Schwächelnder Hoffnungsträger
Brasiliens Notenbank stemmt sich gegen Real-Schwäche23.08.2013, 19:57 Uhr | rtr, dpa
Neben der Schwäche der Landeswährung hat Brasilien mit weiteren Probleme zu kämpfen (Quelle: dpa/picture alliance/joker)
Der Hoffnungsträger der Weltwirtschaft Brasilien schwächelt: Neben einem verhaltenen Wachstum wird die sechstgrößte Volkswirtschaft der Welt derzeit von einem raschen Verfall ihrer Währung heimgesucht. Die Notenbank des Landes geht daher verstärkt gegen die Schwäche des Real vor. Die Währung war zuletzt auf Fünf-Jahres-Tief gefallen. Wie die Zentralbank mitteilte, legt sie dazu nun ein neues Interventionsprogramm über insgesamt 60 Milliarden Dollar auf.
Dadurch sollen Tauschgeschäfte in Dollar (Swaps) und Fremdwährungskredite zur Verfügung gestellt werden. Das soll helfen, dem monatelangen Kursverfall des Real Einhalt zu gebieten.
Die Währung Brasiliens reagierte auf die Ansage der Notenbank mit einer leichte Aufwertung. Der Dollar wurde bei Marktöffnung für 2,40 Reais gehandelt. Am Donnerstag hatte er mit 2,45 Reais den Höchststand seit Dezember 2008 erreicht.
Das neue Programm, das mindestens bis Ende des Jahres läuft, ergänzt bereits bestehende Interventionen über insgesamt 45 Milliarden Dollar. Die Zentralbank verfügt über Devisenreserven von über 370 Milliarden Dollar.
Der Real hat im laufenden Jahr zum amerikanischen Dollar um gut zwanzig Prozent abgewertet. Wichtigster Grund ist die befürchtete Verringerung der Geldschwemme durch die US-Notenbank Fed. Sie veranlasst Investoren dazu, aus Schwellenländern wie Brasilien massiv Kapital abzuziehen. Hinzu kommen landesspezifische Probleme wie die ausgeprägte Wachstumsschwäche Brasiliens, die hohe Inflation, steigende Staatsschulden und verschleppte Strukturreformen.
Finanzminister Guido Mantega hatte am Donnerstag die Wachstumsprognose der Regierung für 2013 von drei auf 2,5 Prozent heruntergeschraubt, in Übereinstimmung mit der letzten Schätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF).
Auch für 2014 wurde die Prognose um 0,5 Prozentpunkte auf vier Prozent gesenkt, erklärte der Minister in einem Gespräch mit dem brasilianischen Nachrichtenportal G1. Den Kursverlust des Real bezeichnete Mantega als "vorübergehend".
23.08.2013, 19:57 Uhr | rtr, dpa
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