20.07.2013, 08:36 Uhr | dpa, t-online.de
Jahrelang haben Europas Währungshüter am neuen Fünf-Euro-Schein gebastelt - er sollte besonders fälschungssicher werden. Die Betrüger hingegen reagierten prompt: Bereits kurz nach seiner Einführung Anfang Mai tauchten erste "Blüten" auf. Die sind noch ziemlich plump, zeigen aber dennoch: Der Wettkampf zwischen Währungshütern und Geldfälschern geht weiter.
Das Papier ist dick und abgegriffen, die verschwommen-bunten Motive auf der Vorderseite wirken wie mit Tuschestift nachgezeichnet, ein Wasserzeichen ist gar keines zu erkennen. Trotzdem konnte ein Unbekannter mit diesem vermeintlichen Fünf-Euro-Schein Ende Mai in Nordrhein-Westfalen einkaufen. Der Schwindel fiel erst auf, als die "Blüte" bei der Bank eingezahlt werden sollte.
Anfang Juni tauchte eine weitere Kopierfälschung des neuen Fünfers im Saarland auf - fiel aber ebenfalls erst auf, nachdem sie zum Bezahlen genutzt worden war. "Jede dieser Fälschungen kann erkannt werden, wenn man mehrere Sicherheitsmerkmale prüft", betont Helmut Rittgen, Leiter des Zentralbereichs Bargeld bei der Bundesbank.
Das gelte auch für den neuen Fünfer: "Die auffällige Smaragdzahl erleichtert zwar die Echtheitsprüfung. Wir warnen aber davor, sich auf ein einziges Sicherheitsmerkmal zu verlassen", sagt Rittgen. Die gute Nachricht: Im ersten Halbjahr blieb es in Deutschland bei den zwei Fälschungen des überarbeiteten Fünf-Euro-Scheins. Insgesamt sechs weitere wurden in Frankreich, Italien und Spanien aus dem Verkehr gezogen.
"Die ersten Fälschungen des neuen Fünf-Euro-Scheins sind von ausgesprochen geringer Qualität", schildert Rittgen. "Das war nach dem Start des Euro-Bargeldes 2002 auch so: Damals hat es eineinhalb bis zwei Jahre gedauert, ehe hochwertigere Druckfälschungen in größerem Stil in Umlauf kamen."
Doch Rittgen zeigt sich überzeugt: "Dass nun eine Welle von gefälschten Fünfern über uns schwappt, ist nicht zu befürchten." Risiko und Ertrag stehen für Fälscher bei kleinen Scheinen nicht in einem lohnenden Verhältnis - so platt muss man es ausdrücken.
Seit Jahren sind die am häufigsten auftauchenden "Blüten" sowohl in Deutschland als auch in Europa der 20-Euro-Schein und die 50-Euro-Note. In Deutschland machten diese beiden Scheine in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 80 Prozent des Falschgeldaufkommens aus. Hergestellt werden die Blüten vor allem in Südeuropa, als Hochburgen gelten Italien und Spanien.
Die wenigen Fünf-Euro-Fälscher könnten schlicht auch die zeitweilige Verwirrung nach Einführung des überarbeiteten Scheins ausgenutzt haben: Etliche Fahrkartenautomaten der Deutschen Bahn sowie einiger regionaler Verkehrsgesellschaften akzeptierten die neuen Fünfer zunächst nicht, weil die Software der Automaten zu spät aktualisiert wurde.
Und mancher Verbraucher hielt das offizielle neue Design der Fünfer gar für eine Fälschung: Anfang Mai brachte ein junger Mann in Bielefeld zwei druckfrische Fünf-Euro-Banknoten zur Polizei. Es handele sich wohl um Falschgeld, so seine Analyse. Als die Beamten feststellten, dass es Scheine der neuen Serie sind, hatte der schätzungsweise 25- bis 30-Jährige die Wache längst verlassen - und die Polizei machte sich auf die Suche nach dem Eigentümer der echten Scheine.
20.07.2013, 08:36 Uhr | dpa, t-online.de
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