Startseite
Sie sind hier: Home > Wirtschaft > Energie >

Bosch schaltet Solarsparte ab

...

Bosch schaltet Solarsparte ab

22.03.2013, 18:02 Uhr | dpa-AFX

Milliardenverluste bei seiner Solarsparte veranlassen den Technikkonzern Bosch, die Reißleine zu ziehen. "Aufgrund der veränderten Marktbedingungen haben wir keine Chance auf eine dauerhafte Verbesserung gesehen", sagte Konzernchef Volkmar Denner in Stuttgart. "Den massiven Preisdruck in einem immer schwieriger werdenden Markt konnten wir nicht auffangen." Von der Entscheidung sind den Angaben zufolge insgesamt rund 3000 Beschäftigte betroffen.

"Wir sind uns bewusst, dass den Mitarbeitern nun eine schwierige Zeit bevorsteht", sagte er. Den Angaben zufolge sollen die Fertigung von kristallinen Solarzellen am Hauptsitz im thüringischen Arnstadt Anfang 2014 eingestellt und sämtliche Entwicklung- und Vertriebsaktivitäten beendet werden. Sein Werk in Frankreich will Bosch verkaufen, ebenso wie die Anteile an der Tochter Aleo Solar. Den Solar-Standort in Erfurt hatte Bosch bereits Ende 2012 geschlossen. Einzig das Werk in Brandenburg an der Havel soll zunächst weitergeführt werden. Über dessen Zukunft werde später entschieden, hieß es.

Insgesamt fast zweieinhalb Milliarden Euro Verlust

Nach den vorläufigen Zahlen hatte die Sparte allein 2012 die Konzern-Bilanz um gut eine Milliarde gedrückt. Neben einem operativen Verlust von etwa 450 Millionen Euro verursachte die Solartochter abermals ungeplante Sonderabschreibungen von rund 600 Millionen Euro.

"Derartige Verluste sind langfristig für Bosch nicht tragbar", betonte Denner. Über die Jahre habe sich insgesamt ein Verlust von fast zweieinhalb Milliarden Euro angehäuft. Die Kosten für den Ausstieg kämen noch hinzu. Eine Größenordnung nannte er jedoch nicht.

Solartochter praktisch ohne Wert

Ende Januar hatte Bosch berichtet, dass seine Solaraktivitäten keinen buchhalterischen Restwert mehr besäßen. In den Büchern stünden praktisch nur noch die Grundstückswerte - Chancen zum Geldverdienen sah man mit dem Geschäftsmodell auf absehbare Zeit nicht mehr. Das Bild der Solartochter ist allerdings nur ein kleiner Ausschnitt der Bosch-Welt in ganz Deutschland, wo der Konzern rund 119.000 Menschen Arbeit gibt.

Nach einem ruinösen Preiswettbewerb durch Billigkonkurrenz aus China steht die gesamte Branche derzeit enorm unter Druck - seit Ende 2011 häufen sich in Deutschland die Pleiten von Solarunternehmen. Als Auslöser gelten neben dem Preisverfall auch sinkende Subventionen für die Branche.

 
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Nachricht
Anzeige
Video des Tages
US-Militär 
Kriegsschiff wird spektakulär zu Wasser gelassen

Hohe Wellen beim Stapellauf der 670 Millionen Dollar teuren "USS Detroit". Video

Ordentlich eingeseift 
Studentische "Adoptiveltern" kennen keine Gnade

Das traditionelle Universität in Schottland hat auch lustige Rituale im Programm. mehr

Gas-Rechner
AnzeigeGaspreisvergleich
Gaspreise vergleichen

Jetzt Gaspreise vergleichen und Geld sparen


Anzeige


Anzeige