
07.05.2012, 10:24 Uhr | Financial Times Deutschland, Financial Times Deutschland
Der Umbau des Filialvertriebs der Deutschen Bank geht voran: Das Institut verknüpft die Hierarchie im Privatkundengeschäft mit den Geschäftsbereichen. Zeitgleich schafft die Bank englische Titel ab.
Die Deutsche Bank startet mit dem Umbau ihres Filialvertriebs eine neue Offensive im Privatkundengeschäft. Nach Informationen der "Financial Times Deutschland" (FTD) gliedert sie die Hierarchiestufen künftig entlang der drei Geschäftsbereiche Massenkunden, Private Banking und Geschäftskunden.
Für die Filialleiter bedeutet das, dass sie nur noch ein Team leiten werden, für die übrigen zwei tragen in Zukunft Regionaldirektoren die Verantwortung. Das "Premium One" getaufte Programm ist bereits in der Vorwoche angelaufen. Ein Konzernsprecher wollte die Informationen nicht kommentieren.
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Mit der Neuorganisation der Filialen wolle die Deutsche Bank den Verkaufsprozess vereinfachen und die Führungskräfte stärker in das operative Geschäft einbinden, sagte eine mit den Vorgängen vertraute Person der "FTD". Sie sollen von Verwaltungs- und Kontrollaufgaben entlastet werden, wieder mehr Kundenkontakt erhalten und so eine stärkere regionale Verantwortung übernehmen. Davon verspricht sich die Bank langfristig eine bessere Wahrnehmung vor Ort und damit Neugeschäft.
Die Neuorganisation bei der Deutschen Bank betrifft rund die Hälfte der bundesweit 750 Filialen. Betroffen sind Standorte in größeren Städten mit mehreren Mitarbeitern. "In kleineren Geschäftsstellen ändert sich wohl nichts", sagte eine mit den Überlegungen vertraute Person der "FTD". Dort biete sich die neue Struktur aufgrund der geringen Mitarbeiterzahl nicht an, außerdem würden die kleineren Filialen schon heute von mobilen Vertriebsteams unterstützt.
Zeitgleich mit dem Vertriebsumbau kehrt die Bank zu deutschen Bezeichnungen zurück. Aus dem IFC-Leiter - das Kürzel steht für Investment- und Finanzcenter - wird der Filialdirektor.
Das Massenkundengeschäft, bisher Retail Banking genannt, heißt künftig Privatkunden, aus Business Banking wird die Einheit Geschäftskunden. Lediglich beim Private Banking, das die Beratung für das mittlere Klientel umfasst, belässt es die Bank bei der alten Bezeichnung.
Der Umbau des Filialvertriebs ist unter den Mitarbeitern umstritten und sorgt für viel Verunsicherung. Mit Blick auf das neue Programm hatte das Kreditinstitut bereits vor einigen Monaten eine Beförderungssperre ausgesprochen. Ein Teil der Stellen musste neu ausgeschrieben werden.
Viele Filialleiter verlieren nun Kompetenzen und büßen an Führungsverantwortung ein. Es gibt jedoch auch einige, die zu Regionaldirektoren aufsteigen.
Quelle: Financial Times Deutschland, Financial Times Deutschland
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