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Skepsis wegen Geldflut in Japan wächst

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Skepsis wegen Geldflut in Japan wächst

13.06.2013, 16:06 Uhr | dpa-AFX

Eine Flut von Yen überschwemmt den Markt (Quelle: imago - blickwinkel)

Eine Flut von Yen überschwemmt den Markt (Quelle: imago - blickwinkel)

Die Zweifel an Abenocmics wachsen: Die aggressive Geldpolitik der japanischen Notenbank gerät ins Schlingern. Investoren zweifeln zusehends daran, dass die Bank of Japan das Land mit ihrem Kurs aus der wirtschaftlichen Dauermisere führen kann. Am Donnerstag ist die Börse in Tokio ein weiteres Mal eingebrochen, weil der Yen trotz der Geldschwemme aufwertet und Japans Exporte teurer werden. Zudem signalisieren steigende Renditen für Staatsanleihen die kritische Haltung von Anlegern. Viele Investoren kritisieren fehlende Reformen, etwa im verkrusteten Arbeitsmarkt.

Japan kauft Anleihen für 55 Milliarden Euro

Einzelne Experten wie Naka Matsuzawa, Chefstratege der japanischen Investmentbank Nomura, halten das Experiment bereits für gescheitert. Erweist sich die Geldschwemme als Strohfeuer mit gefährlichen Nebenwirkungen? Der geldpolitische Kurs ist in jedem Fall riskant: Seit Anfang April hat die Bank of Japan den Leitzins als Steuerungsinstrument faktisch über Bord geworfen. Stattdessen flutet sie die japanischen Finanzmärkte mit Geld.

Dazu kauft sie insbesondere Staatsanleihen im Wert von monatlich umgerechnet 55 Milliarden Euro. Das soll helfen, die weltweit drittgrößte Volkswirtschaft aus dem Teufelskreise sinkender Verbraucherpreise und stagnierenden Wirtschaftswachstums zu führen. Unmittelbare Folge - wenngleich nicht offizielles Ziel - ist eine Schwächung der heimischen Währung. Diese Wirkung verpufft aber zusehends.

Yen legt wieder zu

Seit Ende Mai hat der Yen seinen Sinkflug der vergangenen Monate abgebrochen. Am Donnerstag fiel der US-Dollar unter die Marke von 95 Yen. Er kostet damit fast so wenig wie vor dem Kurswechsel der Bank of Japan Anfang April. Das belastet die Börsenkurse, weil ein fester Yen Gift für die japanischen Exportunternehmen ist. Seit ihrem Jahreshoch Ende Mai haben die Aktienkurse zwanzig Prozent nachgegeben.

Selbst japanische Staatsanleihen stehen trotz starker Zukäufe der Notenbank unter Druck. Im Gegenzug steigen die Renditen, was der Notenbank ein Dorn im Auge ist, da die Finanzierungsbedingungen der japanischen Wirtschaft darunter leiden könnten.

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Abenomics schiebt die Wirtschaft an

Den Kurs der Bank of Japan für gescheitert zu erklären, erscheint aber verfrüht: Allein die Erwartung eines geldpolitischen Richtungsschwenks hatte die japanische Wirtschaft zu Jahresbeginn angeschoben. Im ersten Quartal wuchs die Wirtschaftsleistung auf das Jahr hochgerechnet um starke 4,1 Prozent. Das Wachstum lag damit deutlich höher als in anderen großen Volkswirtschaften wie Deutschland oder den USA. Die Frage ist aber, ob das Tempo gehalten werden kann.

Skeptisch zeigen sich die Volkswirte der US-Bank Goldman Sachs. Sie halten es für unwahrscheinlich, dass die Bank of Japan ihr Ziel erreicht, die Inflationsrate von der Nulllinie zu lösen und innerhalb der nächsten zwei Jahre auf zwei Prozent anzuheben. Bisher sind zwar die Inflationserwartungen professioneller Anleger gestiegen, die Verbraucherpreise geben aber weiter nach. Sollte sich daran nichts ändern, dürften sich Verbraucher und Unternehmen mit Konsum und Investitionen zurückhalten, weil sie auf fallende Preise spekulieren. Das würde das Wachstum belasten.

Die Deflation hält sich

Darüber hinaus muss die Notenbank aufpassen, dass sie sich nicht in eine Falle manövriert: Infolge ihrer immensen Wertpapierkäufe sei die Liquidität und Stabilität des Anleihemarktes bereits jetzt erheblich beeinträchtigt, warnen die Experten von Goldman Sachs. "In dieser Situation könnte eine Verringerung der Anleihekäufe dramatische Folgen auf das Zinsumfeld haben." Mit anderen Worten: Je stärker die Bank of Japan am Anleihemarkt interveniert, desto schwieriger wird der Ausstieg. Zumal die Strategie der Notenbank, die Anleger vom Anleihe- in den Aktienmarkt zu drängen, um die Börsenkurse steigen zu lassen, gegenwärtig nicht aufgeht.

Viele Beobachter verweisen deswegen darauf, dass eine expansive Geldpolitik allein nicht ausreicht, um Japan aus Deflation und Stagnation zu führen. Als große Wachstumsbremse gelten die verkrusteten Arbeits- und Gütermärkte Japans. Entsprechende Reformen lässt die Regierung unter Premier Shinzo Abe jedoch bislang vermissen. "Sie werden aber vielleicht entscheidend dafür sein, ob die neue Politik letztlich nicht doch nur ein Strohfeuer entfacht", gibt Helaba-Experte Christian Apelt zu bedenken.

Abe baut hingegen auf kostenträchtige Konjunkturprogramme und vereinzelte Steuererleichterungen. Angesichts einer unter Industrienationen rekordhohen Staatsverschuldung stößt dieser Kurs auf wenig Begeisterung - offenbar auch immer weniger in Japan.

13.06.2013, 16:06 Uhr | dpa-AFX

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