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    Odersun: Weitere Solarfirma schlittert in die Insolvenz

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    Weitere Solarfirma schlittert in die Insolvenz

    30.03.2012, 16:31 Uhr | dpa-AFX

    Odersun: Weitere Solarfirma schlittert in die Insolvenz. Bei Odersun stehen 250 Jobs auf der Kippe (Quelle: dapd)

    Bei Odersun stehen 250 Jobs auf der Kippe (Quelle: dapd)

    Weiterer Krisenfall in der Solarbranche: Die finanziell angeschlagene Solarfirma Odersun AG in Frankfurt (Oder) will sich in eigener Regie sanieren. Das Unternehmen hat einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg gestellt. Das Gericht habe Rüdiger Wienberg als sogenannten vorläufigen Sachwalter eingesetzt, sagte ein Sprecher der Kanzlei HWW Wienberg Wilhelm und bestätigte Medienberichte. Auch die Lage bei dem ums Überleben kämpfenden Solarkonzern Q-Cells aus Bitterfeld-Wolfen wird immer bedrohlicher.

    Millionen-Geldspritze zur Überbrückung

    Odersun hat rund 260 Mitarbeiter und konnte im Januar die Löhne nicht pünktlich zahlen. Die Landesregierung unterstützte die Firma im Februar mit einem Darlehen von drei Millionen Euro. Odersun verhandelt mit einem Investor, wollte aber keine Stellungnahme abgeben und verwies auf die Kanzlei.

    Von dort hieß es, die Geschäftsführung werde im Amt bleiben, der Sachwalter deren Arbeiten begleiten und dabei die Interessen der Gläubiger wahren. "Der Vorstand arbeitet derzeit schon an einem Restrukturierungsplan", teilte die Kanzlei mit.

    Verhandlungen mit Investoren

    Die Verhandlungen mit ausländischen Investoren dauerten an. Laut Wirtschaftsministerium kann Odersun mit dem gewährten Darlehen die Zeit bis zu einer Entscheidung über den Einstieg eines Investors überbrücken. Ein Sprecher sagte, die Beihilfe diene dem Ziel, ein Sanierungskonzept zu erarbeiten.

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    Die Kanzlei teilte mit, es werde sich in den nächsten Wochen zeigen, wie das Unternehmen mit Standorten in Frankfurt (Oder), Fürstenwalde (Oder-Spree) und Berlin saniert werden könne. "Als sicher gilt jedoch, dass es frisches Geld braucht", hieß es. Auch neue Kundenaufträge seien notwendig.

    Spezialist für Dünnschichtmodule

    Im Gegensatz zu herkömmlichen Modulen entwickelt und produziert Odersun nach eigenen Angaben maßgefertigte Dünnschichtmodule für den Einsatz an Gebäuden. Sie würden beispielsweise an der Fassade befestigt oder gar als tragendes Bauteil von Gebäuden verwandt, hatte eine Sprecherin kürzlich erläutert. Dieser Markt unterscheide sich wesentlich von der herkömmlichen Solarbranche.

    Auch die anderen beiden Solarfirmen in der Oderstadt haben Probleme. Bei First Solar wird seit 1. März kurzgearbeitet. Davon sind alle 1200 Arbeitnehmer betroffen, wie das Unternehmen mitteilte. Conergy - die Firma mit Sitz in Hamburg hat eine Produktionsstätte in Frankfurt (Oder) - wies in der am 29. März vorgelegten Bilanz in Hamburg einen Verlust von 162 Millionen Euro aus.

    Streit mit Gläubigern behindert Rettung von Q-Cells

    Auch das Rettungskonzept für Q-Cells mit rund 2200 Beschäftigten droht zu scheitern. Es könne nicht umgesetzt werden, teilte die an der Frankfurter Börse notierte Gesellschaft mit. Grund dafür ist ein Streit des Vorstandes von Q-Cells mit einer Minderheit von Gläubigern, die vor Gericht gezogen sind. Q-Cells hatte im vergangenen Jahr unter dem Strich einen Verlust von 846 Millionen Euro erwirtschaftet. Die Erlöse brachen um ein Viertel auf nur noch gut eine Milliarde Euro ein.

    Die Solarbranche insgesamt war im Jahr 2011 in eine schwere Krise geraten. Die Ursache sind Überkapazitäten und ein daraus resultierender harter Preiskampf. Einige Unternehmen sind schon in die Insolvenz gegangen, darunter das Berliner Unternehmen Solon.

    Q-Cells-Chef Nedim Cen hatte bei der Vorlage der Bilanz für 2011 gesagt, er rechne auch in diesem Jahr mit Verlusten in der Solarindustrie. Diese ist neben Billigkonkurrenz aus Asien mit Kürzungen der staatlichen Förderung in Deutschland konfrontiert.

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