09.05.2012, 17:31 Uhr | t-online.de, dpa-AFX
Der Umbau von Thalia kommt Douglas teuer zu stehen. Zwischen Oktober und März machte das Handelsunternehmen einen Verlust von 63 Millionen Euro. Da die noch kommenden Quartale traditionell kaum einen Beitrag zum Ergebnis leisten, dürfte auch das Gesamtjahr rot sein. Für Aktionäre bedeutet der Verlust eine herbe Enttäuschung. Denn voraussichtlich müssen sie auf eine Dividende verzichten. Die Aktie des Einzelhändlers gab daraufhin nach.
Zu dem Handelskonzern gehören neben der Buchkette Thalia die Douglas-Parfümerien, die Modehäuser AppelrathCüpper und die Süßwarenkette Hussel. Dabei ist die Buchtochter seit langem ein Sanierungsfall. Vor allem die Konkurrenz aus dem Internet macht Deutschlands größtem Buchhändler zu schaffen. Denn immer mehr Leser kaufen ihre Bücher online. Thalia konnte deswegen in den vergangenen zwei Jahren seine Kapitalkosten nicht mehr verdienen. Die Folge waren Wertberichtigungen. Zudem musste die Konzernmutter Rückstellungen bilden.
Dabei ist der Umbau von Thalia bereits in vollem Gange. Die Kette baute etwa ihr eigenes Online-Angebot aus und reduzierte gleichzeitig ihre Verkaufsfläche. Zum Teil werden diese untervermietet oder es werden andere Sortimente wie Geschenkartikel ins Programm genommen. Aber auch Standort-Schließungen sind im Gespräch. Zuletzt hatte Thalia angekündigt, 15 der bundesweit 300 Filialen auf den Prüfstand zu stellen.
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Die Kosten für die Sanierung bekam Douglas vor allem im zweiten Quartal zu spüren. Insgesamt verbuchte der Konzern einen Sonderaufwand von 165 Millionen Euro zwischen Januar und März. Der Großteil entfiel dabei auf Wertberichtigungen. Das zweite Quartal, das normalerweise ohnehin eher schwach ausfällt, verzeichnete deshalb einen Verlust von 155 Millionen Euro.
Beim Umsatz konnte Douglas hingegen zulegen. Dazu trug auch das in diesem Jahr frühe Ostergeschäft bei, das in das zweite Quartal fiel. In den ersten sechs Monaten verbesserte sich der Umsatz um 2,3 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro. Wachstumstreiber waren die Douglas-Parfümerien in Deutschland sowie die Juwelierkette Christ.
Seine Ergebnisprognose für das laufende Jahr passte Douglas an. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) dürfte nun eher am unteren Ende der prognostizierten Bandbreite von 200 bis 250 Millionen Euro ausfallen. Wegen der hohen Restrukturierungskosten gehe der Vorstand zudem aus heutiger Sicht von keiner Dividende für das Geschäftsjahr 2011/12 aus. Der Umsatz soll weiterhin leicht auf über 3,4 Milliarden Euro steigen.
Unklar ist immer noch, wie es mit dem Konzern weiter geht. Die Gründerfamilie Kreke liebäugelt damit, den Konzern von der Börse zu nehmen. Zuvor müsste sie aber über die notwendige Anzahl von Aktien verfügen. Deswegen wird derzeit geprüft, mit Hilfe von Finanzinvestoren weitere Anteile hinzuzukaufen. Ob es zu einer Übernahme kommt, steht aber noch nicht fest. Auch Großaktionär Erwin Müller hat die Möglichkeit, seinen Anteil an Douglas aufzustocken. Über Optionsgeschäfte könnte er in den nächsten Monaten eine Beteiligung von über 25 Prozent aufbauen. Ob er dies vor hat, ist nicht bekannt.
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Quelle: t-online.de, dpa-AFX
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