30.01.2013, 16:03 Uhr | dpa-AFX, AFP, dpa, t-online.de
Die Deutschen verbrennen zu viel Holz. Der Nachschub für Holzheizungen in Privatwohnungen geht langsam zur Neige. Die Kapazitätsgrenze des in Deutschland verfügbaren Holzes in den Wäldern sei erreicht, teilte die Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher e.V. (AGR) mit.
Zwar werde derzeit noch weniger Holz entnommen als im Wald nachwachse. Aber die Ansprüche der Gesellschaft nähmen zu. Demnach werden pro Jahr zwischen 75 und 85 Millionen Kubikmeter Holz in deutschen Wäldern geerntet. Dem steht ein Zuwachs von jährlich rund 120 Millionen Kubikmetern gegenüber.
Vor allem in den Stadtforstämtern wird das Holz knapp, wie eine bundesweite Umfrage der Arbeitsgemeinschaft ergab. Die Behörden könnten den stark angestiegenen Bedarf kaum decken, hieß es. Nach Untersuchungen des Zentrums für Holzwirtschaft der Universität Hamburg stieg der Holzverbrauch in den rund 15 Millionen Anlagen hierzulande innerhalb von neun Jahren von elf auf 34 Millionen Kubikmeter an.
Mehr als jeder vierte deutsche Haushalt nutzt demnach Scheitholz, Hackschnitzel oder Holzpellets zum Heizen. Viele davon seien sogenannte "Gelegenheitsbrenner", erklären die Experten der AGR. Sie nutzten ineffiziente Kaminöfen aus dem Baumarkt, um Heizkosten zu sparen. Davon sind nach Angaben der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) etwa eine Million Zentralheizungen.
Würden alle Haushalte, die bereits heute einen Holzofen besitzen, ausschließlich mit Holz heizen, entstünde ein Bedarf von schätzungsweise bis zu 300 Millionen Kubikmetern Holz - das Vierfache des jährlich nutzbaren Waldholzes, warnt die AGR.
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Eine weitere Folge: Die Feinstaubbelastung in der Luft würde steigen. "Diese Entwicklung ist fatal - für Umwelt, Klima und Geldbörse", sagt Denny Ohnesorge von der AGR. Der studierte Forstwirt empfiehlt Verbrauchern einen sparsamen Umgang mit Holz.
Die starke Nachfrage treibt die Preise: Die Kosten für Energieholz zum Heizen stiegen seit dem Jahr 2005 um knapp 90 Prozent und für Hackschnitzel aus Nadelholz um 80 Prozent. Der Preis von Holzpellets hat sich in diesem Zeitraum nahezu verdoppelt.
Den 16 befragten Forstämtern zufolge kostet der Raummeter Brennholz im Bundesdurchschnitt rund 39 Euro. Am günstigsten ist der Rohstoff in Rostock mit 30 Euro. Die Münchner müssen mit 53 Euro pro Raummeter am tiefsten in die Tasche greifen. Die Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Unternehmen und Verbänden der Rohholz verbrauchenden Branchen in Deutschland und den angrenzenden Ländern.
Der Industrieverband Haus-, Heiz- und Küchentechnik (HKI) hat die Warnung vor Brennholz-Knappheit indes als Panikmache bezeichnet. "Die Holzvorräte nehmen zu und die Waldfläche wächst", teilte der HKI mit. Außerdem stapelten sich vor deutschen Eigenheimen rund 50 Millionen Festmeter Scheitholz - das sei mehr die doppelte Menge dessen, was im extrem kalten Jahr 2010 verfeuert worden sei. Der Verband vertritt die Hersteller von Heiz- und Kochgeräten.
Quelle: dpa-AFX, AFP, dpa, t-online.de
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