
06.11.2012, 11:06 Uhr | Financial Times Deutschland
Die Allianz zwischen Lufthansa und Turkish Airlines soll tiefgreifender ausfallen als bislang bekannt. Nach Informationen der "Financial Times Deutschland" (FTD) sprechen die beiden Fluggesellschaften auch über eine Überkreuzbeteiligung. Dies wäre für die Deutschen und die Türken ein Novum. Damit lasse sich das angestrebte Bündnis verbindlicher absichern, hieß es aus Konzernkreisen. Eine Fusion sei kein Thema. Führende Konzernmanager sondieren derzeit, wie die engere Zusammenarbeit aussehen könnte.
Lufthansa und Turkish Airlines suchen die engere Verbindung aus unterschiedlichen Gründen. Die Deutschen wollen sich gegen die starken Rivalen aus den Golfstaaten wehren. Die staatlichen, mit Ölmilliarden gefütterten Airlines Emirates, Qatar und Etihad bedrängen die Lufthansa zunehmend im lukrativen Interkontinentalverkehr.
Turkish Airlines wiederum könnte vom europäischen Streckennetz des Partners profitieren - und die eigene Drehscheibe in Istanbul mit denen der Lufthansa in Frankfurt und München verknüpfen. "Die beiden Airlines sind eigentlich natürliche Partner", sagte Gerd Pontius von der Luftfahrtberatungsfirma Prologis. Im Gespräch ist, dass Lufthansa und Turkish Airlines weitere Gemeinschaftunternehmen gründen.
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Ähnlich wie bereits mit United Airlines und der japanischen Fluggesellschaft ANA wollen die Deutschen künftig auch mit den Türken gemeinsam auf Kernstrecken fliegen und die Einnahmen dann aufteilen. Dies erhöht sowohl die Schlagkraft als auch die Wirtschaftlichkeit. Zudem bietet die Lufthansa Turkish Airlines eine enge Zusammenarbeit mit ihren Konzerntöchtern Technik, IT und dem Cateringunternehmen LSG Sky Chefs an.
Auf Lufthansa-Seite verhandelt Konzernvorstand Stefan Lauer mit Turkish-Airlines-Chef Temel Kotil. Dass es rasch zu einem Abschluss kommt, erscheint unwahrscheinlich. Kompliziert sind bei einer gegenseitigen Beteiligung etwa die Bewertungsfragen. Lufthansa-Chef Christoph Franz hatte vor einer Woche gesagt, dass er sich grundsätzlich ein Bündnis mit einem Partner aus dem Nahen Osten vorstellen könne. Dieses müsse aber auf Augenhöhe sein und für sein Unternehmen einen Mehrwert bieten.
Unterdessen droht der Lufthansa erneut ein Streik der Flugbegleiter. Dem Schlichter Bert Rürup sei es nicht gelungen, einen Konsens zu erreichen, hieß es aus Verhandlungskreisen.
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Quelle: Financial Times Deutschland
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