13.02.2013, 14:47 Uhr | AFP, dpa-AFX, t-online.de
Fünf Milliarden Nettoverlust im vergangenen Jahr: Dieses Minus hat am Dienstag der französische Autobauer PSA Peugeot Citroën bekannt gegeben. Für den ohnehin schwer angeschlagenen Konzern sind die Zahlen ein Negativrekord in der Unternehmensgeschichte. Trotzdem sieht die französische Regierung keinen Grund für eine Verstaatlichung - das stehe "absolut" nicht auf der Tagesordnung, sagte Finanzminister Pierre Moscovici.
In dem Verlust bei PSA sind 4,7 Milliarden Euro Abschreibungen enthalten, die bereits vor einigen Tagen bekanntgegeben worden waren. Der Umsatz sei im Jahr 2012 um 5,2 Prozent auf 55,4 Milliarden Euro geschrumpft, teilte das Unternehmen mit. Schwierigkeiten hat PSA wegen seiner Abhängigkeit vom europäischen Markt, auf dem die Nachfrage wegen der Wirtschaftskrise stockt und ein harter Preiskampf ausgefochten wird.
2011 hatte PSA noch einen Gewinn von 588 Millionen Euro erzielt. Der operative Verlust fiel mit 576 Millionen Euro allerdings niedriger aus als von Analysten erwartet. Der Aktienkurs von PSA reagierte mit einem Kurssprung: Der Wert der Papiere legte zeitweilig um fast sechs Prozent zu.
PSA-Chef Philippe Varin ging von einer Besserung im laufenden Jahr aus. "Der Grundstock für unsere Erholung ist gelegt worden", erklärte er. Der Konzern, der vor einem Jahr eine Zusammenarbeit mit dem Opel-Mutterhaus GM gestartet hatte, steckt in einer tiefgreifenden Umstrukturierung.
Positive Nachrichten kamen aus Japan. Demnach bringen Toyota und PSA gemeinsam zur Jahresmitte den Kleintransporter ProAce auf Basis des Citroën Jumpy auf den Markt. Gebaut werde er bei Citroën in Frankreich, sagte Toyota-Deutschland-Chef Toshiaki Yasuda der "Welt". "2016 kommt ein Nachfolgemodell, das wir gemeinsam entwickeln", ergänzte Yasuda.
Finanzminister Moscovici hob angesichts der Zahlen erneut hervor, dass eine Verstaatlichung von PSA kein Thema sei. "Es ist absolut nicht aktuell", sagte er dem Radiosender France Inter. Der Staat hat bereits die PSA-Bank mit Milliardengarantien gestützt. Jetzt sei es "Aufgabe der Unternehmensführung", den Konzern wieder erfolgreich zu machen, sagte Moscovici. Haushaltsminister Jérôme Cahuzac hatte vor wenigen Tagen die Spekulationen um eine Staatsbeteiligung an PSA angeheizt. Er bezeichnete dies als "möglich", während Moscovici wenig später versicherte, dies sei weder geplant noch nötig.
Der Sparplan von PSA, der kurz nach der Regierungsübernahme im vergangenen Jahr durch die Sozialisten in Frankreich präsentiert worden war, hatte zu heftigen Auseinandersetzungen mit der Regierung in Paris geführt. PSA hatte die Streichung von insgesamt 8000 Stellen und die Schließung eines Werkes angekündigt, außerdem werden demnach 1500 Jobs von ausscheidenden Arbeitnehmern nicht ersetzt.
Die Netto-Verschuldung des Autokonzerns belief sich 2012 nach Angaben von PSA-Finanzdirektor Jean-Baptiste de Chatillon auf drei Milliarden Euro. Dies sei eine Verbesserung um 200 Millionen Euro, versicherte er. Allein in der Automobilsparte gingen monatlich rund 200 Millionen Euro verloren. Das Unternehmen rechnete für 2013 jedoch mit einer Halbierung seiner Abflüsse und strebt für Ende 2014 wieder ein ausgeglichenes operatives Geschäft an.
13.02.2013, 14:47 Uhr | AFP, dpa-AFX, t-online.de
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