07.01.2013, 18:03 Uhr | dpa-AFX
(Neu: Schlusskurse)
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Papiere von Air Berlin <AB1.ETR> haben am Montag als schwächster Wert im SDax <SDXP.ETR> deutlich an Wert verloren. Zum Handelsschluss ging es für die Anteile an Deutschlands zweitgrößter Fluggesellschaft um 3,72 Prozent nach unten auf 1,500 Euro. Dies war zugleich das Tagestief. Seit Mitte Dezember haben die Titel nun schon rund 12 Prozent verloren. Für den Index der gering kapitalisierten deutschen Unternehmen ging es zum Wochenauftakt dagegen als bester Vertreter der Dax-Indexfamilie um 0,59 Prozent nach oben.
Händler nannten die Nachricht von den neuerlichen Verzögerungen bei der Eröffnung des Berliner Hauptstadtflughafens als wichtigsten Belastungsfaktor. Air Berlin hat zudem einen neuen Chef: Der bisherige Strategie-Vorstand Wolfgang Prock-Schauer löst mit sofortiger Wirkung Hartmut Mehdorn an der Spitze ab. Der Nachricht maßen Händler aber keine allzu große Bedeutung bei. Der frühere Bahnchef Mehdorn hatte die Führung von Air Berlin im September 2011 übernommen, als das Unternehmen nach jahrelangen Verlusten in finanzielle Schieflage geraten war. Mehdorn galt aber offiziell nur als Übergangslösung.
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WEITERE FLUGHAFEN-VERZÖGERUNG BELASTET
Analyst Johannes Braun von der Commerzbank stellte auf die weiteren Probleme beim Flughafen Berlin Brandenburg (BBI) ab. Eine so deutliche Verzögerung bis zum Jahr 2014 oder sogar darüber hinaus sei eine negative Überraschung, schrieb Braun in einem Kommentar. Als größte Fluggesellschaft vor Ort benötige Air Berlin dringend moderne Terminals und sei deshalb von der verspäteten Inbetriebnahme des neuen Flughafens besonders negativ betroffen. Der Analyst bewertet die Aktien mit "Hold" und dem Ziel 1,55 Euro.
Der neue Unternehmenschef Prock-Schauer wird indes das fundamentale Profil der Fluggesellschaft kurzfristig nicht verändern, kommentierte Analyst Robert Czerwensky von der DZ Bank die Personalie. Er sei zwar etabliert in der Branche, als Nachfolger aber schon erwartet worden. Insgesamt sollten durch ihn die Veränderungen im Konzern neuen Schwung bekommen. Andererseits sei der weiter verzögerte Start des neuen Hauptstadtflughafens eine negative Nachricht. Czerwensky bewertet die Air-Berlin-Aktie mit "Verkaufen" und einem Fairen Wert von 1,40 Euro.
Quelle: dpa-AFX
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