Milliardengeschäft
Online-Dienst Twitter will an die Börse13.09.2013, 14:16 Uhr | AFP, rtr, t-online.de
Nach Facebook will auch der Kurznachrichtendienst Twitter an die Börse gehen. Das Unternehmen reichte nach eigenen Angaben bei der Börsenaufsicht SEC einen vertraulichen Antrag auf eine Neuemission ein. Dies ist der erste Schritt in Richtung Gang aufs Parkett. Für die Techbranche dürfte das Börsendebüt des 2006 gegründeten Unternehmens mit mehr als 200 Millionen Nutzern weltweit das wichtigste Ereignis seit dem Mega-IPO von Facebook sein.
Private Investoren bewerten Twitter mit mehr als zehn bis 15 Milliarden US-Dollar (7,5 bis 11,3 Milliarden Euro). Twitter hat sich rund um den Globus zu einem häufig eingesetzten Kommunikationsmittel entwickelt. Politiker, Unternehmen, Musiker, Medien und Privatleute nutzen die maximal 140 Buchstaben langen Tweets, um ihre Botschaften zu verkünden.
So hat der kanadische Teeniestar Justin Bieber der Webseite twittercounter.com zufolge mehr als 44 Millionen "Follower", also Nutzer, die seine Kurznachrichten verfolgen. Der führende Politiker ist US-Präsident Barack Obama, der immerhin auf mehr als 36 Millionen "Follower" kommt. Auch beim Arabischen Frühling, beim Tsunami in Japan vor zwei Jahren und im US-Wahlkampf spielte der Dienst eine nicht unwesentliche Rolle.
Für seinen Antrag muss der Börsenanwärter zunächst keine Finanzdaten veröffentlichen, erst kurz vor der Roadshow vor Investoren müssen Details bekanntgegeben werden. Allerdings muss ein Bewerber bestimmte Kriterien erfüllen. Dazu zählt ein Umsatz unter einer Milliarde Dollar. Laut dem Marktforscher eMarketer ist Twitter auf dem Weg, in diesem Jahr Erlöse von 583 US-Millionen Dollar (rund 438 Millionen Euro) zu erzielen.
Analyst Max Wolff von Greencrest Capital geht davon aus, dass der Dienst noch im laufenden Jahr die Gewinnschwelle knackt. Dazu tragen dann auch die vermehrten Marketingmöglichkeiten über Twitter bei. Für mehr Einfluss dürfte auch eine SEC-Entscheidung sorgen: Die Behörde hat Unternehmen erlaubt, auch wichtige Informationen wie Quartalszahlen über den Internet-Dienst zu verbreiten.
Der bevorstehende IPO von Twitter hat bereits alle namhaften Wall-Street-Banken von JPMorgan über Credit Suisse und Morgan Stanley auf den Plan gerufen, die alle eine Rolle beim Börsendebüt spielen wollen. Kreisen zufolge hat Goldman Sachs das Rennen gemacht und wird Konsortialführer. Für die beteiligten Geldhäuser dürfte sich der Twitter-Börsengang auszahlen. Sollte Twitter lediglich zehn Prozent seiner Anteile an die Börse bringen, könnten die Konsortialbanken zusammen bis zu 50 Millionen US-Dollar einnehmen, wie aus Berechnungen von Freeman & Co. hervorgeht. Ein ähnliches Bankenrennen wie bei Twitter ist längst um Alibaba entbrannt. Es wird erwartet, dass der chinesische Internetkonzern noch im laufenden Jahr mehr als 15 Milliarden Dollar an der Börse einsammelt.
Die Aktie von Facebook hat nach einem turbulenten Börsenjahr in dieser Woche ein neues Allzeithoch erreicht. Das Papier stieg auf über 45 US-Dollar. Zuletzt hatte die Aktie beim Börsengang im Mai kurz die Marke von 45 US-Dollar erreicht, um in den darauffolgenden Monaten auf bis zu 17,55 US-Dollar abzustürzen.
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13.09.2013, 14:16 Uhr | AFP, rtr, t-online.de
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