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MAN bleibt in roten Zahlen

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MAN bleibt in roten Zahlen

30.07.2013, 14:35 Uhr | dpa, rtr

Nach einem schwachen ersten Halbjahr sieht sich der Lastwagen- und Maschinenbauer MAN auch in den kommenden Monaten von der Konjunkturflaute und hausgemachten Problemen ausgebremst. Der Umsatz werde 2013 stagnieren und das operative Ergebnis werde sich "sehr deutlich" verringern, bekräftigte die VW-Tochter in München.

Die Rendite werde deshalb ganz erheblich absinken. In der Kernsparte Nutzfahrzeuge komme der Umsatz nicht vom Fleck, weil Zuwächse in Brasilien von weiteren Rückgängen im schuldengeschüttelten Europa aufgezehrt würden. Das Geschäft mit Großmotoren und Turbomaschinen gehe zurück, da weder Schiffsdiesel noch Serviceleistungen besonders gefragt seien. Zudem schlagen hier Millionenrückstellungen für Kraftwerke in der Karibik und auf Korsika ins Kontor.

Schwache Zahlen belasten Konzern

Die Sparte Power Engineering, einst stabiler Gewinnbringer bei MAN, schrieb deshalb im ersten Halbjahr tiefrote Zahlen und riss die Rendite des gesamten Konzerns nach unten. Operativ lag die Marge bei minus 0,1 Prozent. Im Nutzfahrzeuggeschäft betrug die Rendite 2,4 Prozent. "Wie bei den Nutzfahrzeugen befindet sich MAN auch im Geschäftsfeld Power Engineering in einem nach wie vor schwierigen Marktumfeld", sagte MAN-Chef Georg Pachta-Reyhofen.

Vor allem die schwache Weltwirtschaft lasse viele Kunden vor Investitionen, etwa in neue Schiffe, zurückschrecken. Damit fiel der Konzern weit hinter die rivalisierende Konzernschwester Scania (9,4 Prozent) und auch hinter die Konkurrenten Volvo (2,9 Prozent) und Daimler Trucks (3,7 Prozent) zurück.

Nettoverlust höher als erwartet

Der Betriebsverlust der Münchner betrug zehn Millionen Euro, nach 473 Millionen Euro Gewinn vor Jahresfrist. Unterm Strich türmte MAN ein Minus von 378 Millionen Euro auf - im zweiten Quartal fiel der Nettoverlust weit höher aus als erwartet. Sowohl in der Nutzfahrzeugsparte als auch bei Power Engineering schöben die Kunden Investitionen auf oder nähmen dafür weniger Geld in die Hand.

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Der Auftragseingang ging im ersten Halbjahr um sieben Prozent auf 7,7 Milliarden Euro zurück, der Umsatz um zwei Prozent auf 7,5 Milliarden.

Kritik von Aktionären

Im zweiten Quartal gingen zwar in beiden Sparten wieder etwas mehr Aufträge ein, MAN wollte dies jedoch - anders als einige Konkurrenten - nicht als Hoffnungsschimmer verstanden wissen. Der Konzern erwarte "für das Jahr 2013 nach wie vor keine signifikante konjunkturelle Erholung".

Schwarzmalerei bei der Prognose hatte MAN bereits die Kritik von Aktionärsschützern eingebracht, die argwöhnen, dass der Pessimismus im Zusammenhang mit dem Übernahmeangebot von VW steht. Das Wolfsburger Autoimperium hält gut 75 Prozent an MAN und bietet den restlichen Anteilseignern 80,89 Euro pro Papier. Das ist vielen Aktionärsschützern zu wenig.

Rivalen wollen Produktion hochfahren

Die MAN-Rivalen Scania und Volvo hatten in der vergangenen Woche von mehr Lkw-Neubestellungen berichtet und angekündigt, ihre Produktion langsam wieder hochzufahren. Allerdings gingen bei den schwedischen Herstellern auch in Europa wieder mehr Aufträge ein. MAN dagegen verbuchte hier auch im zweiten Quartal ein Minus.

Personalabbau geht weiter

Nach dem schwachen ersten Halbjahr steht das Unternehmen weiter auf der Kostenbremse. Der Personalabbau gehe sowohl in der Nutzfahrzeugsparte als auch im Geschäftsfeld Diesel & Turbo weiter, sagte der Konzernchef. Konkrete Zahlen wollte er nicht nennen. MAN setze aber auf natürliche Fluktuation.

Pachta-Reyhofen sagte weiter, derzeit sei in der Busproduktion in Plauen und in der Gießerei und Montage von Großmotoren in Augsburg Kurzarbeit angesetzt. "Wir gehen davon aus, dass wir das im Herbst in geringem Umfang auf das Werk Salzgitter ausdehnen." Entwickle sich der Auftragseingang weiter so stark wie zuletzt im Juli, könne die Kurzarbeit wieder abgemildert werden.

30.07.2013, 14:35 Uhr | dpa, rtr

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