21.03.2013, 11:52 Uhr | dapd
Gemischte Nachrichten von deutschen Baumärkten: Die schwer angeschlagene Kette Praktiker hat 2012 ihre Verluste eingedämmt und sieht sich bei ihrer Sanierung ein Stück weiter. Allerdings schlugen hier Sondereffekte zu Buche. Derweil hat die Konjunkturflaute in Europa die Geschäfte des Baumarktkonzerns Hornbach deutlich gedämpft. Praktiker-Aktien zogen an, Hornbach tendierten unverändert.
Unter dem Strich machte Praktiker im vergangenen Jahr ein Minus von rund 189 Millionen Euro nach einem Verlust von fast 555 Millionen Euro im Jahr 2011, wie das Unternehmen in Hamburg mitteilte. Der operative Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) lag 2012 bei 128,8 Millionen Euro. Das war eine Verbesserung um fast zwei Drittel.
Grund für die deutliche Reduzierung der Verluste war jedoch ausschließlich der Wegfall von Sondereffekten. So hatte Praktiker 2011 fast eine halbe Milliarde Euro für Marktschließungen und die Umstellung von Praktiker-Discountern auf die höherwertige und ertragsstärkere Marke Max Bahr ausgegeben. 2012 fielen nur noch knapp 30 Millionen Euro an Sonderkosten an.
Der Umsatz schrumpfte 2012 im Jahresvergleich um 5,6 Prozent auf gut drei Milliarden Euro. Als Lichtblick wertete Praktiker einen geringeren Umsatzrückgang am Jahresende. Der Umbau habe bereits Wirkung gezeigt. Für 2013 rechnet der Konzern mit einem Minus bei den Erlösen und weiter roten Zahlen.
Praktiker war durch seine Billigstrategie ("20 Prozent auf alles") in Not geraten und hatte 2012 lange ums Überleben gekämpft. Ein Streit zwischen den Großaktionären um die richtige Rettungsstrategie machte dem Konzern zusätzlich zu schaffen. "Das Geschäftsjahr 2012 war ein Jahr tiefgreifender Verwerfungen, die in erheblichem Ausmaß Umsatz und Ertrag belastet haben", sagte Vorstandschef Armin Burger. Bei Existenzsicherung und Neuausrichtung sei Praktiker aber "ein großer Schritt nach vorn gelungen".
Der Umsatz von Hornbach legte im Geschäftsjahr 2012/2013 bis Ende Februar nur geringfügig um 0,8 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro zu, wie Hornbach in Bornheim mitteilte. Dabei wuchs der Umsatz der Bau- und Gartenmärkte um 0,6 Prozent auf rund drei Milliarden Euro. Mit Baustoffen machte Hornbach 207 Millionen Euro Umsatz und damit 2,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Als Grund für die schwachen Umsätze nannte Hornbach "die wegen der Schuldenkrise in weiten Teilen Europas lahmende Konjunktur".
Das schleppende Geschäft machte sich auch beim Ergebnis bemerkbar. Nach vorläufigen Zahlen fiel das Betriebsergebnis für den Konzern auf rund 145 Millionen Euro nach 169 Millionen Euro im Vorjahr, erklärte Hornbach. Bei der Baumarkt-Tochter sank das operative Ergebnis binnen Jahresfrist von 128 Millionen Euro auf voraussichtlich 100 Millionen Euro.
21.03.2013, 11:52 Uhr | dapd
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