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Energiesparlampen: Die Kritik wächst

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Kritik an Energiesparlampen wächst

04.02.2011, 11:10 Uhr | dpa, t-online.de - mmr, dpa, T-Online.de

Kritik an Energiesparlampen wächst. Laut Umweltbundesamt können zerbrochene Energiesparlampen die Raumluft belasten (Foto: imago)

Laut Umweltbundesamt können zerbrochene Energiesparlampen die Raumluft belasten (Foto: imago) (Quelle: imago)

 

Die Forderungen nach einem sinnvollen Umgang mit Energie bedeuten für die gewöhnliche Glühlampe vor allem eines: ihr Aussterben. Doch mehren sich seit einigen Monaten die kritischen Stimmen zu Energiesparlampen - zu langsam, zu dunkel, zu teuer, zu giftig. Gleich mehrere enthaltenen Schadstoffe, unter anderem das hochgiftige Quecksilber, sprechen gegen eine gute Umweltverträglichkeit. Das ARD-Verbrauchermagazin "Plusminus" machte sich auf den Weg in das Prüfzentrum Technik nach Wilhelmshaven und befragte Experten zu den Vor- und Nachteilen von Energiesparlampen. Die Ergebnisse sind erschreckend und blamabel.

Schockierende Ergebnisse

Wie sich bei den Untersuchungen zeigte, schneiden die Energiesparlampen vor allem bei den Punkten Helligkeit und Elektrosmog schlecht ab. Die meisten Energiesparlampen brachten nur eine eingeschränkte Helligkeit. Messungen zum Elektrosmog ergaben Werte deutlich über dem Richtwert, wie er beispielsweise für Computermonitore vorgeschrieben ist. Noch höhere Belastungen sind zu befürchten, wenn eine Energiesparlampe zerbricht. Eine Studie des Umweltbundesamts zeigte eine Belastung mit Quecksilber, die bis zu 20-fach über dem erlaubten Richtwert lag. Experten raten deshalb, in Kinderzimmern nur Energiesparlampen mit Bruchschutz einzusetzen. Solche Lampen sind mit einer Kunststoff-Ummantelung oder anderen Schutzmaßnahmen gegen Zerbrechen gesichert.

Kritik an EU-Verbot von Glühlampen

"Plusminus" sprach auch mit Ahmet Çakir vom Ergonomic Institut Berlin. Der Licht-Fachmann bemängelt vor allem, dass die EU ihre Bürger über entsprechende Gesetze zwingt, giftige Lampen zu kaufen. Er kritisiert zudem, dass die vielfach hervorgehobene Energieeffizienz von Energiesparlampen nicht nachvollziehbar ist. Unter Berücksichtigung von Betriebsbedingungen wie etwa die Umgebungstemperatur, schneidet die herkömmliche Glühlampe besser ab. "Es gibt keine Anzeichen dafür, dass dies im Prozess des Glühlampenverbots berücksichtigt worden ist", heißt es in seiner Studie zur Überprüfung des Glühlampenverbots. "Es gibt im Gegenteil Anzeichen dafür, dass auch honorige Umweltorganisationen solche Betrachtungen im Rahmen von Studien, die sie selbst in Auftrag gegeben haben, versucht haben, in Misskredit zu bringen."

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Offenbar hatte z.B. die Umweltschutzorganisation Greenpeace International schon vor 20 Jahren eine Studie "pro Energiesparlampen" vorgelegt. Dabei hatte zuvor Prof. Klaus Stanjek eine ähnliche Studie für Greenpeace Deutschland präsentiert, die eher "Energieverschwendungslampen" als Ergebnis erbrachte. Stanjek zeigte sich im "Plusminus"-Beitrag erstaunt, dass die internationale Studie vor allem von Experten aus der Lampen-Industrie verfasst wurde. Und dieser Industriezweig profitiert natürlich stark von den gegenüber herkömmlichen Glühbirnen deutlich teureren Energiesparlampen.

Keine Ökobilanz für Energiesparlampen

Bleibt noch der Stromspar-Vorteil. Tatsächlich verbrauchen Energiesparlampen nur etwa ein Fünftel der Energie von traditionellen Glühlampen. Ahmet Çakir schrieb in seiner Studie: "Den Verdacht, dass die hohe Lichtausbeute und somit die Effizienz der Energiesparlampe auf vielerlei Art und Weise geschönten Werten beruht, könnte eine saubere Öko-Bilanz ausräumen." Doch diese lasse sich nirgendwo finden. Sein Fazit: Außer den Herstellern könne niemand die Zahlen nachvollziehen, die zum Belegen z.B. einer höheren Lebensdauer oder einer höheren Lichtausbeute von Energiesparlampen insbesondere von Politikern herausgestellt werden. Auch der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert eine Aussetzung des Glühlampen-Verbots, bis alle Vor- und Nachteile von Energiesparlampen in einer Ökobilanz vorliegen. Alles in allem kein gutes Licht, das auf die vermeintlich umweltfreundlichen Lampen fällt.

 
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