07.05.2012, 15:59 Uhr | t-online.de, dpa-AFX
Die SEB wickelt ihren Immobilienfonds Immoinvest ab. Die schwedische Bank hatte den Immobilienfonds vor rund zwei Jahren eingefroren - 350.000 Kleinanleger kamen nicht mehr an ihr Geld. Nun erleiden die Investoren empfindliche Verluste. Die verfügbare Liquidität des Fonds habe bei weitem nicht ausgereicht, um alle Wünsche nach Anteilrückgaben befriedigen zu können, teilten die Fondsverwalter von SEB Asset Management mit: "Mit Blick auf die Gleichbehandlung aller Anleger wird somit das Fondsmanagement keine Order ausführen und in Abstimmung mit der BaFin den Fonds bis zum 30. April 2017 auflösen."
Anleger hatten in den Fonds rund 6,3 Milliarden Euro investiert. Sie sollen im Juni 2012 eine erste Auszahlung in Höhe von etwa 20 Prozent des Fondsvermögens bekommen. Danach sind nach den Angaben halbjährliche Auszahlungen vorgesehen, deren Höhe sich an den jeweiligen Immobilienverkäufen orientiert.
Das Schwergewicht unter den Publikumsfonds hatte sein Schicksal in die Hände der Investoren gelegt: Eine gute Woche lang konnten die Anleger Verkaufsorders für ihre Anteile abgeben. Danach folgte der Kassensturz mit der Entscheidung des Managements, den Fonds abzuwickeln. Denn dem Fonds fehlte schlicht das Geld, alle Rückgabewünsche befriedigen zu können.
Damit reißt die Krise bei den offenen Immobilienfonds ein weiteres Opfer in den Abgrund. Denn der SEB Immoinvest ist der neunte Fonds der einst als sicheres Betongold beworbenen Produkte, der abgewickelt wird. Insgesamt verwalten diese Fonds eine zweistellige Milliardensumme.
Offene Immobilienfonds galten lange als konservative Investition für Privatanleger. Die Branche stürzte aber in tiefe Probleme, als zu viele Investoren gleichzeitig ihre Anteile zurückgeben wollten, um an Geld zu kommen: mehrere Fonds mussten die Rücknahme von Anteilsscheinen zum Schutz der anderen Investoren aussetzen. Sonst wären die Barmittel aufgezehrt worden und die Fonds hätten ihre Gebäude unter Wert notverkaufen müssen.
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Bevor sie wieder öffnen, wollen die Fondsmanager mit Sicherheit wissen, dass die Liquidität reicht um alle Rückgabewünsche erfüllen zu können. Ansonsten bleibt ihnen nur die Abwicklung - oder sie wählen den Weg, für den sich das SEB Asset Management entschied. Schon in wenigen Tagen steht ein weiteres Flaggschiff vor dieser Schicksalsentscheidung: Nur noch bis zum 18. Mai darf der CS Euroreal mit rund sechs Milliarden Euro Volumen eingefroren bleiben.
Quelle: t-online.de, dpa-AFX
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