05.07.2013, 12:54 Uhr | rtr, t-online.de
Wie sicher ist der Euro? Führende Hedge-Fonds-Manager sind in dieser Frage weiter skeptisch (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)
So unterschiedlich sind die Ansichten zu ein und demselben Thema: Während Frankreichs Präsident Francois Hollande jüngst die größten Probleme der Eurozone für beendet erklärte, befürchten führende Hegde-Fonds-Manager ein Comeback der Schuldenkrise. Das verlautete vom Treffen der Branche in Monaco. Sorgen bereitet einigen außerdem die aggressive Geldpolitik Japans, die als gewagtes Experiment betrachtet wird. Derweil erhielt das taumelnde Zypern eine Absage der EU zu Nachverhandlungen beim Rettungspaket.
Die lockere Geldpolitik in der Eurozone könnte dazu führen, die Schuldenprobleme einiger Länder und Banken zu übertünchen, hieß es von den Managern. Galia Velimukhametova von der Man-Group-Sparte GLG sagte, eine Rettungsaktion wie in Zypern werde es wahrscheinlich wieder geben.
In einigen südeuropäischen Märkten könnten Banken, die vor allem auf den Heimatmarkt konzentriert seien, wegen ausfallgefährdeter Kredite in die Bredouille geraten. Velimukhametova deutete an, dass sie diese Schwierigkeiten in Italien und Spanien sehe.
Philippe Gougenheim, Chef der in der Schweiz ansässigen Firma Gougenheim Investments, äußerte: "Die europäische Krise ist noch längst nicht vorüber." Die Defizite in Spanien und Frankreich seien höher als erwartet. In mehreren Ländern herrsche Rezession, und die Arbeitslosigkeit erreiche Rekordniveau. "Wir erwarten einen holprigen Weg für die europäischen Märkte", sagte Gougenheim.
Sushil Wadhwani, Chef von Wadhwani Asset Management und früheres Mitglied des geldpolitischen Ausschusses der Bank von England, kritisierte, manche Politiker würden durch die Wertpapierkauf-Zusagen der Europäischen Zentralbank (EZB) in falscher Sicherheit gewiegt anstatt Strukturreformen anzugehen. Am meisten beunruhige ihn aber die ultralockere Geldpolitik Japans. Die dortige Notenbank könne von der Politik dazu gebracht werden, viel zu viele Staatsanleihen aufzukaufen, was die weltweiten Finanzmärkte stabilisieren würde.

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Derweil ist in der Eurozone eine Bitte des zyprischen Präsidenten Nikos Anastasiades nach günstigeren Bedingungen für Finanzhilfen aus dem Hilfsprogramm auf Ablehung gestoßen. In Kreisen des Währungsraums hieß es, es gebe keine Bereitschaft, dem Ersuchen zu folgen. Der Präsident hatte zwar nicht ausdrücklich mehr Geld gefordert. Er warnte aber, so wie das Hilfsprogramm vereinbart sei, könne die zyprische Wirtschaft das kaum verkraften. Zypern hatte von seinen Euro-Partnern und dem IWF im Frühjahr ein Hilfsprogramm von zehn Milliarden Euro erhalten.
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