Paketdienst
UPS-Fusion mit TNT abgesagt - Deutsche Post profitiert15.01.2013, 10:20 Uhr | dpa, t-online.de
Ein spektakulärer Milliardendeal in der Paket- und Logistikbranche ist geplatzt: Der US-Paketriese UPS (United Parcel Service) muss die geplante Übernahme dee niederländischen Rivalen TNT Express wieder abblasen. Grund: Die Wettbewerbshüter in der EU-Kommission signalisierten ein Verbot der Großfusion. Der Kurs der TNT-Aktien halbierte sich am Montag zeitweise. Zum Handelsschluss stand ein Verlust von 41,3 Prozent zu Buche. UPS-Werte legten hingegen leicht zu.
Mit TNT wollten die Amerikaner den europäischen Kontinent erobern und vor allem einen Großangriff auf die Deutsche Post DHL starten. Auch weltweit ist UPS ein Hauptkonkurrent des Bonner Logistikkonzerns mit seiner Paket- und Expressmarke DHL. Nun können sich die Manager im Bonner Post-Tower die Hände reiben.
Die Schlappe für UPS spielt ihnen in die Karten, da eine schlagartige Expansion eines globalen Konkurrenten ausgebremst wird. Mit dem Deal hatte UPS auch den grenzüberschreitenden Transport von Sendungen aus und nach Europa im Auge.
UPS kündigte am Montag von Atlanta aus notgedrungen den Rückzieher an. Nach Gesprächen mit Behördenvertretern in Brüssel war klar, dass es trotz Zugeständnissen keine realistische Aussicht mehr auf eine Genehmigung der Übernahme gibt. Der formale Beschluss steht noch aus.
Aus Brüsseler Sicht drohen weitere Wettbewerbsbeschränkungen, da nur vier Unternehmen - DHL, UPS, TNT und die amerikanische FedEx - ein ähnlich breites Angebot an schnellen Paketdiensten anbieten. Für Kunden bedeutet ein Brüsseler Veto, dass es in einem preisumkämpften Markt nicht noch weniger Wettbewerber geben wird.
Rund 5,2 Milliarden Euro wollten die Amerikaner für TNT Express auf den Tisch legen. Ziel war ein größerer Kuchen auf dem europäischen Milliardenmarkt für Pakete und eilige Sendungen. Es ist ein Wachstumsmarkt, der nach Branchenstudien auch in den nächsten Jahren zulegen wird. Wachstumstreiber für die Liefergeschäfte ist vor allem der rasant steigende Internethandel.
UPS - auf den Straßen unverkennbar unterwegs mit dunkelbraunen Kastenfahrzeugen und goldenem Schriftzug - ist hinter DHL auch in Europa bereits einer der großen Player. Seit vielen Jahren ist UPS mit Hauptsitz in Atlanta (US-Bundesstaat Georgia) eines der weltweit führenden Logistikunternehmen. Auf dem Flughafen Köln/Bonn verfügt UPS über ein europäisches Luft-Drehkreuz, das derzeit mit einer Investition von rund 200 Millionen US-Dollar ausgebaut wird.
Mit TNT wollte UPS vor allem seine Express-Strukturen stärken. Das Geschäftsfeld von TNT Express umfasst vor allem eilige Sendungen unter Geschäftskunden. Hier sind die Niederländer mit rund 77.000 Beschäftigten, einer großen Fahrzeugflotte und auch Flugzeugen stark unterwegs, vor allem in Europa. Und Europa ist für Kurier-, Express- und Paketdienste (KEP) ein Riesenmarkt. Der Umsatz lag nach einer Studie der Unternehmensberatung A.T. Kearny im Jahr 2011 bei 47,2 Milliarden Euro.
Als die Übernahmepläne auf den Tisch kamen, brachte das Post-Vorstandschef Frank Appel äußerlich nicht aus der Ruhe. "Wir sehen das gelassen." Schrittweise baut die Post selbst ihre Position aus. Insgesamt lieferte sie 2012 so viele Pakete aus wie nie zuvor. Vor allem wegen des steigenden Onlinehandels werde der Paketmarkt bis 2020 jedes Jahr um fünf bis sieben Prozent zulegen, sagte Post-Finanzvorstand Larry Rosen in New York.
15.01.2013, 10:20 Uhr | dpa, t-online.de
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