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Wolfgang Schäuble will Commerzbank-Anteile verkaufen

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"Focus": Schäuble will Commerzbank-Anteile loswerden

15.07.2013, 10:54 Uhr | rtr

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sucht einem Bericht zufolge einen Käufer für die restlichen Staatsanteile an der Commerzbank. Schäuble habe bereits bei der Schweizer Großbank UBS ein mögliches Interesse an der Übernahme der zweitgrößten deutschen Bank sondiert, berichtete das Magazin "Focus" ohne Quellenangabe. Schäuble habe dazu mit dem früheren Bundesbank-Chef Axel Weber gesprochen, der dem UBS-Verwaltungsrat vorsteht. Der Anteil des Bankenrettungsfonds SoFFin von gut 17 Prozent an der Commerzbank ist an der Börse derzeit rund 1,2 Milliarden Euro wert, die ganze Bank 6,8 Milliarden.

Ein Sprecher des Finanzministeriums in Berlin erklärte am Wochenende lediglich, es sei stets das Ziel der Bundesregierung gewesen, die im Zuge der Finanzmarktkrise gewährten Stabilisierungsmaßnahmen zeitlich so eng wie möglich zu begrenzen. "Wann jedoch der verbliebene Aktienanteil des SoFFin an der Commerzbank veräußert wird, ist derzeit nicht absehbar", sagte er. Die Commerzbank und die UBS lehnten eine Stellungnahme ab.

Anteilsverkauf in einem Stück wäre besser

Der Staat hatte die Commerzbank vor gut vier Jahren mit 18,2 Milliarden Euro gerettet. 16,4 Milliarden davon entfielen auf Stille Einlagen, die die Commerzbank inzwischen vollständig zurückgezahlt hat. Zudem übernahm der SoFFin für 1,8 Milliarden Euro 25 Prozent an der Bank. Die SoFFin-Beteiligung ist inzwischen durch die jüngste milliardenschwere Kapitalerhöhung der Commerzbank auf rund 17 Prozent gesunken, die Sperrminorität des Staates ist damit gefallen.

Sollte der Bund seine Beteiligung in einem Schritt verkaufen wollen, wäre es Analysten zufolge sinnvoller gewesen, den Anteil nicht verwässern zu lassen. Denn beim Verkauf einer Sperrminorität lässt sich in der Regel ein höherer Preis erzielen als bei der Veräußerung eines kleineren Anteils.

Commerzbank hat weiter Probleme

Die Commerzbank fährt derzeit einen radikalen Sanierungskurs und streicht bis 2016 rund 5200 Stellen. Der unter Erfolgsdruck stehende Vorstandschef Martin Blessing will die Bank auf Privatkunden und den Mittelstand ausrichten. Weniger lukrative Randbereiche und Altlasten stößt er ab. Der Markt wartet noch auf durchschlagende Erfolgsmeldungen: Die Ratingagentur Moody's geht beispielsweise davon aus, dass der Umbau der Commerzbank frühestens 2015 Früchte tragen wird.

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Zahlreiche Investoren haben die Anteilsscheine aus ihren Depots geworfen - Anfang Juli fiel die Aktie auf ein Rekordtief von 5,56 Euro, am Freitag ging sie bei 5,96 Euro aus dem Handel. Damit der Bund seine Anteile ohne Verluste verkaufen könnte, müsste der Kurs auf über 30 Euro steigen.

Auch die UBS muss sparen

Auch die UBS kämpft mit Problemen. Erst am Freitag durchsuchten Fahnder Büros der deutschen Töchter wegen Ermittlungen gegen UBS-Kunden im Zusammenhang mit Steuerhinterziehung. Zudem verfolgen auch die Schweizer einen rigiden Sparkurs. Bis 2015 sollen die Kosten um 5,4 Milliarden Franken gesenkt werden. Das Investmentbanking wird nach mehreren Handelsskandalen drastisch verkleinert, 10.000 Arbeitsplätze werden gestrichen.

Im vergangenen Jahr brockte der Skandal um die Manipulation des Referenzzinses Libor und die Kosten für den Stellenabbau der UBS 2012 einen Verlust von 2,5 Milliarden Franken (zwei Milliarden Euro) ein.

Banken sind Ladenhüter

In Europa stehen derzeit viele Banken zum Verkauf. Wegen der verschärften Kapitalvorschriften nach Basel III müssen Banken jedoch ihre Risiken reduzieren und ihre Kapitalpolster aufstocken. Die Übernahme von Konkurrenten ist daher für viele Geldhäuser unattraktiv - zumal Beteiligungen an Banken nach Basel III mit hohen Eigenkapitalauflagen belegt sind.

15.07.2013, 10:54 Uhr | rtr

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