Börsenspiel
Trader macht in acht Wochen aus 100.000 fast 2 Millionen Euro
18.11.2010, 19:07 Uhr
| t-online.de - mmr, t-online.de
Trader 2010 Frank Schmidt und seine Ehefrau inspizieren ihre gewonnene Jaguar-Limousine (Foto: Martin Mrowka/ t-online.de)Das große Börsenspiel Trader 2010 ist zu Ende, der Sieger steht fest: Spieler "kurier" holte mit einem Depotstand von 1.921.254 Euro den Gesamtsieg. Das entspricht einer Performance von 1821 Prozent - in nur acht Wochen. Im Rahmen einer festlichen Gala bekam "kurier" den Hauptgewinn überreicht: eine sportliche Luxuslimousine Jaguar XJ im Wert von 70.000 Euro! Martin Mrowka war für die Wirtschaftsredaktion von t-online.de vor Ort und fragte den Gewinner nach seiner Erfolgsstrategie.
Neue Rekordzahl an Mitspielern
Mehr als 21.000 Teilnehmer kämpften in diesem Jahr um die attraktiven Preise - so viel wie noch nie in der achtjährigen Geschichte des Börsenspiels, das die Commerzbank wieder gemeinsam mit Boerse Stuttgart, Börse Online, Comdirect Bank, Jaguar, n-tv sowie t-online.de veranstaltete. Trader des Jahres 2010 wurde der Mitspieler, der nach acht Wochen Spielzeit aus einem fiktiven Startkapital von 100.000 Euro unter realen Börsen- und Orderbedingungen das meiste herausholte. Das gelang letztlich Frank Schmidt, der unter dem Namenskürzel "kurier" antrat.
Anfangs große Verluste
Wir wollten von dem Jaguar-Gewinner natürlich wissen, wie es ihm gelungen ist, sein Depot um 1821 Prozent zu vergrößern. Es stellte sich heraus, dass Risiko und Glück die wichtigsten Komponenten des Erfolgs waren. Doch von Anfang: Innerhalb der ersten drei Spielwochen setzte Frank Schmidt sein Depot mehrmals auf den Startwert von 100.000 Euro zurück. Eine Aktion, die nur in einem Börsenspiel möglich ist. Der 49-jährige Familienvater aus der Nähe von Weimar verspekulierte sich mit Turbos auf Gold, den DAX, sowie auf das Wechselkurs-Verhältnis Euro/US-Dollar (siehe EUR/USD).
Glück mit Gold
Der Startschuss zu seiner dann folgenden Gewinnserie fiel mit dem Kauf eines Bear-Zertifikats auf Gold. Für durchschnittlich 60 Cent eingekauft, konnte "kurier" die Stücke nur fünf Tage später für 3,16 Euro pro Zertifikat wieder veräußern. Den erzielten Gewinn nutzte er in der Gegenbewegung um in ein Gold Bull-Zertifikat zu investieren und nahm so die Erholung des Goldpreises um ein Vielfaches gehebelt mit. Hier konnte er seinen Einsatz verachtfachen.
Mit steigendem Depotvolumen stellte sich für den späteren Sieger aber auch die Frage: Wie investiere ich den verbleibenden Cash-Betrag ohne Hebelprodukte zu nutzen? Denn maximal 20 Prozent des Depots - bzw. maximal 100.000 Euro - durften laut Spielregeln in Hebelpapiere investiert werden. Hier handelte "kurier" mit aussichtsreichen Nebenwerten wie Sky Deutschland und Dialog Semiconductor, aber auch DAX-Titeln wie Daimler und Commerzbank.
Zum Schluss volles Risiko
Doch die Aktienengagements dienten rückwirkend betrachtet eher der Stabilisierung des Portfolios, den weitaus größten Teil seiner Performance erreichte Schmidt mit den Hebelprodukten. Er erzielte seine Performance zu einem Großteil mit Bear-Zertifikaten auf den EUR/USD-Wechselkurs. Hier nutzte Schmidt, der auch privat mit wechselndem Erfolg an der Börse spekuliert, konsequent und mit gutem Timing die Rücksetzer nach deutlichen Kursanstiegen. Wenige Handelstage vor dem Ende führte noch der Spieler "lotiti" mit einem Depotwert von über zwei Millionen Euro, "kurier" lag mit 1,16 Millionen auf Platz 9 der Gesamtrangliste. "Zum Schluss ging ich volles Risiko mit einem Gold-Call", verriet Schmidt - und hatte erneut Glück mit dem Gold-Investment. Sein Depot legte zu, während "lotiti" gleichzeitig deutlich verlor (siehe
Rangliste am Spielende).
Seinen Erfolg kann Frank Schmidt in der Realität wohl nicht wiederholen. "In Wirklichkeit würde ich natürlich nicht so riskant spekulieren", bekennt er, "jedenfalls nicht mit derartigen Summen". Der Kurierfahrer hängt seinen Job nun jedoch an den Nagel und macht sich im nächsten Frühjahr selbstständig - als Rinderzüchter.
Tolle Wochen-Bilanzen
Auch die Bilanz der acht Wochensieger ist beachtlich. Die achte und damit letzte Spielwoche des Trader 2010 ging mit einer Bestleistung zu Ende. Der Sieger "pichi" erreichte eine Wochenperformance von 703 Prozent - die beste während des gesamten Spiels. Die siebte Woche stand unter dem Motto "kurz und knackig". Dem Wochensieger "freetibet" genügten insgesamt acht Transaktionen, um mit einer Performance von 518 Prozent den Sieg zu holen. In Spielwoche 6 steigerte "kleinerbär" seinen Depotwert mit lediglich 15 Trades um 434 Prozent, Woche 5 konnte "talla09" mit 500 Prozent Performance hauptsächlich durch DAX- und Währungs-Trades für sich entscheiden. In der vierten Spielwoche holte "nbrock" vor allem mit Investments auf Gold rund 292 Prozent. Die Woche zuvor gewann "maulwurf" mit der bisherigen Wochenbestleistung von knapp 611 Prozent. In der zweiten Spielwoche hatte die Spielerin "yenni" ihren Depotwert von ursprünglich 132.481 Euro auf insgesamt 523.519 Euro gesteigert. Dies entsprach einer Performance von 295 Prozent. Und der erste Wochensieger "hayek" erwirtschaftete eine Fünf-Tages-Performance von 387 Prozent.
iPad als Trostpreis
Die erfolgreichsten Wochen-Trader erhielten als Belohnung jeweils
2222 Euro. Auch die Trostpreise für weniger erfolgreiche Trader konnten sich sehen lassen: Unter
allen aktiven Teilnehmern verloste die Commerzbank zehn Apple
iPads und 24 Börsenbrettspiele.
Die Redaktions-Teams von Commerzbank und Börsenradar gratulieren allen Gewinnern und freuen sich auf eine neue Runde des Börsenspiels im nächsten Herbst. Dann wird es heißen: Wer wird Trader 2011?
Informationen zum abgelaufenen Spiel finden Sie unter www.trader-2010.com.
18.11.2010, 19:07 Uhr
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