10.04.2012, 16:30 Uhr | dpa-AFX
Ob Adidas dieses Urteil verkraften wird? Wegen der verspäteten Lieferung von Sportuniformen und Turnschuhen an die russische Armee muss der Sportartikel-Hersteller 200.000 Rubel Strafe zahlen, das sind umgerechnet knapp 5200 Euro. Das entschied ein Moskauer Schiedsgericht nach Angaben der Tageszeitung "Iswestija". Derweil will der Konzern in den kommenden Jahren seinen Gewinn kräftig steigern - und dabei setzt Adidas auch auf ein verschlanktes Produktangebot.
Das russische Verteidigungsministerium hatte ursprünglich 115 Millionen Rubel verlangt, also rund drei Millionen Euro. Adidas hatte 2010 eine Ausschreibung über die Lieferung von 100.000 Sportuniformen inklusive Turnschuhen gewonnen. Das Unternehmen aus Herzogenaurach hielt aber nach russischer Darstellung die Liefertermine nicht ein.
Eine Adidas-Sprecherin wollte sich zu der Entscheidung auf Anfrage nicht äußern - auch nicht dazu, ob man das Urteil anerkennen werde.
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Unterdessen will Adidas seine Kollektion um ein Viertel verkleinern, wie eine Adidas-Sprecherin erläuterte. Sie bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Das Unternehmen habe mit 47.000 Stück einfach zu viele Artikel im Sortiment, zitierte das Blatt Adidas-Chef Herbert Hainer.
Zur Effizienzsteigerung soll außerdem ein neues Rabattsystem eingeführt werden. "Von Rabatten sollen künftig vor allem jene Einzelhändler profitieren, die Adidas-Produkte gut durchverkaufen und die Produkte gut präsentieren", erläuterte die Firmenrepräsentantin.
Um nicht mehr alle Produkte vorrätig haben zu müssen, sollen sich Handelskunden außerdem mit manchen Produkten nur noch in einem sogenannten virtuellen Verkaufsraum vertraut machen können. Statt physisch sollen Schuhe und Sportbekleidung den Adidas-Händlern auf einem Bildschirm präsentiert werden.
Alle diese Maßnahmen stehen nach Angaben der Unternehmenssprecherin im Zusammenhang mit dem Ziel des Unternehmens, die Gewinnmarge bis zum Jahr 2015 von jetzt 7,6 Prozent auf elf Prozent zu steigern. Zugleich strebt der fränkische Sportartikelhersteller bis zur Mitte des Jahrzehnts einen Umsatz von 17 Milliarden Euro an. Im Jahr 2011 lag er bei rund 13 Milliarden Euro.
50 Prozent der Zuwächse sollen die Wachstumsmärkte China, Russland und USA beisteuern. Zuwächse erhofft sich das Unternehmen unter anderem bei sportlicher Kleidung für Teenager, Läufer und Basketball-Fans.
Quelle: dpa-AFX
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