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Börsen und Märkte

Dow fest - DAX über 8500 Punkten

14.09.2013, 09:29 Uhr | dpa-AFX, rtr, t-online.de

Broker an der Wall Street (Quelle: dpa)

Broker an der Wall Street (Quelle: dpa)

Schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten - schwache Konjunkturdaten haben an der Wall Street die Hoffnung auf eine anhaltende Geldspritze der Federal Reserve genährt. Deswegen hatte sich der DAX seinem Rekordhoch am Freitag weiter angenähert und über der Marke von 8500 Punkten geschlossen. Mit plus 0,2 Prozent auf 8509 Punkten ging der Leitindex ins Wochenende und damit auf dem höchsten Stand seit dem Rekord vom 22. Mai.Der MDAX beendete den Handel mit einem Plus von 0,1 Prozent bei 14.840 Stellen, während der TecDAX um 0,1 Prozent vorrückte auf 1063 Punkte. Der Bund-Future lag zuletzt 0,1 Prozent höher bei 137,93 Euro. Der Euro notierte bei 1,3299 Dollar. Eine Feinunze Gold kostete 1326 Dollar und ein Fass Rohöl der Sorte WTI wurde für 108,55 Dollar gehandelt.

DAX knapp unter Allzeithoch

Im Wochenverlauf legte der DAX um 2,8 Prozent zu, er liegt nun nur noch einen Hauch unter dem Rekordhoch von 8557 Zählern.

"Selbst schwächer als erwartet ausgefallene Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten haben dem DAX letztlich heute kaum etwas anhaben können", sagte Marktstratege Gregor Kuhn von Broker IG. Zwar hatte es gegen Handelsschluss zunächst danach ausgesehen, als wollten Anleger vor dem Wochenende eher Gewinne mitnehmen, doch kurz vor Schluss kam die Wende.

Wall Street hofft auf die Fed

Der US-Aktienmarkt ist am Freitag mit Gewinnen aus der Handelswoche gegangen. Schwächer als erwartet ausgefallene Konjunkturdaten nährten die Hoffnung auf eine spätere oder geringere Drosselung der ultralockeren US-Geldpolitik, hieß es am Markt. Das kurz nach Börsenstart bekannt gegebene Konsumklima der Uni Michigan war überraschend stark abgesackt. Die Daten gelten als Indikator für das Vertrauen der Verbraucher in die US-Wirtschaft und geben einen Hinweis auf ihre Kauflaune. Zuvor war bereits der Anstieg bei den Einzelhandelsumsätzen im August hinter den Erwartungen zurückgeblieben, die Erzeugerpreise legten hingegen überraschend deutlich zu.

Der Dow Jones Industrial legte zur Schlussglocke um 0,5 Prozent auf 15.376 Punkte zu. Der Leitindex hat damit auf Wochensicht ein kräftiges Plus von drei verbucht und die beste Woche seit Januar eingefahren. Auch der breitere S&P-500-Index schloss am Freitag mit Gewinnen und legte 0,3 Prozent auf 1688 Punkte zu - mit einem Anstieg von zwei Prozent die beste Woche seit zwei Monaten. Der technologielastige Composite-Index stieg um 0,2 Prozent auf 3722 Zähler.

Nach Angaben von Börsianern wirft bereits das Treffen des Offenmarktausschusses der US-Notenbank Fed in der kommenden Woche seine Schatten voraus. Am Mittwoch werden die Zentralbanker verkünden, ob sie bereits ab September weniger US-Anleihen kaufen wollen und damit etwas den Fuß vom Gas ihrer ultralockeren Geldpolitik nehmen. Das werde das nächste marktbewegende Ereignis werden, sagte ein Portfoliomanager in Oklahoma. Schwächer als erwartet ausgefallene Konjunkturdaten ließen die Hoffnung aufkeimen, das sogenannte "Tapering" könne später als im September beginnen oder geringer ausfallen als befürchtet. Das Konsumklima der Uni Michigan war überraschend stark abgesackt und der Anstieg bei den Einzelhandelsumsätzen im August war ebenso hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

Kursgewinne bei K+S

Es waren vor allem Übernahmethemen, die am deutschen Aktienmarkt die Kurse bewegten. Kurz vor Handelsschluss erreichte den Markt die Nachricht, dass der Uralkali-Großaktionär Suleiman Kerimov tatsächlich seinen Anteil an dem K+S-Konkurrenten verkauft haben soll, sagten Händler. Sie sahen darin den Grund für die kräftigen Kursgewinne des Kasseler Kaliproduzenten von 5,7 Prozent auf 22,59 Euro im DAX. Dieser Schritt, so hieß es, könnte zu einem Kurswechsel bei Uralkali führen und den erwarteten Preisdruck am Kalimarkt abschwächen.

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Milliardenübernahme im Kliniksektor

Klar im Fokus stand der neuerliche Vorstoß von Fresenius in Richtung Rhön-Klinikum: Nachdem der Medizinkonzern im Vorjahr noch mit der Komplettübernahme des Klinikbetreibers am Widerstand der Rhön-Aktionäre gescheitert war, kauft nun die Tochter Fresenius Helios 43 Kliniken und 15 medizinische Versorgungszentren von Rhön für 3,1 Milliarden Euro. "Das war ein heißer Husarenritt", sagte eine damit vertraute Quelle.

Seit Frühjahr hätten die Spitzen von Fresenius und Rhön-Klinikum mit Juristen daran gearbeitet. Eine Zustimmung der Rhön-Aktionäre auf einer Hauptversammlung ist nicht notwendig. Denn nach geltendem Recht können 70 Prozent der Geschäftsteile einer Gesellschaft ohne die Zustimmung der Aktionäre verkauft werden.

Ein Händler bezeichnete das Geschäft als "großartigen Deal, vor allem für die Rhön-Aktionäre". Der Konzern will nämlich einen Großteil der Einnahmen an die Aktionäre weitergeben. Entsprechend schossen die Papiere um 11,4 Prozent nach oben an die MDAX-Spitze. Aber auch für Fresenius wird der Zukauf positiv gewertet - die Aktien zogen als zweitstärkster DAX-Wert um 3,6 Prozent an.

Gerry Weber brechen nach Zahlen ein

Die Papiere von Gerry Weber sackten nach Zahlen für die ersten neun Monate um 8,1 Prozent ab und waren damit Schlusslicht im MDAX. Der Modekonzern sieht den Start der neu eröffneten Filialen durch schlechte Witterungsbedingungen erschwert und blieb hinter den eigenen Erwartungen zurück.

Vodafone dicht vor Übernahme von Kabel Deutschland

Kabel Deutschland gewannen indes 6,3 Prozent. Die Übernahme durch Vodafone kann über die Bühne gehen, nachdem den Briten die notwendige Mehrheit von 75 Prozent der Kabel-Deutschland-Aktien zum Kauf angeboten wurden.

Kaum Impulse aus Asien

Die Börse in Tokio hatte am Freitag geringfügig zugelegt. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte notierte nach zwischenzeitlichen Abgaben zum Ende einen Gewinn von 0,1 Prozent und ging beim Stand von 14.404 Punkten in ein verlängertes Wochenende. Am kommenden Montag bleibt die Börse wegen eines nationalen Feiertages geschlossen. Der breit gefasste Topix stieg knapp um 0,1 Prozent auf 1185 Punkte.

Weitere Wirtschafts- und Finanzmeldungen finden Sie hier.

14.09.2013, 09:29 Uhr | dpa-AFX, rtr, t-online.de

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