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Facebook-Aktie mit Negativ-Rekord

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Facebook-Aktie mit Negativ-Rekord

23.05.2012, 12:21 Uhr | dpa-AFX, t-online.de

Facebook-Aktie setzt Talfahrt fort (Screenshot: AP) Facebook-Aktie setzt Talfahrt fort

Im Vergleich zum Ausgabekurs hat das Papier bereits 18 Prozent an Wert verloren.

Der Tiefenrausch der Facebook-Aktie hält an: Der Kurs des Internet-Unternehmens ist am dritten Handelstag weiter eingebrochen - zum Schluss verbuchte er ein Minus von knapp neun Prozent auf 31 Dollar. Nachbörslich fiel die Aktie am Dienstagabend sogar auf einen neuen Tiefstand von 30,80 Dollar. Facebook stellt damit einen kleinen Negativ-Rekord auf: Kein anderer US-Börsengang in Milliardenhöhe ist in den vergangenen fünf Jahren so schlecht gelaufen.

Facebook schon um rund ein Fünftel geschrumpft

Ein Anleger, der am Freitag zum Ausgabepreis von 38 Dollar gekauft hatte, verlor somit bis zum späten Dienstag 18 Prozent seines Geldes. Damit legt das soziale Netzwerk mit seinen inzwischen mehr als 900 Millionen Mitgliedern einen der am meisten enttäuschenden Börsengänge der vergangenen Jahre hin.

Schlechtester Milliarden-Börsengang seit 2007

Nach Daten des Anbieters Dealogic, die das "Wall Street Journal" veröffentlichte, ist kein anderer US-Börsengang in Milliardenhöhe seit 2007 so schlecht gelaufen. Von insgesamt 24 Börsenstarts standen demzufolge nach drei Handelstagen acht im Minus.

Das nach Facebook schlechteste Unternehmen, der Vermögensverwalter Och-Ziff, kam auf ein Minus von 13 Prozent. Unter den Verlierern findet sich auch der enge Facebook-Partner und Spiele-Entwickler Zynga mit minus acht Prozent.

Konsortialbank unter Beschuss

Vor allem die Investmentbank Morgan Stanley , die den Facebook-Börsengang federführend organisierte, steht nun unter Beschuss. Die sogenannten "Underwriter" hätten sich bei der Nachfrage verschätzt und zu viele Papiere auf den Markt geworfen, lautet der zentrale Vorwurf.

Aktuell liegt das Papier nun noch immer in der zuerst angepeilten Preisspanne von 28 bis 35 Dollar. Facebook stockte den Ausgabepreis und die Zahl der Aktien jedoch später auf - was sich nun als fataler Fehler herausstellt. Der Börsengang des sozialen Netzwerks erfolgte just in der Woche, in der die Märkte ihre in diesem Jahr bislang schlechteste Vorstellung boten und der S&P-500-Index um vier Prozent fiel.

Mögliche Mauscheleien

Überdies rücken angebliche Mauscheleien Facebook und die am Börsengang beteiligten Banken in ein schlechtes Licht. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg muss sich auf einen juristischen Schlagabtausch einstellen.Die Kanzlei Glancy Binkow & Goldberg aus Los Angeles reichte bereits Klage vor einem kalifornischen Gericht ein.

Die Anwälte werfen Facebook und den Banken im Namen ihres Mandanten vor, die Börsenunterlagen schlampig zusammengestellt und wichtige Informationen zum Geschäft und dessen Aussichten verschwiegen zu haben. Die Kanzlei fordert Wiedergutmachung im Namen aller Geschädigten.

Wie verhielten sich die Banken?

Die Anwälte werfen der Gegenseite insbesondere vor, verheimlicht zu haben, dass die beteiligten Banken kurz vor dem Börsengang ihre Gewinnprognosen für das soziale Netzwerk gesenkt hätten. Namentlich werden Morgan Stanley , JPMorgan Chase und Goldman Sachs aufgeführt. Das sind die drei sogenannten "Lead Underwriter", also die wichtigsten Organisatoren des Börsengangs.

Die Profiteure des Facebook-Börsengangs

Bei ihren Vorwürfen stützen sich die Anwälte auf US-Medienberichte, unter anderem vom "Wall Street Journal". Demnach haben nur eine Handvoll ausgewählter Kunden der Banken von den gesenkten Erwartungen an das künftige Facebook-Geschäft erfahren. Entsprechend vorsichtig seien diese Kunden dann beim Kauf von Facebook-Aktien geworden. Die Facebook-Hauptbank Morgan Stanley erklärte am Dienstag, alle Regularien eingehalten zu haben.

Das Blog "Business Insider" ging am Dienstag sogar noch einen Schritt weiter: Ein Facebook-Manager habe den Analysten dazu geraten, ihre Vorhersagen nach unten zu korrigieren, hieß es unter Berufung auf eine ungenannte Quelle. Damit wirkt der Vorwurf, die Banken hätten sich bei der Nachfrage verschätzt und zu viele Papiere auf den Markt geworfen, noch am harmlosesten.

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23.05.2012, 12:21 Uhr | dpa-AFX, t-online.de

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