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Air Berlin: Fluggesellschaft zieht die Kostenschraube an

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Air Berlin zieht die Kostenschraube an

18.11.2012, 17:53 Uhr | dpa-AFX

Air Berlin: Fluggesellschaft zieht die Kostenschraube an. Air Berlin zieht die Kostenschraube an (Quelle: dapd)

Das starke Geschäft im Sommer stützt Air Berlin (Quelle: dapd)

Harte Zeiten für die Mitarbeiter von Air Berlin: Die angeschlagene Fluggesellschaft dreht trotz Zuwächsen im Sommer stärker an der Kostenschraube. In den kommenden acht Monaten würden die Strukturen und Arbeitsabläufe auf weitere Einsparpotenziale überprüft, schreibt Unternehmenschef Hartmut Mehdorn im Quartalsbericht. "Einschnitte in den bisherigen Betrieb werden daher nicht mehr ausgeschlossen." Nur so könne Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft nach jahrelangen Verlusten 2013 in die schwarzen Zahlen fliegen. Schnelles Geld verspricht sich die Konzernführung zwischenzeitlich vom Verkauf des Vielfliegerprogramms.

Noch keine konkreten Sparpläne bei Air Berlin

Die Aktie von Air Berlin reagierte unentschlossen auf die Nachrichten und pendelte stark. Die Fluglinie hatte im dritten Quartal zwar mehr verdient, blieb jedoch hinter den Erwartungen des Marktes zurück. Commerzbank-Analyst Johannes Braun nannte die zusätzlichen Umstrukturierungspläne des Unternehmens zwar positiv, hält sie aber auch für absolut notwendig. Für das Gesamtjahr erwarten Experten erneut einen dreistelligen Millionenverlust.

Wie die künftigen Einschnitte aussehen, steht Air Berlin zufolge noch nicht fest. Auch zu einem möglichen Stellenabbau machte das Unternehmen keine Angaben. Mehdorn hatte bereits am Montag angedeutet, dass die Gesellschaft Personal abbauen müsse. Einen Medienbericht, demzufolge 900 Arbeitsplätze oder jede zehnte Stelle wegfallen solle, hatte das Unternehmen weder bestätigt noch dementiert.

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Rückkehr in die Gewinnzone als Ziel

Das Sparprogramm mit dem Namen "Turbine 2013" ergänzt das bereits laufende Programm "Shape & Size", in dessen Zuge Air Berlin die Flotte verkleinert und unrentable Verbindungen gestrichen hat. Weil dies für einen Gewinn nicht ausreicht, will der Vorstand nun die Flugziele, die Flotte, den Bodenservice, die Netzwerkplanung und den IT-Bereich genauer unter die Lupe nehmen. Ziel sei, dass sich die Fluggesellschaft auf ihre Kernkompetenzen konzentriere, hieß es.

Vorstandschef Mehdorn sieht Air Berlin nach jahrelangen Verlusten damit auf dem richtigen Weg. Die Reise sei allerdings noch nicht beendet. "Unser Ziel bleibt die Rückkehr in die Gewinnzone im kommenden Jahr", sagte er. Dann soll die Gesellschaft auch unter dem Strich schwarze Zahlen schreiben.

Gewinnsprung im Sommer

Im wichtigen Sommerquartal legte Air Berlin dank eines verbesserten Finanzergebnisses einen deutlichen Gewinnsprung hin. Unter dem Strich verdiente der Lufthansa-Konkurrent von Juli bis September rund 67 Millionen Euro und damit mehr als doppelt so viel wie ein Jahr zuvor, wie das Unternehmen bereits am Mittwochabend mitgeteilt hatte. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg lediglich um 4,5 Prozent auf 101 Millionen Euro.

Den Konzernumsatz hielt Air Berlin trotz eines gekürzten Flugangebots bei knapp 1,4 Milliarden Euro stabil. Gestiegene Treibstoffkosten zehrten die an anderer Stelle erzielten Einsparungen allerdings teilweise auf. Auch die auf 2013 verschobene Eröffnung des Berliner Hauptstadtflughafens kostete Air Berlin Geld. Das Unternehmen hat deshalb Schadenersatzklage gegen die Flughafengesellschaft eingereicht.

Nach neun Monaten Verluste für Air Berlin

Der Sommer ist für Fluggesellschaften die wichtigste Zeit im Jahr. In den Monaten Juli bis September fliegen sie üblicherweise den Großteil ihrer Gewinne ein. Bei Air Berlin reichten die schwarzen Zahlen jedoch nicht aus, um den Verlust aus der ersten Jahreshälfte auszugleichen. Nach den ersten neun Monaten steckt das Unternehmen unter dem Strich noch mit rund 103 Millionen Euro in den roten Zahlen. Der operative Verlust (EBIT) liegt bei rund 78 Millionen Euro.

Nun will sich das Unternehmen von der Mehrheit an seinem Vielfliegerprogramm trennen und so sein Jahresergebnis aufbessern. "Die Transaktion wird im vierten Quartal abgeschlossen", sagte Finanzvorstand Ulf Hüttmeyer. Die Gespräche mit einem Investor seien bereits weit gediehen. Dieser solle das Programm weiterbetreiben und ausbauen. Von dem Verkauf verspricht sich Air Berlin noch im laufenden Jahr einen "deutlich spürbaren positiven Ergebnisbeitrag". Allerdings müssen die Kartellbehörden dem Vorhaben noch zustimmen.ne nicht sein, dass die Mitarbeiter noch wochenlang im Unklaren blieben.

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