehälter über der Beitragsbemessungsgrenze - bleiben damit außen vor.
Quelle: AFP, dpa-AFX, t-online.de
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