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Stahlwerte wie ThyssenKrupp von Evraz-Aussagen belastet

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Stahlwerte wie ThyssenKrupp von Evraz-Aussagen belastet

11.04.2013, 17:27 Uhr | dpa-AFX

 

(Neu: Kommentare von Feingold Research, Credit Suisse)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Stahlwerte sind am Donnerstag massiv unter Druck geraten. Die Aktien von ThyssenKrupp <TKA.ETR> rutschten am Vormittag um bis zu 6,07 Prozent ab auf ein neues Tief seit Juli 2012. Am Nachmittag standen noch minus 4,30 Prozent auf 13,79 Euro zu Buche. Der Dax <DAX.ETR> legte dagegen 0,43 Prozent zu. Auch im MDax litten Stahltitel: Salzgitter <SZG.ETR> fielen am Ende des Index mittelgroßer Werte um 2,57 Prozent, der Stahlhändler Klöckner & Co <KCO.ETR> verlor 1,56 Prozent.

Händler verwiesen insbesondere auf negative Nachrichten vom russischen Montankonzern Evraz, der "vorsichtig" für die Perspektiven der Stahlproduktion bleibt. Der Stahlhersteller hat für 2012 bei fallenden Umsätzen einen hohen Verlust ausgewiesen und will wegen des weiter eingetrübten Marktumfelds für 2012 keine Dividende zahlen. Die Aktie verlor in London zuletzt bis zu 16,12 Prozent und stand zuletzt knapp acht Prozent tiefer. Bei Thyssen sei zudem der Chart mit dem neuen Zwischentief nun schwer angeschlagen, ergänzte ein Händler. Als das Papier unter die Tiefs der Vortage gerutscht war, habe sich der Verkaufsdruck mit anziehenden Umsätzen nochmal spürbar erhöht und die Talfahrt beschleunigt.

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Der Erholungsversuch der vergangenen Handelstage sei hauptsächlich der weiterhin üppigen Liquidität an den Märkten geschuldet, sagte Andreas Lipkow vom Vermögensverwalter Kliegel & Hafner. Die großen westlichen Volkswirtschaften könnten aber nicht wirklich von einem Wirtschaftsboom sprechen, worunter vor allem zyklische Branchen wie Stahl weiter zu leiden hätten. "Nur weil viel Geld für die Finanzmärkte zur Verfügung steht, werden die Unternehmen nicht tatsächlich 'günstiger'", so Lipkow.

ANALYST: SORGE AUCH UM KAPITALBEDARF

"Schon seit der Ankündigung im März, die Kriegskasse füllen zu müssen, hat die Aktie ihren Erholungstrend abgebrochen", sagte Analyst Ekkehard Link von der National-Bank. Das wurde am Markt als Vorbereitung für eine Kapitalerhöhung interpretiert. Fundamental sinke die Stahlnachfrage aber nun schon seit anderthalb Jahren, so dass mittlerweile eine Menge an schlechten Nachrichten im Sektor bereits eingepreist sein sollten. Wenn die Konjunktur nicht vollkommen wegbreche - wovon Link nicht ausgeht - sollte das weitere Abwärtspotenzial in der Branche daher begrenzt sein.

Mit dem Blick auf die ThyssenKrupp ergänzte der Analyst der National-Bank aber, dass aus technischer Sicht die Märkte oft dazu neigten, alte Tiefstände nochmal zu testen. Das bedeute für die Aktien des Dax-Mitglieds noch einmal fast 18 Prozent Spielraum nach unten, was Link aus fundamentaler Sicht als Kaufniveau ansehen würde. Der Jahrestief von 2012 liegt bei 11,445 Euro und damit nahe den Tiefs von 2008 und 2009.

THYSSENKRUPP SCHEINT PLANMÄSSIG VORANZUKOMMEN

Analyst Michael Shillaker von Credit Suisse sieht indes mit Blick auf die ThyssenKrupp-Aktie seine jüngste Vorsicht nach einem Treffen mit dem Management vermindert. Dabei habe die Konzernführung zwar die Spekulationen um eine bevorstehende Kapitalaufnahme nicht entkräften können und wollen, der Verkauf der Stahlwerke in Nord- und Südamerika scheine aber planmäßig voranzugehen. Und dies dürfte entscheidend dafür sein, ob eine Kapitalerhöhung kommt oder nicht. Die Empfehlung der Schweizer Bank bleibt "Outperform" mit dem Kursziel 25 Euro.

"Die Stahlbranche kommt nicht aus dem Konjunkturtal", beschreibt aber auch Daniel Saurenz von Feingold Research die missliche Lage. Evraz aus Russland schreibe tiefrote Zahlen, im MDax zeige der Stahlhändler Klöckner kaum Erholungstendenzen und auch Thyssen leide unter der schlechten Nachfrage. So verwundere die auf Sicht von sechs Monaten schlechteste Entwicklung der Aktie im Dax nicht. Auch das Hin und Her bei dem Verkauf der Stahlwerke in Übersee sorge nicht gerade für Entlastung.

 
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