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: Commerzbank brechen weiter ein - Erneute Kapitalmaßnahme

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: Commerzbank brechen weiter ein - Erneute Kapitalmaßnahme

13.03.2013, 19:04 Uhr | dpa-AFX

(neu: Kommentare der Baader Bank, der DZ Bank, von Equinet und von der NordLB sowie Schlusskurse)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Commerzbank-Aktien sind am Mittwoch nach der Ankündigung einer Kapitalerhöhung im Volumen von 2,5 Milliarden Euro schwer unter Druck geraten. Der teilverstaatlichte Dax-Konzern will mit der Kapitalmaßnahme, die mit einer Aktienzusammenlegung im Verhältnis 10 zu 1 einhergehen soll, die restliche Staatshilfe vollständig tilgen. Zum Handelsschluss verbilligten sich die Papiere der Commerzbank <CBK.ETR> um 9,72 Prozent auf 1,263 Euro. In der Spitze hatten minus 14,15 Prozent zu Buche gestanden. Vor 13 Jahren hatte die Commerzbank-Aktie noch ein Rekordhoch bei 37,715 Euro markiert. Der deutsche Leitindex Dax <DAX.ETR> bewegte sich zur Wochenmitte mit einem Plus von 0,06 Prozent auf 7.970,91 Punkte kaum von der Stelle.

"Mit der massiven Ausgabe neuer Anteile setzt die Bank ihren Weg, permanent Aktionärsvertrauen zu zerstören, unbeirrt fort. Das holen sie nicht wieder zurück", sagte Analyst Dirk Becker von Kepler Capital Markets. Mit dieser Ankündigung werde den Aktionären in den Hintern getreten. Es sei zwar grundsätzlich gut, wenn sich der Staat allmählich zurückziehe. Zunächst rücke aber die unerwartete Kapitalmaßnahme in den Fokus. Analyst Philipp Häßler von der Frankfurter Investmentbank Equinet bezeichnete den Zeitpunkt der Ankündigung als große Überraschung.

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KAPITALHERABSETZUNG EIN NEGATIVES SIGNAL

Portfoliomanager Stefan de Schutter von Alpha Wertpapierhandel sagte: "Mittelfristig macht der Schritt Sinn und kommt somit auch nicht ganz überraschend. Kurzfristig belastet die erneute komplexe Kapitalmaßnahme mit so vielen neuen Aktien aber das Papier." Die Aktienzusammenlegung sei auch vor dem Hintergrund zu sehen, dass die Kapitalerhöhung nicht durch Kurse unter dem Nennwert von 1 Euro gefährdet werden kann, so de Schutter. Während andere Unternehmen aber einen Aktiensplitt zur Erhöhung der Attraktivität ihrer Papiere wählten, müsse die Bank den umgekehrten Weg gehen - das sei auch ein schlechtes Signal an den Markt. "Mit der Aktienverknappung macht sich die Commerzbank optisch wertvoller", ergänzte Marktstratege Robert Halver von der Baader Bank.

Ein anderer Börsianer sieht das optische Verteuern der Aktie als Zeichen, dass die Commerzbank offenbar Sorgen habe, die erneute Kapitalmaßnahme regulär über 1 Euro durchführen zu können. Das spricht aus seiner Sicht nicht für großes Vertrauen in die eigene Lage. Womöglich spielten aber auch politische Aspekte mit hinein, die auf den ersten Blick von außen nur schwer zu beurteilen seien. Ein weiterer Händler beobachtete in dem erneuten Absturz umfangreiche Panikverkäufe, in denen Anleger nur noch versucht hätten, herauszukommen.

ERNEUT DEUTLICHE VERWÄSSERUNG

Händler Andreas Lipkow vom Vermögensverwalter Kliegel & Hafner sagte: "Die Aktionäre müssen durch die Kapitalerhöhung erneut eine ordentliche Verwässerung hinnehmen." Dafür helle sich die Kapitalausstattung des Finanzinstituts weiter auf. Ob sich damit auch die operative Geschäftsentwicklung der Bank verbessere, dürfe wohl bezweifelt werden. Lipkow sagte: "Commerzbank-Aktionäre mussten in den vergangenen Jahren schon die Eigenschaften eines Kaltblutpferdes besitzen."

Analyst Christoph Bast von der DZ Bank hielt an seiner Verkaufsempfehlung für die Commerzbank-Titel fest. Er könne die Ankündigung der Kapitalerhöhung nicht ganz nachvollziehen, da das Management bereits jetzt die aktuellen regulatorischen Eigenkapitalanforderungen erfülle. Alles in allem sei die Meldung negativ zu werten. Sie zeige einmal mehr, dass eine Anlage in Commerzbank-Aktien mit vielen Unsicherheiten behaftet sei.

'RÜCKZAHLUNG DER STILLEN EINLAGEN HAT MEHRERE VORTEILE'

Etwas optimistischer ist Analyst Michael Seufert von der NordLB: "Die Rückzahlung der Stillen Einlagen des Bundes und der Allianz hat mehrere Vorteile." Zum einen entfalle zukünftig die Zinszahlung auf diese Mittel und andererseits entstehe mehr Freiraum für die Wiederaufnahme einer Dividendenzahlung aus dem erwirtschafteten Gewinn, womit jedoch frühestens für das Geschäftsjahr 2014 zu rechnen sei. Zudem stärke die Commerzbank ihre Eigenkapitalposition durch den „Tausch“ der Stillen Einlagen in „hartes“ Aktienkapital vor dem Hintergrund der neuen Basel-III-Regulierungswelt.

 
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