14.05.2013, 16:36 Uhr | dpa
Die Commerzbank will sich endlich aus den Fesseln des Staates lösen. Das Geld dazu kommt aus einer milliardenschweren Kapitalerhöhung - auf Kosten der Alt-Aktionäre. Um Investoren anzulocken, bietet das Institut die neuen Papiere mit einem Abschlag von gut 50 Prozent auf den aktuellen Aktienkurs an. Die neuen Anteilsscheine kosten gerade einmal 4,50 Euro pro Stück. Um dennoch auf den angestrebten Erlös von 2,5 Milliarden Euro zu kommen, kündigte die Bank an, die Aktienzahl fast zu verdoppeln.
Damit werden die Anteile der Alt-Aktionäre noch stärker als erwartet verwässert, der prozentuale Anteil einer einzelnen Aktie am Unternehmen reduziert sich um fast die Hälfte. Sollte die Bank irgendwann einmal wieder eine Dividende ausschütten, gibt es pro Anteilsschein weniger Geld.
Mit der Kapitalerhöhung will der teilverstaatlichte DAX-Konzern die verbliebenen direkten Staatshilfen aus der Zeit der Finanzkrise (1,6 Milliarden Euro) und die Stille Einlage des Versicherers Allianz (750 Millionen Euro) zurückzahlen. Der Aktienanteil des Rettungsfonds Soffin an der Commerzbank soll in der Folge von 25 Prozent auf unter 20 Prozent sinken. Den Löwenanteil der Stillen Einlage des Staates von ursprünglich 16,4 Milliarden Euro hatte die Bank mit einer Kapitalerhöhung vor zwei Jahren getilgt.
Nun gibt die Commerzbank insgesamt gut 555 Millionen neue Aktien aus. Der Abschlag auf den Börsenkurs abzüglich des Preises für die Bezugsrechte liegt damit bei gut 38 Prozent. Alt-Aktionäre können die neue Papiere von diesem Mittwoch (15.5.) an bis einschließlich 28. Mai zeichnen. Für 21 bisherige Anteilsscheine können sie 20 neue ordern. Wer keine neuen Aktien möchte, kann sein Bezugsrecht bis zum 24. Mai an neue Investoren verkaufen.
Der Erlös aus der Kapitalerhöhung ist bereits gesichert. Dafür stehen die Investmentbanken gerade, die bei dem Geschäft helfen. Neben der Commerzbank wird die Transaktion von der Deutschen Bank sowie der Citigroup und der HSBC gemanagt.
Die Commerzbank hatte die Ausgabe neuer Papiere Mitte März angekündigt. Im April stimmte die Hauptversammlung dem Schritt trotz scharfer Kritik von Kleinaktionären mit großer Mehrheit zu. Um die komplizierte Transaktion durchziehen zu können, musste das Institut kurz danach den Kurs aufhübschen: Es legte zehn alte Aktien zu einer neuen zusammen.
Dadurch verzehnfachte sich der Aktienkurs an der Börse. Das sollte verhindern, dass der Kurswert unter einen Euro sinkt. Denn dann wäre eine Kapitalerhöhung unmöglich, da keine neue Aktie unter einem Nennwert von einem Euro ausgegeben werden darf.
Am Dienstag setzte die Aktie ihre Talfahrt fort und rutschte ans DAX-Ende. Der Kurs sackte zwischenzeitlich um mehr als drei Prozent auf das Rekordtief von 9,56 Euro ab. Damit notiert die Commerzbank mehr als 95 Prozent unter ihrem Kurs von 2007.
14.05.2013, 16:36 Uhr | dpa
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