DAX-Ausblick
Die Börsianer warten auf die Federal Reserve14.09.2013, 12:50 Uhr | dpa-AFX, dpa, t-online.de
Für Spannung ist gesorgt: Bundestagswahl, Fed-Sitzung und Hexensabbat werden in der neuen Woche die Anleger am deutschen Aktienmarkt in Atem halten. Daher rechnen Börsianer mit verstärkter Unsicherheit und damit auch kräftigeren Schwankungen. Alles in allem aber sollte die Tendenz an den Börsen weiter nach oben weisen und könnte dem deutschen Leitindex DAX ein neues Rekordhoch bescheren.
Der deutsche Leitindex hatte die Börsenwoche mit plus 0,2 Prozent bei 8509 Punkten abgeschlossen, er liegt nun nur noch einen Hauch unter dem Rekordhoch von 8557 Zählern. "Ein intaktes Grundvertrauen bei verhaltenen Investitionsquoten" prägt laut Investmentanalyst Berndt Fernow von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) die aktuelle Stimmung an den Börsen.
Und auch die Experten der Landesbank Berlin (LBB) sehen optimistisch auf die Marktlage, zumal DAX und EuroStoxx 50 ihrer Einschätzung nach immer noch moderat bewertet sind.
Vorsicht gelte dabei nach wie vor wegen des weiterhin nicht gelösten Syrien-Konflikts, denn noch sind den Worten von Präsident Baschar al-Assad, die Chemiewaffen Syriens vernichten zu lassen, keine Taten gefolgt. Doch darauf pochen die Amerikaner nach ihrer Einigung mit den Russen.
Die USA und Russland haben sich auf die Vernichtung der syrischen Chemiewaffen geeinigt. Syrien muss demnach seine Arsenale innerhalb einer Woche offenlegen. Es muss zudem internationalen Inspekteuren umgehend Zutritt zu allen Arsenalen gewähren. Das teilte US-Außenminister John Kerry bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow in Genf mit.
Erhebliches Potenzial für größere Schwankungen sehen die Analysten der LBB zudem auch in dem sich abzeichnenden Kopf-an-Kopf-Rennen bei der am Sonntag (22. September) anstehenden Bundestagswahl. LBBW-Experte Fernow hält eine Große Koalition von CDU und SPD für am wahrscheinlichsten und billigt dieser "durchaus positives Überraschungspotenzial" für den Aktienmarkt zu.
Zunächst aber wird sich das Augenmerk auf die erste Sitzung der US-Notenbank nach der Sommerpause richten. Am Mittwoch wird in Washington wieder über die künftige Geldpolitik entschieden und damit über das milliardenschwere Kaufprogramm von US-Staatsanleihen.
"Wir rechnen genau wie der Konsens der Volkswirte mit einem Einstieg in den Ausstieg", schreibt Fernow. Seines Erachtens könnte das monatliche Volumen um zehn Milliarden auf dann noch 75 Milliarden US-Dollar zurückgenommen werden, was aber an den Börsen eingepreist sein dürfte.
Am Mittwoch steht in Italien zudem auch noch die Frage an, ob der ehemalige Ministerpräsident Silvio Berlusconi trotz seiner Verurteilung wegen Steuerhinterziehung im Senat bleiben darf. Die Abstimmung darüber könnte sich laut LBB zu einer "veritablen Regierungskrise" auswachsen, denn Berlusconis Parteifreunde haben bereits gedroht, bei Ausschluss die Regierung platzen zu lassen.
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Abgesehen von einigen wichtigen Konjunkturdaten wie dem ZEW-Index zur Wirtschaftsstimmung in Deutschland oder Frühindikatoren aus Philadelphia und New York sowie Daten zur US-Industrie, sollte dann am Freitag der Große Verfall an den weltweiten Terminbörsen für weitere Spannung sorgen.
Zum sogenannten Hexensabbat können Aktienkurse und Indizes ohne wesentliche Unternehmens- oder Konjunkturnachrichten kräftig schwanken. Dann nämlich verfallen sowohl Optionen und Futures auf einzelne Aktien und Indizes. Am Tagesende werden schließlich die von der Deutschen Börse Anfang September beschlossenen Änderungen innerhalb der DAX-Familie (DAX, MDAX, TecDAX und SDAX) umgesetzt.
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14.09.2013, 12:50 Uhr | dpa-AFX, dpa, t-online.de
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