Baubeginn in Schwerin
Batteriepark soll das Stromnetz stabil halten02.09.2013, 07:34 Uhr | dpa, t-online.de
In Schwerin lässt der regionale Energieversorger Wemag den nach eigenen Angaben europaweit größten kommerziellen Batteriepark errichten. Baubeginn ist für Dienstag, die Inbetriebnahme ein Jahr später geplant.
Die großen Räder der Energiewende drehten sich bisher noch eher langsam. Mit ihren Milliardenprojekten für riesige Windparks in Nord- und Ostsee, die Atomkraftwerke ersetzen sollen, kommen die Stromkonzerne nur schleppend voran. Der Ausbau der Hochspannungsnetze hinkt den Erfordernissen noch weit hinterher. Dennoch lässt sich Caspar Baumgart, Vorstand von Wemag, nicht von seiner Überzeugung abbringen, dass die Hinwendung zu ökologischen Energiequellen wie Sonne und Wind der einzig richtige Weg ist.
Mit dem vergleichsweise kleinen Unternehmen will er mit vornweg marschieren. Mit Hilfe des geplanten Batteriespeichers sollen Netzschwankungen ausgeglichen werden. Ein weiteres Rädchen im Getriebe der Energiewende, wie Baumgart meint. "Effektive Speicher und flexible Regelungssysteme sind Schlüsselstellen für den Erfolg", erklärt er. Denn die Ökostrom-Produktion werde immer witterungsanfällig sein.
Der vollautomatisch arbeitende Batteriespeicher mit einer Leistung von fünf Megawatt soll Schwankungen im Sekundenbereich ausgleichen. "Das ist wichtig für die Netzstabilität und damit für die Versorgungssicherheit", sagt Martin Huber, Vorstand im Berliner Start-up-Unternehmen Younicos.
Seit sieben Jahren arbeite die Firma an der Technologie, die nun in Schwerin ihren Praxistest bestehen soll. "Große Konzerne warten bei dem Thema noch ab. Die Wemag ist mutig und beweist Weitsicht", meint Huber.
Das Bundesumweltministerium fördert das Projekt mit 1,3 Millionen Euro und finanziert damit etwa ein Fünftel der Gesamtkosten von etwa 6 Millionen Euro. Die Lithium-Ionen-Zellen liefert das koreanische Unternehmen Samsung. Jedes Megawatt an installierter Batterie ersetzt nach Younicos-Angaben das Zehnfache an sonst für die stabile Stromversorgung benötigter konventioneller Kraftwerksleistung, etwa in Gas- oder Kohlekraftwerken. Auch die sind wegen des klimaschädlichen CO2-Ausstoßes umstritten - für die Bereitstellung der sogenannten Regelleistung bislang aber unverzichtbar.
Für Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) ist die Kooperation des jungen Berliner Unternehmens mit dem Regionalversorger Beleg für den Innovationswillen des Mittelstandes. "Wir brauchen solche neuen Technologien. Und die neuen Länder können, sie müssen dabei Vorreiter sein", betont er und erhält Unterstützung vom Ost-Beauftragten der Bundesregierung, Christoph Bergner (CDU). Es gehe nicht nur darum, neue Wind- und Solarparks zu bauen. Nötig seien Technologien, um Ökostrom ausreichend speichern zu können, betont Bergner.
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02.09.2013, 07:34 Uhr | dpa, t-online.de
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