04.01.2013, 15:39 Uhr | dpa-AFX, t-online.de
Die Preise für Edelmetalle sind am Freitag unter Druck geraten. Eine Feinunze (31,1 Gramm) Gold kostete am Vormittag zeitweise weniger als 1630 Dollar. Vor zwei Tagen kostete die Feinunze noch gut 1690 Dollar. Der Goldpreis erreichte heute den tiefsten Stand seit August 2012. Silber kostete nur noch 29,25 Dollar - ebenfalls ein Fünf-Monats-Tief. Grund für den jüngsten Preisrutsch der Edelmetalle: Die Aussicht auf ein Ende der extrem expansiven Geldpolitik in den USA.
Auslöser für den jüngsten Preisrutsch beim Gold waren völlig überraschende Aussagen im Protokoll der letzten Sitzung der US-Notenbank. Die Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses der Fed erwarten demnach überwiegend ein Ende der monatlichen Anleihekäufe in diesem Jahr. Im Ausschuss sei man sich zuletzt jedoch uneinig gewesen, ob die Käufe noch bis zum Jahresende nötig sein werden oder schon früher beendet werden sollten.
Im vergangenen Jahr hatte die US-Notenbank beschlossen, die Anleihekäufe auf insgesamt 85 Milliarden Dollar pro Monat aufzustocken. Die Entscheidung hatte bei vielen Anlegern Inflationssorgen geschürt und den Anreiz zum Kauf von Gold als Versicherung gegen eine schleichende Geldentwertung verstärkt.
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Das "Handelsblatt" zitiert indes einen leitenden Investmentstrategen aus China, der noch Hoffnung für den Goldpreis sieht: “Zum großen Teil war der Bullenmarkt für Gold von der lockeren Geldpolitik bestimmt, und deren Ende schadet der Rally”, sagte Wang Xiaoli von CITICS Futures Co. in Shenzhen. Es sei aber noch zu früh das Ende auszurufen, weil die niedrigeren Preise physische Käufer anziehen könnten, die es bisher kaum gab.
Vor diesem Hintergrund könnten langfristig angelegte Gold-Käufe nun lohnen. Wer sich der Risiken bewusst ist und das nötige Kleingeld besitzt, kann Edelmetall zu seinem Anlagedepot beimischen, raten Experten häufig. Dazu eignen sich neben physischen Käufen auch Zertifikate.
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"Aus Sorge vor Kaufkraftverlust durch negative Realzinsen und Währungsabwertung dürften Anleger nach wie vor Zuflucht in Gold als wertstabile Anlage und alternative Währung suchen", schrieb auch Rohstoffexpertin Barbara Lambrecht von der Commerzbank vor Weihnachten in einem Ausblick. Ihrer Einschätzung nach werden Zentralbanken 2013 das vierte Jahr in Folge als Netto-Käufer auf dem Goldmarkt auftreten. "Wir gehen davon aus, dass der Goldpreis die Marke von 2000 Dollar je Feinunze erreichen wird", hieß es weiter.
Vor Weihnachten analysierten wir hier: "Charttechnisch betrachtet müsste für neue Höchstkurse zunächst die Widerstands-Zone 1770 bis 1800 Dollar überwunden werden. In den kommenden Wochen sollte als Voraussetzung dafür der mittelfristige Aufwärtstrend bei 1635 Dollar nicht unterschritten werden." Diese Aussagen haben weiterhin Bestand.
Quelle: dpa-AFX, t-online.de
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