Energiewende kurios
"Welt": Regierung muss bald Atomkraftwerke retten15.08.2013, 09:35 Uhr | t-online.de
Atomkraftwerk Grafenrheinfeld in Bayern: Im Dezember 2015 soll planmäßig Schluss sein (Quelle: Reuters)
Der Überschuss an Wind- und Sonnenstrom in Deutschland wird immer mehr zum Problem für die Betreiber von herkömmlichen Kraftwerken. Denn durch das hohe Angebot an Ökostrom sinken die Preise an der Strombörse EEX in Leipzig immer weiter, sodass nun sogar der Betrieb von Atomkraftwerken unrentabel wird. Die AKWs gelten zusammen mit den Braunkohlekraftwerken als die billigsten Stromproduzenten. Der Atomausstieg könnte sich deshalb beschleunigen, schreibt die "Welt" - und das habe kuriose Folgen: Die Bundesregierung müsse bald vermutlich Atomkraftwerke retten.
Bisher haben die Energieversorger vor allem Gas- oder Steinkohlekraftwerke abgeschaltet beziehungsweise planen dies. Sie sind relativ teuer. Die "Welt" rechnet vor, dass ein Gaskraftwerk eine Megawattstunde (MWh) Strom im Durchschnitt für 70 Euro wirtschaftlich herstellen kann, ein Steinkohlekraftwerk für 60 Euro. Mit Atomkraft wird die gleiche Menge Strom für 40 Euro und mit Braunkohle für 45 Euro produziert.
Nach einem Hoch bei fast 100 Euro pro MWh im Sommer 2008 ist der Strompreis an der Börse jedoch inzwischen auf durchschnittlich unter 40 Euro gefallen. Bei 25 bis 30 Euro liege die Grenze, bei der Atommeiler nur noch ihre Vollkosten erwirtschafteten, schreibt die Zeitung unter Berufung auf Branchenkreise.
Deshalb dächten die Betreiber darüber nach, die neu festgeschriebenen Restlaufzeiten für die verbliebenen Meiler nicht auszunutzen und sie schon früher vom Netz zu nehmen. Das bringe jedoch den Ausstiegsfahrplan durcheinander und könne die Netzstabilität gefährden. Denn vor allem süddeutsche Kernreaktoren wie Grafenrheinfeld und Gundremmingen in Bayern oder Neckarwestheim in Baden-Württemberg seien dort für die Stromversorgung unverzichtbar.
"Die Bundesregierung würde so in die hochpeinliche Situation kommen, die Stilllegung von Atomkraftwerken verbieten zu müssen", sagte Stephan Kohler, der Chef der halbstaatlichen Deutschen Energieagentur (Dena) der "Welt". Im Dezember 2015 steht mit Grafenrheinfeld die planmäßig nächste Abschaltung eines Atomkraftwerks an. 2017 folgt Block B in Gundremmingen, während Block C noch bis 2021 laufen soll. 2022 sollen nach dem bisherigen Plan dann auch die letzten Atommeiler endgültig vom Netz gehen.
Probleme, die durch vorzeitige Stilllegungen auftreten könnten, kommen aber zumindest mit Ansage. Denn die Stilllegung eines Kraftwerks muss der Bundesnetzagentur ein Jahr im Voraus angezeigt werden. Bereits Ende 2012 hatte die Bundesregierung beschlossen, dass unrentabel gewordene Kraftwerke notfalls zum Weiterbetrieb gezwungen werden können, wenn sonst die Stromversorgung im Winter gefährdet wäre. Bisherige Stromengpässe konnten jedoch immer mit herkömmlichen Kraftwerken überbrückt werden. Die Reaktivierung eines bereits stillgelegten AKWs war nicht notwendig.
15.08.2013, 09:35 Uhr | t-online.de
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