07.08.2012, 17:01 Uhr | dpa-AFX, t-online.de
Die Euro-Schuldenkrise treibt die eher börsenscheuen Deutschen zurück an den Aktienmarkt. Das Interesse der Kleinanleger an Aktien und Fonds ist im ersten Halbjahr 2012 deutlich gestiegen, wie das Deutsche Aktieninstitut (DAI) berichtete. Durchschnittlich 10,2 Millionen Anleger steckten hierzulande direkt und/oder indirekt Geld in Aktien. Das sind 1,9 Millionen mehr als im Vorjahreszeitraum und 1,5 Millionen mehr als Ende 2011.
Einen stärkeren Zuwachs - um 3,6 Millionen neue Anleger - hatte es nur im Ausnahmejahr 2000 gegeben. Damals beflügelte der Börsengang der Telekom die Fantasie der Deutschen.
Die Aktionärsquote stieg im ersten Halbjahr auf 15,7 Prozent und erreichte damit fast wieder das Niveau von 2007. Die seit der Finanzmarktkrise verloren gegangenen deutschen Anleger, die in Aktien investieren, seien zurückgekehrt, erklärte DAI-Direktor Franz-Josef Leven. Die Aktie werde angesichts der Schuldenkrise ebenso wie die Immobilie als Sachwert geschätzt.
Beide Investments gelten als vergleichsweise sicher im Falle einer Inflation. Zudem lässt sich mit deutschen Staatsanleihen kaum noch Geld verdienen. Die Rendite ist teilweise so gering, dass sie nicht einmal mehr die Inflation ausgleicht. Überproportional gestiegen ist dem DAI zufolge in den vergangenen Jahren die Zahl der Belegschaftsaktionäre, sie legte seit dem Jahr 2009 um mehr als 700.000 Anteilseigner zu.
Insgesamt konnten gegenüber dem Tiefstand Ende 2010 mehr als zwei Millionen Anleger zurückgewonnen werden. "Von einer endgültigen Stabilisierung der Aktionärszahlen sollten wir allerdings noch nicht sprechen", warnte Leven vor zu großer Euphorie.
keine gültigen Elemente gefunden!Zu Zeiten des Börsenbooms im Jahr 2001 lag die Zahl der Aktionäre und Fondsbesitzer in Deutschland noch bei fast 13 Millionen. Börsencrash, Kursabstürze und Finanzmarktkrise verunsicherten in der Folge insbesondere viele Kleinanleger nachhaltig.
Auch im internationalen Vergleich hinkt Deutschland dem DAI zufolge weiter hinterher. Höhere Aktionärsquoten gebe es nicht nur in den angelsächsischen Ländern, sondern auch in den Niederlanden und Dänemark, erklärte das Aktieninstitut, das die am deutschen Kapitalmarkt tätigen Unternehmen und Institutionen vertritt.
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