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USA könnten bald größter Erdölförderer der Welt werden

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USA könnten bald größter Erdölförderer der Welt werden

12.11.2012, 20:53 Uhr | t-online.de, dpa-AFX, dapd

USA könnten bald größter Erdölförderer der Welt werden. Die USA wird in den nächsten Jahren ihre Öl-Produktion vergrößern (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die USA wird in den nächsten Jahren ihre Öl-Produktion vergrößern (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Welt steht nach Einschätzung der "Internationalen Energieagentur" (IEA) vor einer "Gezeitenwende" der weltweiten Produktion von Öl und Gas: Neue Techniken bei der Förderung machen die USA einer Studie zufolge in einigen Jahren zum größten Ölförderer unseres Planeten - und werden damit die klassischen Förderländer Saudi Aarbien und Russland ablösen. Das ist eines der überraschendsten Ergebnisse des in London vorgestellten Analysepapiers "World Energy Outlook".

Neue Techniken verändern die "Weltordnung"

Die Vereinigten Staaten, die derzeit noch 20 Prozent ihres Energiebedarfes importieren müssen, könnten dank neuer Fördertechniken und effizienterer Nutzung etwa im Jahr 2020 Saudi-Arabien bei der Erdölförderung überholen und bis 2035 ihren Energieverbrauch selbst decken. Das Öl aus dem Nahen Osten werde zunehmend nach Asien geliefert, was die Sicherheit dieser Transportrouten in den Fokus rücken lasse, hieß es in dem Papier weiter. Bereits bis 2015 steige das Land zudem zum größten Gasproduzenten der Welt auf, berichtete das "Handelsblatt".

Bisher müssen die USA - über Jahre der größte Energieverbraucher der Welt - große Mengen Gas und Öl importieren. Mit den neuen Techniken werden aber zurzeit enorme bisher unerreichte Lagerstätten von Öl und Gas erschlossen. Nach Einschätzung der IEA handelt es sich dabei "um einen Gezeitenwechsel beim weltweiten Energiefluss".

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Durch die wachsende Förderung verschaffe sich das Land zudem eine größere Unabhängigkeit von ausländischen Quellen. Damit würde die USA auch weniger anfällig bei Lieferschwierigkeiten oder Störungen.

Fracking - eine beliebte Methode

Eine entscheidende Methode sei hierbei das in den USA weitverbreitete "Fracking" - hierbei werden unter hohem Druck Wasser, Sand und Chemikalien in poröse Schiefergesteinsformationen gepresst, um darin gebundenes Öl oder Gas an die Oberfläche befördern zu können, so das "Handelsblatt".

Schätzungen zufolge lasse sich so die US-Ölproduktion von heute 7,8 Millionen Barrel pro Tag bis 2020 auf 11,6 Millionen Barrel steigern - mehr als Kuwait, Iran, die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar dann zusammen fördern werden. "Die Grundpfeiler des weltweiten Energie-Systems werden verschoben", sagt IEA-Chefökonom Fatih Birol.

Erst in den Jahren danach werde die US-Produktion jedoch wieder leicht zurückgehen und das Land auch die Führungsrolle unter den Produzenten wieder an Saudi-Arabien verlieren, schätzt die Energie-Agentur. 

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Irak wird die Nummer Zwei

Neben der USA werde nach Ansicht der IEA der Irak kräftig zulegen. Bis 2035 sollte der Staat Russland als zweitgrößten Erdölexporteur der Welt ablösen. Die Produktion dürfte sich von derzeit 3,45 Millionen Barrel Öl pro Tag auf gut acht Millionen mehr als verdoppeln. Das bedeute, dass 45 Prozent der Produktionssteigerung allein aus dem Krisenland kommen werde. "Die Produktionskosten im Irak sind 15 Mal geringer als etwa in Kanada und sieben Mal geringer als in Russland", sagte Birol. 

China und Indien mit verschlingendem Bedarf

Der weltweite Verbrauch werde bis zum Jahr 2035 auf 99,7 Millionen Fass Rohöl am Tag steigen. Im vergangenen Jahr bezifferte sich der Öldurst auf 87,4 Millionen Fass, teilte die IEA mit. Zudem werden zwar erneuerbare Energien und der Ausstieg aus der Atomkraft den Energiemarkt der Zukunft beeinflussen. 60 Prozent davon seien allein durch den enormen Bedarf in China, Indien und Nahost bedingt. Doch trotz der Fortschritte würden weiterhin fossile Brennstoffe den globalen Energiemix dominieren. 

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Die Fachleute warnen zudem vor der Hoffnung vieler Energiekunden, die Welle frischer Ölförderung könne den Markt überschwemmen und die Preise einbrechen lassen. Vielmehr werde sich die internationale Energie-Landkarte in den nächsten 20 Jahren dramatisch verändern - und möglicherweise auch politische Auswirkungen nach sich ziehen.

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