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Geldpolitik der US-Notenbank: Profiteure der amerikanischen Zinswende

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Profiteure der amerikanischen Zinswende

12.07.2013, 20:11 Uhr | Jörg Rohmann, Alpari Deutschland

US-Banken dürften von einer Zinswende als erstes profitieren (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

US-Banken dürften von einer Zinswende als erstes profitieren (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die US-Notenbank hat die Zinswende eingeläutet, auch wenn Ben Bernanke kürzlich etwas zurückgerudert ist. Auf kurz oder lang wird der Ausstieg aus dem QE3-Programm erfolgen. Daran bestehen keine Zweifel. Die Fed erwartet für 2013/14 ein deutlich positives Wirtschaftsszenario mit steigendem Bruttosozialprodukt und rückläufiger Arbeitslosenquote. Entsprechend kam es nach der jüngsten Pressekonferenz der Fed zu anziehenden Anleiherenditen sowie zu Verwerfungen und Umgewichtungen an den Währungs- und Aktienmärkten. Weitere Umschichtungen innerhalb des Aktienuniversums zeichnen sich ab.

Kapitalintensive Geschäftsmodelle unter Druck

So leiden kapitalintensive Sektoren mit hohem Finanzierungsanteil in der Regel besonders stark unter steigenden Zinsen. Hierzu zählen unter anderem Versorger und Telekommunikationsunternehmen, die von den niedrigen Finanzierungskosten der Vergangenheit überdurchschnittlich stark profitiert haben.

Banken im Aufwind

Von der Zinswende profitieren werden in erster Linie Banken und Broker. Dies gilt insbesondere für die Regionalbanken mit ihrer hohen Dominanz im klassischen Kreditgeschäft. Sie profitieren einerseits von der Erholung am Häusermarkt und der damit einhergehenden steigenden Nachfrage nach Immobilienkrediten. Andererseits kommt ihnen aber auch der Anstieg am langen Ende der Anleiherenditekurve zugute.

Der Anstieg der US-Anleiherenditen begünstigt US-Regionalbanken Der Anstieg der US-Anleiherenditen begünstigt US-RegionalbankenDa sich die Banken nach wie vor Geld für 0,25 Prozent Zinsen bei der US-Notenbank leihen können, erhöht sich ihre Profitabilität mit Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen kurzem und langem Ende. Entsprechend konnte dieser Sektor seine Korrekturphase bereits abschließen und den kurzfristigen Seitwärtstrend nach oben verlassen.

Während der Dow Jones noch unter den diesjährigen Höchstständen notiert, ist der SPDR S&P Regional Banking ETF (Ticker Symbol: KRE) seit Beginn der Korrektur um 7 Prozent angestiegen. Dabei deutet das Erreichen neuer Jahreshöchststände während einer Korrektur des Gesamtmarktes darauf hin, dass die relative Stärke und Führungsfunktion des Sektors noch einige Zeit anhalten wird.

Marktteilnehmer rechnen mit wirtschaftlicher Erholung

Positiv zu werten ist zudem, dass auch andere frühzyklische Sektoren wie Halbleiter, Automobil- und Einzelhandelswerte zuletzt ebenfalls neue Jahreshochs markiert haben. Damit wird ein wirtschaftliches Erholungsszenario in den USA von den Marktteilnehmern in die Kurse ganz offensichtlich eingepreist.

Risiken bleiben

Trotz dieser vielversprechenden Signale ist die Strategie der US-Notenbank allerdings keineswegs ohne Risiken. So birgt ein zu schnelles Anziehen der Anleiherenditen die Gefahr, dass die Kreditnachfrage von Unternehmen und Haushalten hinter den Erwartungen zurückbleibt und das noch recht schwache Wachstumspflänzchen wieder vertrocknet. Gerade deshalb ist Ben Bernanke verbal eingeschritten. Der Übergang zur Normalisierung der Geldpolitik ist eine Gratwanderung.

Jörg Rohmann, Chefanalyst bei Alpari DE (Quelle: Alpari DE)Jörg Rohmann, Chefanalyst bei Alpari DEInfos zur Person: Jörg Rohmann ist Chefanalyst bei Alpari DE. Er verfügt über eine langjährige Berufserfahrung in Makro- und technischer Analyse der Finanzmärkte. Als passionierter Trader hält er Webinare und erstellt technische Analysen sowie Marktkommentare im Alpari Newsroom. 

12.07.2013, 20:11 Uhr | Jörg Rohmann, Alpari Deutschland

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