Notschalter für US-Börsen
"Kill Switch" soll Pannen verhindern13.09.2013, 16:43 Uhr | rtr
Die Börsenaufsicht fordert eine Art Not-Aus-Schalter, der den Börsenhandel in Notfällen stoppt (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)
Die Börsenaufsicht greift durch: Nach der jüngsten Handels-Panne an der US-Technologiebörse Nasdaq brummt die Securities and Exchange Commission (SEC) den Aktienmarktbetreibern eine Reihe von Reformen auf, die innerhalb von 60 Tagen erledigt werden müssen. In deren Mittelpunkt steht eine Art Notbremse für den Wertpapierhandel. Mit einem sogenannten Kill Switch, also einem Notstopp-Mechanismus, soll der Börsenhandel in Notfällen ausgesetzt werden können. In Frankfurt gibt es nach Angaben der Deutschen Börse längst ein ähnliches System.
Die SEC hatte bereits nach einer Serie von Börsen-Pannen im vergangenen Jahr auf eine stabilere Technologie der US-Aktienmärkte gedrängt. Der Vorfall vom 22. August an der Nasdaq brachte das Fass für die SEC dann zum Überlaufen: Die Technologiebörse wurde überraschend für drei Stunden komplett lahmgelegt, insgesamt 3200 Aktien waren betroffen, darunter Google, Facebook oder Apple. Der Nasdaq-Betreiber macht einen eigenen Software-Fehler sowie Probleme im System der Rivalin NYSE Euronext für die Zwangspause verantwortlich.
SEC-ChefinMary Jo White mahnte eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten auch mit der Börsenaufsicht an, nachdem sie zu vertraulichen Gesprächen mit Top-Managern der führenden US-Börsen zusammengekommen war. Die Märkte müssten ihre technischen Infrastrukturen stärken und sie weniger anfällig für Pannen machen.
Wie ein Notstopp-Mechanismus genau funktionieren soll, ist jedoch noch nicht entschieden. Ziel ist, dass Fehler in einem System nicht auf den gesamten Markt übergreifen. Ein Teilnehmer des Treffens mit White sagte, Börsenmakler würden voraussichtlich zunächst eigene Handels-Limits setzen. Sollten diese überschritten werden, greife der Notmechanismus der Börse.
An der Deutschen Börse gibt es nach eigenen Informationen mit der Funktion "market halt" bereits die Möglichkeit, alle neu eingehenden Order in kürzester Zeit zu stoppen. "Europa ist zehn Jahre voraus, was Sicherheit und elektronischen Handel angeht," sagte ein Sprecher der Börse.
Neben weiteren Neuerungen rund um das Aussetzen des Aktienhandels sollen nach den Vereinbarungen von SEC und den Börsenbetreiber vor allem die Prozessoren verbessert werden, die Aktienpreise ermitteln und an den Markt übertragen. Probleme mit diesem "Securities Information Processor" (SIP) gehörten zu den Ursachen der jüngsten Ausfälle an der Nasdaq.
Die SEC forderte die Marktbetreiber auf, Vorschläge für die Umsetzung der vereinbarten Reformen vorzulegen. Ob dies tatsächlich binnen 60 Tagen abgeschlossen sein muss, war unter den Teilnehmern umstritten. Einige sagten, es handele sich nur um einen groben Zeitrahmen. SEC-Chefin White lobte das Treffen als sehr konstruktiv. NYSE-Chef Duncan Niederauer sagte: "Wir haben alle ziemlich eindeutige Hausaufgaben." Es gehe vor allem um die Kooperation der Handelsplätze. "Wir tragen gemeinsam die Verantwortung für das Vertrauen der Investoren."
13.09.2013, 16:43 Uhr | rtr
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