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So machen Sie Ihr Anleihen-Depot wetterfest für einen Zinsanstieg

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Festverzinsliche Wertpapiere

So machen Sie Ihr Anleihen-Depot wetterfest für einen Zinsanstieg

30.08.2013, 18:15 Uhr | Von Paul Lauer für t-online.de

Nach dem Zinstief steigen die Renditen von festverzinslichen Wertpapieren wieder  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Nach dem Zinstief steigen die Renditen von festverzinslichen Wertpapieren wieder (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Krise an den Finanzmärkten hat viele Anleihen-Besitzer jahrelang in Hochstimmung versetzt. Denn mit den fallenden Zinsen im Gefolge der Niedrigzinspolitik der Notenbanken stiegen die Anleihenkurse kräftig an. Im Juni erhielt die gute Stimmung aber einen ersten Dämpfer. Denn die Andeutung des US-Notenbankchefs Ben Bernanke, dass das Ende des billigen Geldes nahe sei, löste einen recht starken Zinsanstieg aus, die Anleihenkurse fielen.

Wie stark, belegen folgende Zahlen: So bringt eine zehnjährige Bundesanleihe derzeit rund 1,8 Prozent Rendite nach 1,3 Prozent zum Jahresbeginn, bei US-Anleihen mit gleicher Laufzeit stieg die Rendite von 1,8 Prozent auf 2,8 Prozent. Nun sind steigende Renditen eigentlich eine gute Nachricht für Anleger. Nicht aber für jene Investoren, die Anleihen-Bestände mit hohen Kursgewinnen in ihren Depots halten. Denn so wie bei sinkenden Zinsen die Kurse steigen, so geht es bei steigenden Zinsen in die umgekehrte Richtung.

Kleiner Renditeanstieg - große Kursverluste

Finanzexperten halten dafür eine Faustregel bereit: Kommt es zu einem Renditeanstieg von einem halben Prozent, führt das bei einer zehnjährigen Anleihe zu einem Kursverlust von rechnerisch fünf Prozent. Und dabei gilt zusätzlich: Je länger die Laufzeit des Papiers ist, umso höher sind die Kurseinbußen.

Ist jetzt also die Zeit für Anleihebesitzer gekommen, die Kursgewinne rasch zu sichern? Noch gibt es keinen Anlass zu eiligem Handeln, meint Rolf Kazmaier, Geschäftsführer der SVA Vermögensverwaltung Stuttgart GmbH: "Eine wirkliche Zinswende kann ich noch nicht erkennen. Dennoch werden die Märkte dieses Thema weiterhin äußerst sensibel beobachten."

Seine Begründung: In Europa und in den USA ist noch keine signifikante Konjunkturerholung sichtbar. Ähnlich sieht es Jürgen Schneider, Vorstand der FiNUM.Private Finance AG in Berlin: "Wahrscheinlich haben wir das Zinstief gesehen. Die Zinsen könnten in den nächsten beiden Jahren moderat steigen – aber nicht in größerem Stil."

Auf Zinswende jetzt vorbereiten

Trotzdem kann es nicht schaden, wenn sich Anleger schon jetzt auf eine Zinswende vorbereiten, denn solche Entwicklungen treten oft so schnell und unverhofft ein, dass sie gar nicht mehr rechtzeitig darauf reagieren können. Vor allem bei langlaufenden Anleihen mit einem hohen Zinscoupon kann daher Kasse machen nicht falsch sein.

Auch ein Umstieg auf variabel verzinste Anleihen (Floater) ist eine Alternative. Hier werden die Zinsen regelmäßig an die Entwicklung des Marktes angepasst. Allerdings ist die Auswahl an Floatern nicht sehr groß. Und beim Kauf muss ein genauer Blick auf die Bonität des Schuldners gerichtet werden.

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Wichtige Kennzahl: Duration

Mit der Sicherung von Kursgewinnen oder Umschichtungen einzelner Positionen ist es jedoch nicht getan. Besser ist es, den gesamten Bestand an festverzinslichen Papieren im Depot für einen Zinsanstieg wetterfest zu machen. Ein wichtiger Maßstab ist dabei die Duration: "Das ist eine Kennzahl, die die durchschnittliche Kapitalbindungsdauer eines in festverzinslichen Wertpapieren angelegten Vermögens angibt", erklärt Rolf Kazmaier. Sie gibt also in Jahren an, wie lange das Vermögen in den gekauften Papieren gebunden ist. Je höher die Zahl, umso höher ist auch das Kursrisiko bei steigenden Zinsen.

Mit Blick auf einen Zinsanstieg bedeutet das, den Bestand an länger laufenden Anleihen zugunsten von Papieren mit kürzeren Laufzeiten zu reduzieren. Mit einer durchschnittlichen Laufzeit von fünf Jahren dürften Anleger derzeit am besten fahren.

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Für Privatanleger empfehlen sich Rentenfonds

Die Duration eines Anleihedepots lässt sich mit Direktkäufen am besten steuern - vorausgesetzt die zur Verfügung stehende Anlagesumme ist hoch genug. Für Kleinanleger bieten sich dagegen Rentenfonds an: "Fondsmanager können besser eine breite Streuung erreichen und so schnell auf Veränderungen im Zinsumfeld reagieren", sagt Jürgen Schneider.

30.08.2013, 18:15 Uhr | Von Paul Lauer für t-online.de

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