27.09.2012, 07:49 Uhr | dapd, t-online.de
Riester-, Rürup- und Betriebsrente haben ausgedient. Das zumindest ist die Ansicht von Verbraucherschützer Niels Nauhauser. Der Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hat im Zuge der aktuellen Rentendebatte jetzt eine neue Lösung vorgeschlagen. Die soll dafür sorgen, dass die Deutschen ausreichend für den Ruhestand vorsorgen können, ist aber nicht ganz ohne Risiko.
Nauhauser hält die heutige Form der privaten Altersvorsorge für nicht reformierbar. Ein staatlicher Vorsorgefonds solle die bisherigen Modelle wie Riester-, Rürup- und Betriebsrente ersetzen, sagte der Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. "Die Probleme am Markt sind offenkundig und inzwischen auch sehr gut belegt." Die privaten Anbieter hätten mit intransparenten Produkten und schlechter Beratung das Vertrauen verspielt.
Die Bürger sollten ihr Geld dem Experten zufolge in einen Fonds einzahlen, der nach wissenschaftlichen Kriterien und zu niedrigen Kosten ihr Geld verwaltet. Dabei komme auch ein relativ hoher Aktienanteil in Betracht. "Kapitalanlage heißt immer, Risiken einzugehen", sagte Nauhauser.
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Vorbilder für den Vorsorgefonds gebe es in Schweden und Norwegen. "Das Vertrauen in die kapitalgedeckte Altersvorsorge ist mindestens angekratzt", sagte der Verbraucherschützer. "Dafür tragen die Anbieter mit schlechten Produkten und miserabler Beratung die Verantwortung."
"Wir befinden uns in einer Rentenkrise", erklärte Nauhauser. "Es geht nicht nur um die Menschen mit niedrigem Einkommen und unterbrochener Erwerbsbiografie, denen Altersarmut droht." Niedrige Zinsen, intransparente Anlageprodukte und hohe Kosten verhinderten, dass die Verbraucher angemessen für das Alter vorsorgen könnten.

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"Aus individueller Perspektive gibt es viele Verbraucher, für die eine Riester-Rente lohnen kann", räumte der Finanzprofi ein. Doch trotz der staatlichen Förderung in Form von Zulagen und Steuervorteilen hätten Riester-Verträge für manche Bürger keinen Nutzen oder im Vergleich mit anderen Möglichkeiten sogar Nachteile.
Die jetzt von der Bundesregierung erwünschten Beipackzettel für Riester-Produkte seien zwar ein Schritt hin zu mehr Transparenz. Er glaube aber nicht daran, dass sich die Probleme damit lösen ließen, sagte Nauhauser.
Quelle: dapd, t-online.de
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