01.07.2013, 16:37 Uhr | rtr
Fonds im Strudel der Spionageaffäre: Der Skandal um den früheren US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden bereitet nicht nur der Politik Kopfzerbrechen, sondern auch vielen Finanzinvestoren. Der Grund: Zahlreiche Beraterfirmen, die für das US-Militär und den Geheimdienst arbeiten, gehören Private-Equity-Häusern.
Die Dienstleister könnten wegen der Affäre Aufträge verlieren und müssen sich auf eine strengere Aufsicht durch den US-Kongress einstellen. Das drückt auf die Umsätze und Margen, die wegen sinkender Rüstungsausgaben ohnehin unter Druck stehen. Verkäufe dieser oft auf Informationstechnologie spezialisierten Unternehmen sind für die Finanzinvestoren derzeit nur mit Verlusten möglich. Sie müssen sich daher in Geduld üben und hoffen, dass nicht noch mehr heikle Informationen enthüllt werden.
Snowden war früher bei der auf Management und Technologie spezialisierten Unternehmensberatung Booz Allen Hamilton angestellt und arbeitete in einer Einrichtung des US-Geheimdienstes NSA auf Hawaii. Dort gelangte er an brisante Informationen zu US-Überwachungsprogrammen, die er später veröffentlichte. Die USA beschuldigen den IT-Spezialisten des Geheimnisverrats und der Spionage.
Booz gehört zu zwei Dritteln dem Finanzinvestor Carlyle, der wie zahlreiche andere Private-Equity-Häuser von 2007 bis 2010 solche Servicefirmen bevorzugt gekauft hat. Die Investoren gingen davon aus, dass die USA die Ausgaben für Geheimdienste und Sicherheit weiter erhöhen würden. Doch diese Wette ging verloren: Es kam zu massiven Kürzungen.
Carlyle brachte Booz noch 2010 kurz vor der ersten Sparrunde an die Börse - mit Erfolg. 2008 hatte die Beteiligungsfirma gut 950 Millionen Dollar für Booz gezahlt, beim Börsengang hat sie bereits 1,2 Milliarden Dollar wieder herausbekommen - und der verbliebene Anteil ist 1,6 Milliarden Dollar wert. Zwar brachen die Booz-Aktien nach Aufkommen der Spionageaffäre ein, haben aber die Hälfte der Verluste mittlerweile wieder aufgeholt. Der Kurs liegt derzeit knapp über dem Ausgabepreis beim Börsengang von 17 Dollar.
Für viele andere Servicefirmen sieht es schlechter aus - auch weil sie nicht so eine lange Geschichte als Partner der US-Regierung haben. Im Gegensatz zu Booz sind die Umsätze vieler Wettbewerber in den vergangenen beiden Jahren gesunken und die Aussichten wegen der Affäre wenig rosig.
"Viele Private-Equity-Häuser haben hohe Preise für diese Firmen gezahlt", sagt Michael Urfirer vom Beratungshaus Stone Key Partners. "Bei den derzeitigen Bewertungen wird ein Verkauf zu attraktiven Preisen schwierig." Viele Servicefirmen, etwa Tasc von KKR und General Atlantic oder SRA International von Providence, wurden damals für das Zehnfache des operativen Gewinns gekauft, wie Insider berichten. Booz und andere börsennotierte Wettbewerber werden dagegen heute nur noch mit dem Sechsfachen des erwarteten Ergebnisses bewertet.
Auch wenn die Spionage-Affäre einige Firmen hart treffen könnte und die Aufträge zurückgehen dürften, wird die Branche Experten zufolge nicht untergehen. Dafür ist der Bedarf des US-Verteidigungsministeriums und der Geheimdienste nach privaten Servicefirmen zu hoch.
Das hat auch NSA-Chef Keith Alexander bereits deutlich gemacht: "Wir könnten unseren Job nicht machen ohne die Unterstützung der Industrie. Eine einzelne Person hat unser Vertrauen missbraucht, aber das sollte nicht verallgemeinert werden."
01.07.2013, 16:37 Uhr | rtr
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