10.07.2013, 08:48 Uhr | t-online.de - Frank Lansky
Prima Rendite mit Star-Kickern: Internationale Hedge Fonds nehmen laut einem Bericht von Bloomberg News gezielt Fußballer ins Visier – etwa den brasilianischen Superstar Neymar. Der europäische Fußballverband Uefa wolle diese Geschäfte unterbinden. Die Nachrichtenagentur nennt als Beispiel die in London angesiedelte Investmentfirma Doyen Global, hinter der zwei Immobilien-Mogule aus der Türkei und Kasachstan stehen. Einer von ihnen ist schon durch eine ausschweifende Sex-Orgie in die Schlagzeilen geraten.
Der Anlagenotstand im Finanzmarkt mit Zinsen nahe Null ist im Fußball kein Thema – hier gibt es noch gutes Geld zu verdienen. Daher sichern sich laut Bloomberg Hedge Fonds einen Anteil an den zukünftigen Transfererlösen eines Spielers und hoffen auf dessen steigenden Marktwert.
Als ein Drahtzieher in der Branche gelte Doyen Capital, einer der größten Hedge Fonds weltweit. Der Investor erwerbe einen Anteil an den Transfer-Rechten eines Spielers über die auf Malta ansässige Doyen Sports Investments und bekomme bei einem späteren Verkauf einen Teil der Ablösesumme.
Ein Hedge Fonds ist eine Finanzmarktfirma, die Geld von privaten Investoren einsammelt und dieses Investiert. Der Begriff to hedge bedeutet absichern – dies stammt daher, dass diese Fonds anders als etwa Pensionskassen oder Lebensversicherungen auch short gehen könnnen. Das heißt, sie können auf fallende Kurse setzen, um ihr Investment abzusichern. Hedge Fonds sitzen meist in Steueroasen oder in der weitgehend unregulierten Londoner City – sie investieren in sämtliche verfügbaren Assets.
Die in London ansässige Doyen Group gehört zum einen dem in Kasachstan geborenen Tevfik Arif, er war Leiter der Abteilung Hotel-Management im sowjetischen Ministerium für Kommerz und Handel und begann später eine Karriere als Projektentwickler. Zu seinen Geschäftspartnern gehört Donald Trump.
Involviert ist weiter Fettah Tamince, der Vorstandschef der Hotelgruppe Rixos in Antalya. Zu Doyen gehören der türkische Bauträger Sembol Construction und der polnische Energie-Dienstleister Efir Energy. Doyen hält nach Angaben der kargen Website auch weltweit Anteile an Minen-Unternehmen, die Gold, Chrom, Kohle, Uran und Erz fördern.
Laut Bloomberg News hat Doyen Capital im Mai einen Vertrag mit dem brasilianischen Nachwuchsstar Neymar da Silva Santos Júnior geschlossen. Der Kontrakt sehe vor, dass der Fonds die Werbeverträge des Fußball-Stars außerhalb Brasiliens verwaltet. Der Fonds garantiert Neymar einen Mindestbetrag, zudem werde er die Einnahmen mit dem Spieler teilen, schreibt der Dienst unter Berufung auf nicht näher definierte informierte Kreise.
Und weiter heißt es bei der Nachrichtenagentur: Informierten Kreisen zufolge stellte Doyen im Dezember 2011 Atletico Madrid einen einjährigen Kredit zur Verfügung, der bei einem Wechsel von Star-Spieler Radamel Falcao einen Anteil an der Transfer-Gebühr garantiert hätte. Doyen Capital halte zudem einen Anteil an den Transfer-Rechten von Geoffrey Kondogbia, 20, und Eliaquim Mangala, 22, wie die jeweiligen Vereine erklärten. Beide waren Mitglieder der Jugend-Nationalmannschaft von Frankreich. Mangala sei ein mögliches Ziel für Premier-League-Klub Chelsea, hatte die französische Zeitung „L'Equipe“ berichtet.
keine gültigen Elemente gefunden!Die Uefa wolle die Geschäfte unterbinden, schreibt Bloomberg weiter. Der Verband befürchte Störungen auf dem drei Milliarden Dollar schweren Transfermarkt. Zudem untersuche der Fußballverband Fifa das Investment-Modell, das seine Ursprünge in Südamerika habe.
Der Investor sieht die Sache anders: Laut Bloomberg hat Doyen-Manager Nelio Lucas im März bei einem Seminar in Madrid erklärt, dass es der Fonds einigen Fußballvereinen ermöglicht hatte, im "Tagesgeschäft zu überleben" - durch die Bereitstellung von Finanzierungen zu einer Zeit, in der spanische Banken kein Geld mehr leihen wollten. Seinen Worten zufolge hat der Fonds keinerlei Einfluss darauf, ob ein Spieler gehandelt wird oder nicht. Diese Angaben stehen im Gegensatz zu dem, was die Uefa sage.
Die Abwehrhaltung der Uefa dürfte sich auch mit den von Skrupeln kaum beeinträchtigten Geschäftssinn von Tevfik Arif erklären lassen: Der Magnat geriet international in die Schlagzeilen, als er im Herbst 2010 wegen eines Sex-Skandals festgenommen wurde. Und das ausgerechnet auf der Yacht, auf der der türkische Staatsgründer Kemal Atatürk seine letzten Wochen verbracht hatte; im Raum stand der Verdacht der Zuhälterei und des Menschenhandels.
Die "Savarona" war Ende der 80er Jahre vom türkischen Geschäftsmann Kahraman Sadikoglu gepachtet und saniert worden. Der vermietete das luxuriöse Schiff für 50.000 Dollar pro Tag weiter. Einer der Stammkunden war laut "Tagesspiegel" Fußball-Investor Arif, der das Schiff jedes Jahr für eine Woche miete, wie das Blatt unter Berufung auf "Savarona"-Betreiber Sadikoglu schrieb.
Arif soll damals noch ein halbes Dutzend andere Unternehmer sowie rund 15 zum Teil minderjährige Begleiterinnen aus Russland und der Ukraine mit an Bord gebracht haben. Laut dem "Guardian" wurden alle Vorwürfe im Frühjahr 2011 fallen gelassen.
10.07.2013, 08:48 Uhr | t-online.de - Frank Lansky
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